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DER FREISCHÜTZ

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Falk Struckmann als Kaspar

Falk Struckmann als Kaspar

„Der Freischütz hat ins Schwarze getroffen“, schrieb Carl Maria von Weber 1821 unter dem Eindruck der glanzvollen Berliner Uraufführung an seinen Textdichter Johann Friedrich Kind. Webers Oper entwickelte sich bald zum Serienerfolg und wurde in der Musikkritik schon zu seinen Lebzeiten als die erste deutsche Nationaloper bezeichnet. Unmittelbar nach den napoleonischen Kriegen entstanden, setzt diese romantische Oper um Versagensangst, brüchige Konventionen und Waldspuk bildmächtig eine Fantasiewelt frei, deren Aufgebot an gespenstischen Erscheinungen schlicht beeindruckend ist.

„Übersehen Sie nicht, wie mir bei dem düsteren Hauptcharakter der Umstand zugute kommt, dass die halbe Oper im Dunkel spielt“, meinte Carl Maria von Weber, der im Freischütz mit viel melodischem Einfallsreichtum, tosendem Orchester und motivischen Bezügen den Sieg über die finsteren Mächte schildert.
Bereits am 5. Juni 1822, kaum ein Jahr nach der Uraufführung am Königlichen Schauspielhaus Berlin, wurde der Freischütz im Theater an der Wien aufgeführt.

Für die Neuproduktion am Theater an der Wien konnte der österreichische Regisseur und Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky gewonnen werden, der mit dieser Produktion sein Debut als Opernregisseur gibt. Die musikalische Leitung hat Bertrand de Billy inne, der mit seinen letzten beiden Interpretationen von Poulencs Dialogues des Carmélites und Debussys Pelléas et Mélisande „an der Wien“ Furore machte. Es spielt das ORF Radio-Symphonieorchester Wien.

Die aufstrebende Sopranistin Elza Van den Heever singt Agathe, Ännchen wird von Mojca Erdmann gegeben, Falk Struckmann verkörpert den tragischen Schurken Kaspar, Simon O’Neill den jungen Mann Max, Martin Snell ist als Kuno sowie Henk Neven als Ottokar zu hören. Als Samiel ist der Schauspieler Karl Markovics zu erleben.
Des Weiteren ist der Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner) zu hören.

Das Bühnenbild stammt von Renate Martin & Andreas Donhauser, die zuletzt die Haydnoper Il mondo della luna (Inszenierung: Tobias Moretti) am Theater an der Wien ausstatteten. Für die Kostüme zeichnet Nicole Fischnaller verantwortlich, die u.a. für ihre Arbeit an Ruzowitzkys Holocaust-Drama Die Fälscher 2007 eine Nominierung zum Deutschen Filmpreis erhielt. Das Lichtkonzept stammt von Peter van Praet, der im Jänner 2010 für Robert Carsens Inszenierung von Monteverdis L’incoronazione di Poppea das Lichtdesign kreierte.


Nach seinem Oscar prämierten Spielfilm Die Fälscher inszeniert Stefan Ruzowitzky mit Der Freischütz erstmals eine Oper und reiht sich in eine lange Liste von erfolgreichen Filmregisseuren ein, die auch im Musiktheater arbeiten. „Ich habe nicht aktiv gesucht, sondern habe die Anfrage erhalten und fand sie spannend. Oper und Film funktionieren viel stärker über die Emotion als das Theater. Sowohl beim Film als auch in der Oper gibt es zwar immer etwas Intellektuelles, nämlich ob die Geschichte gescheit ist. Aber ein Film oder eine Oper sind dann gut, wenn sie das Publikum emotional packen. Wir Filmregisseure sind darauf trainiert, immer ein Maximum an Emotion heraus zu kitzeln, und damit ist man in der Oper gut aufgehoben.“

Dirigent Bertrand de Billy über den Stellenwert des Freischütz in seinem Repertoire an deutschsprachigen Opern: „Für mich bedeutet Der Freischütz, dass ich einen persönlichen Zyklus zu Ende bringe. Die Zauberflöte habe ich als erste deutsche Oper zuerst dirigiert. Dann kam als zweite Tristan und Isolde, und ich habe gesagt, ich muss parallel mit Ariadne auf Naxos von Strauss beginnen. Danach folgte Fidelio in der ersten Fassung, das war mir sehr wichtig. Ohne Die Zauberflöte, Fidelio und Der Freischütz wäre alles, was danach kommt, nicht möglich. Die Oper ist daher die letzte Brücke, die mir in meiner Laufbahn fehlt.“