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Pressegespräch DIE BESESSENEN am 11.02.2010

Auftragswerk & Neuproduktion des Theater an der Wien

Pressegespräch Johannes Kalitzke, Roland Geyer & Kasper Holten 1

Pressegespräch Johannes Kalitzke, Roland Geyer & Kasper Holten 1

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Beginnend mit dieser Spielzeit widmet sich das Theater an der Wien verstärkt dem Schwerpunkt Musiktheater des 21. Jahrhunderts und präsentiert in den kommenden Jahren eine Uraufführung pro Spielzeit. Das erste Auftragswerk wurde an den Komponisten und Dirigenten Johannes Kalitzke vergeben, der den Roman Die Besessenen von Witold Gombrowicz als Grundlage für seine vierte Oper gewählt hat, das Libretto verfasste der Schriftsteller Christoph Klimke.
Als idealer Klangkörper für die Musik von Johannes Kalitzke fungiert das Klangforum Wien. Die Inszenierung liegt in den Händen von Kasper Holten, der zuletzt Mozarts Le nozze di Figaro (2007) mit viel Witz und Esprit auf die Bühne des Theater an der Wien gebracht hat.

Wüste Gestalten, lodernde Leidenschaft, Geldgier, ein unheilstiftendes Handtuch und schließlich ein Mord: Mit diesen Ingredienzien reicherte der polnische Autor Witold Gombrowicz seinen im Jahre 1939 für die polnischen Zeitungen Morgen-Express und Roter Kurier verfassten Fortsetzungsroman Die Besessenen an. Jahrzehnte lang galt der Roman wegen des Krieges als verschollen, bevor er 1967 wiederentdeckt und in viele Sprachen übersetzt wurde. Nun hat der deutsche Schriftsteller Christoph Klimke für seine Libretto-Dramatisierung Gombrowicz’ Vorlage verdichtet und sich auf einzelne Handlungsstränge konzentriert. Witold Gombrowicz ist dem Theaterpublikum vor allem durch sein Stück Yvonne, Prinzessin von Burgund bekannt.

Für den dänischen Regisseur und künstlerischen Leiter der Königlichen Oper Kopenhagen Kasper Holten ist Oper "eine Art Fitnesscenter der Emotionen". In seiner Inszenierung der Besessenen sind die Figuren des Stücks in einer Konsumwelt gefangen, besessen von Gier, Selbstzerstörung, Sex und Geld. Das Bühnenbild stammt von Steffen Aarfing, die Kostüme von Marie í Dali und für das Lichtdesign zeichnet Jesper Kongshaug verantwortlich.

Die Musik der Besessenen orientiert sich am Verhältnis der unterschiedlichen Zeiten, die durch die Personen des Stückes repräsentiert werden, in denen sie leben und denen sie sich zugehörig fühlen, und an dem Bild dieses seltsamen Spukgebildes, des Handtuchs, das die Menschen dieser Geschichte in Verwirrung stürzt. Elemente alter Musik und kommerzieller Medien verbinden sich mit der eigenen Klangsprache des Komponisten Johannes Kalitzke zu einem Gewebe struktureller Beziehungen, welches sich im Laufe des Stückes wie die Falten eines Tuchs, eines Fächers, der sich langsam schließt und eine bildlose Achse hinterlässt, formal zu einer Mitte verdichtet, die alles in sich aufsaugt.

Die Besessenen sind die Sopranistin Hendrikje von Kerckhove als Maya, Benjamin Hulett (Tenor) als Leszczuk, Leigh Melrose (Bariton) als Cholawicki, der Altist Jochen Kawalski als Fürst Holszanski, Noa Frenkel (Mezzosopran) als Frau Ocholowska/Mutter von Maya, Bassist Manfred Hemm als Skolinski sowie Rupert Bergmann (Bassbariton) als Maliniak.

Diese Neuproduktion des Theater an der Wien wird mit freundlicher Unterstützung folgender Firmen ausgestattet: AGRANA, Staud’s Wien, Weingut Bründlmayer, Ottakringer, Twinings, Maresi Austria, Manner, Kunsthistorisches Museum, Nestlé, Kelly’s, Heindl, Mautner Markhof, Mars Austria, Henkel, Haribo, Kellogs, Ludwig Reiter, Demner sowie Weingut Cobenzl.