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THEATER ABER WIE!

Der Abonnement-Vorverkauf startet am 5. April 2011

© beyond / Thomas Riegler

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Mit der Spielzeit 2011/12 startet das neue Opernhaus Theater an der Wien in seine sechste Saison. Ein Entrée der Sinne: Der neue Spielplan umfasst 26 verschiedene Musiktheaterwerke vom Barock bis zur Moderne mit drei Uraufführungen und einer vierteiligen „Opernreise“ durch das 19. Jahrhundert. Mit zwölf szenischen Opernpremieren setzt das Theater an der Wien auch in der kommenden Spielzeit auf höchsten künstlerischen Anspruch und zeigt erneut jeden Monat eine Premiere.

Für die hohe künstlerische Qualität garantieren sowohl die Dirigenten Michael Boder, Ivor Bolton, William Christie, Alan Curtis, Vladimir Fedoseyev, René Jacobs, Philippe Jordan, Cornelius Meister, Marc Minkowski, Kirill Petrenko sowie Jean-Christophe Spinosi, als auch die Opernregisseure Robert Carsen, Torsten Fischer, William Friedkin, Claus Guth, Stephen Lawless, Christof Loy, Christine Mielitz, Adrian Noble und Olivier Py.

Mit dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien, den Wiener Symphonikern sowie dem Arnold Schoenberg Chor stehen wieder erstklassige Klangkörper zur Verfügung, die im Rahmen mehrjähriger Verträge mit dem Theater an der Wien zusammenarbeiten. Das Klangforum Wien wird am 13. September 2011 das Saison-Eröffnungskonzert mit Werken von Igor Strawinski und Arnold Schoenberg gestalten. Im Bereich Barockoper werden in der Saison 2011/12 renommierte Originalklang-Orchester wie das Ensemble Matheus, das Freiburger Barockorchester und die Akademie für Alte Musik Berlin zu hören sein.

Das Theater an der Wien ist als Zentrum für Barockoper und modernes, zeitgemäßes Musiktheater im Wiener Kulturleben inzwischen fix verankert. Besonders die internationale Resonanz bestätigt das künstlerische Profil, die Ästhetik der Produktionen und den innovativen Stagione-Betrieb.

MUSIKTHEATER

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Im Überblick: Das Saisonprogramm 2011/12

Benjamin Britten: THE TURN OF THE SCREW
Premiere: 14. September 2011, Neuproduktion des Theater an der Wien

Die Opernsaison 2011/12 wird mit Benjamin Brittens The Turn of the Screw eröffnet. Die kammermusikalisch besetzte Oper nach der gleichnamigen Erzählung von Henry James ist die dritte Produktion im Britten-Zyklus des Theater an der Wien.
Britten kehrte mit The Turn of the Screw 1954 zur Kammeroper zurück und damit zu einem Typ, den er selbst ein Jahrzehnt zuvor mit The Rape of Lucretia geschaffen hatte. Die Geschichte einer Gouvernante, die sich um zwei Waisenkinder kümmern soll und den Geistern ihrer Vorgänger begegnet, rückt Brittens lebenslange Suche nach einer Differenzierung von Gut und Böse in den Mittelpunkt. In sechzehn musikalischen Variationen eines anfänglich eingeführten Grundthemas verhandelt Britten den Verlust der Unschuld, sukzessive muss sich die junge, unerfahrene Frau ihren eigenen Geistern und der Dunkelheit der Welt, die sie umgibt, stellen. Dabei geben weder das Libretto von Myfanwy Piper noch Brittens präzise, durchkomponierte Musik eine Deutung vor, The Turn of the Screw kann als Geistergeschichte ebenso aufgefasst werden wie als komplexe, psychologische Studie der jungen Gouvernante.

Der renommierte kanadische Regisseur Robert Carsen, der mit dem Theater an der Wien eng verbunden ist und in der Vorsaison mit seinen Inszenierungen von Semele und Dialogues des Carmélites große Erfolge feierte, übernimmt die Regie der Neuproduktion. Mit Die Fledermaus von Johann Strauß gab Cornelius Meister, Chefdirigent des ORF Radio-Symphonieorchesters Wien, sein erfolgreiches Debüt und stellt sich und sein Orchester zum Saisonauftakt als Spezialistenensemble für die Musik des 20. Jahrhunderts vor. Sally Matthews singt die Partie der Gouvernante und Eleonore Burke tritt als Waisenkind Flora auf. Jennifer Larmore und Nikolai Schukoff sind als Geister der verstorbenen Miss Jessel und des Dieners Quint zu erleben. Die Rolle von Mrs. Grose übernimmt Ann Murray.


Georg Friedrich Händel: SERSE
Premiere: 16. Oktober 2011, Neuproduktion des Theater an der Wien

Georg Friedrich Händel, wohl der bedeutendste Opernkomponist des Barock, bleibt fixer Bestandteil des Spielplans. Mit seiner späten Oper Serse schuf Händel nicht nur ein zukunftsweisendes Werk, in dem die starren Grenzen der Gattungen an Bedeutungsschwere verlieren, sondern auch eine seiner berühmtesten Melodien, die Auftrittsarie des Serse „Ombra mai fu“. Serse ist Händels unkonventionellste, italienische Oper, in der Könige Bäume ansingen, sich Frauen als Soldaten verkleiden und über eine einzige Brücke von Persien aus ganz Europa angegriffen werden soll. Am Ende fügen sich die Wirrungen der Liebe aber dem lieto fine und es wird geheiratet.

Nach dem großen Erfolg mit Händels Messiah liegt die musikalische Interpretation wieder in den bewährten Händen von Jean-Christophe Spinosi und dem Ensemble Matheus. Die Inszenierung übernimmt Adrian Noble, der in den neunziger Jahren künstlerischer Leiter der Royal Shakespeare Company war. Es singt der Arnold Schoenberg Chor. Das Ensemble vereint gern gesehene Händel-Spezialisten. Die schwedische Mezzosopranistin Malena Ernman übernimmt die Titelpartie, Bejun Mehta singt dessen Bruder Arsamene. In weiteren Rollen treten Luciana Mancini als Amastre, Adriana Kucerová als Romilda, Danielle de Niese als Atalanta, Anton Scharinger als Ariodate und Andreas Wolf als Elviro auf.


Lera Auerbach: GOGOL
Uraufführung: 15. November 2011, Auftragswerk des Theater an der Wien

Lera Auerbach verhandelt in ihrer neuen Oper Gogol die letzte Lebensphase des großen, russischen Dichters ukrainischer Herkunft. Mit dem Auftragswerk an die junge russische Komponistin und Dichterin setzt das Theater an der Wien die Serie der Uraufführungen fort, die mit Johannes Kalitzkes Die Besessenen und Daniel Catáns Il postino bereits zwei Höhepunkte dem Publikum präsentierte.
Auerbach nähert sich Nikolai Gogol aber nicht rein biografisch, sondern versucht, für den bis heute verstörenden Tod des Dichters eine eigene poetische und musikalische Sprache zu finden. Gogol verbrannte in einem religiösen Wahn nicht nur den zweiten Teil seines Romans Die toten Seelen, sondern starb schließlich an den Folgen strengen Fastens im Alter von nur 42 Jahren. Im Libretto nach ihrem eigenen Stück lässt Lera Auerbach den Dichter mit Frau Tod tanzen und konfrontiert ihn mit Personen aus seinem eigenen Werk. Die Zeit scheint aus den Fugen geraten und in Auerbachs Worten gilt, „nur die unendliche Sehnsucht überdauert die Zeiten“.

Der aus St. Petersburg stammende Dirigent Vladimir Fedoseyev leitet das ORF Radio-Symphonieorchester Wien und den Arnold Schoenberg Chor. Die deutsche Regisseurin Christine Mielitz, von 2002 bis 2010 Intendantin des Dortmunder Opernhauses, übernimmt die Inszenierung. Nikolai Gogol wird vom dänischen Bariton Bo Skovhus verkörpert, sein Alter Ego, den Teufel Bes, gibt Ladislav Elgr.


Claudio Monteverdi: L`ORFEO
Premiere: 14. Dezember 2011, Neuproduktion des Theater an der Wien


L`Orfeo war die erste dramatische Arbeit von Claudio Monteverdi. Seine Komposition sollte als erste Oper überhaupt in die Geschichtsbücher eingehen und hat ihren Reiz seit 400 Jahren nicht verloren. Die favola in musica nach einem Libretto von Alessandro Striggio kann den Anspruch, die erste Oper gewesen zu sein, zwar nicht alleine beanspruchen, aber Monteverdi zeigte als erster und bereits in unglaublicher Vollendung, was Musiktheater emotional zu bewirken vermag. Die Geschichte des mythischen Sängers Orfeo und des tragischen Verlustes seiner geliebten Euridice findet in Monteverdis Musik ihre emotionale Vollendung.

Ivor Bolton leitet die Spezialisten des Freiburger Barockorchesters, die nach Mozarts Frühwerk La finta giardiniera gemeinsam mit dem Monteverdi Continuo Ensemble und dem Arnold Schoenberg Chor diesmal das erste Meisterwerk der Operngeschichte interpretieren. In der Inszenierung von Claus Guth betrauert John Mark Ainsley als Orfeo den Tod seiner geliebten Euridice, verkörpert von Mari Eriksmoen. Die norwegische Sopranistin debütierte als Zerbinetta in Ariadne auf Naxos von Richard Strauss in der Vorsaison im Theater an der Wien.


Peter Iljitsch Tschaikowski: IOLANTA
Sergej Rachmaninow: FRANCESCA DA RIMINI
Premiere: 19. Jänner 2012, Neuproduktion des Theater an der Wien


Tschaikowskis letzte Oper Iolanta und Rachmaninows Francesca da Rimini sind zwei Liebesgeschichten und bei den unzähligen Spielarten der Liebe doch zwei gänzlich kontrastierende Werke. Die von ihrer Blindheit geheilte Prinzessin Iolanta darf das Glück erfahren und ihren Prinzen heiraten. Francesca hingegen leidet in der Hölle, nachdem sie von ihrem hässlichen Gemahl bei einem Kuss mit dessen schönem Bruder beobachtet und getötet wurde. Im Inferno nach Dante ist die Schuld verdammter Seelen nie auf den ersten Blick eindeutig und Francesca und ihr Geliebter sind dem tosenden Höllenstrudel ausgeliefert. Das Libretto zu beiden Stücken schrieb Peters Bruder Modest Iljitsch Tschaikowski.

Kirill Petrenko wurde nach 2007 im Jahr 2009 zum zweiten Mal vom Fachmagazin Opernwelt zum Dirigenten des Jahres gekürt, insbesondere für seine Aufführung von Richard Strauss` Intermezzo im Theater an der Wien. Der in Russland geborene Dirigent, der seine Ausbildung in Feldkirch und Wien genoss, leitet bei den zwei einaktigen Opern das ORF Radio-Symphonieorchester Wien und den Arnold Schoenberg Chor. Die ukrainische Sopranistin Olga Mykytenko übernimmt beide Titelpartien, Saimir Pirgu singt jeweils den Geliebten von Iolanta und Francesca. David Pittsinger erhebt seinen Bass nach seiner Rolle als Seneca in Monteverdis L`incoronazione di Poppea und als König Cadmus in Händels Semele diesmal als Iolantas königlicher Vater und Vergils Geist. Die Inszenierung liegt nach seiner vielschichtigen Deutung von Rossinis Tancredi in der Saison 2009/10 in den Händen von Stephen Lawless.


Christoph Willibald Gluck: TELEMACO
Premiere: 19. Februar 2012, Neuproduktion des Theater an der Wien


Die erste Aufführung von Glucks Dramma per musica fand zur Vermählung des Kronprinzen Joseph von Habsburg mit Maria Josepha von Bayern statt. Die Vorbereitungen zur Aufführung mussten zu kurzfristig durchgeführt werden, Gluck hatte keine Zeit mehr die Ballette zu komponieren, die Oper fiel durch und verschwand in der Vergessenheit. Dabei steht in Telemaco Glucks Streben nach Natürlichkeit und Unmittelbarkeit der Aussage bereits im Zentrum seiner Kompositionskunst, die Partitur enthält eine Fülle charakteristischer und bedeutender musikalischer Einfälle und verbindet Elemente der französischen Tragédie lyrique mit jenen der italienischen Oper.

Telemacos Suche nach seinem verschollen geglaubten Vater Ulisse und seine Landung auf der Insel der Zauberin Circe wird von René Jacobs und der Akademie für Alte Musik Berlin musikalisch umgesetzt, der Arnold Schoenberg Chor interpretiert die in die Handlung integrierten Chöre. Torsten Fischer deutet mit seiner Regiearbeit die allegorischen Sentenzen, in denen Tugend belohnt und Frevel bestraft wird. Nach seiner sängerisch herausragenden Leistung als Bertarido in Händels Rodelinda ist Bejun Mehta in der Saison 2011/12 in Händels Serse ebenso zu erleben wie in der Titelpartie von Glucks Reformoper Telemaco. Valentina Farcas singt Telemacos Braut Asteria, Rainer Trost dessen Vater Ulisse. Alexandrina Pendatchanska sorgt als Zauberin Circe für Verwirrung auf der Liebesinsel.


Jacques Offenbach: LES CONTES D’HOFFMANN
Premiere: 19. März 2012, Neuproduktion des Theater an der Wien
Premiere zweite Serie: 4. Juli 2012


Jacques Offenbachs Werke wurden zu seinen Lebzeiten begeistert im Theater an der Wien aufgenommen. Sein letztes und wohl berühmtestes Werk erlebte er nicht mehr, Offenbach starb kurz vor der Uraufführung von Les contes d’Hoffmann in Paris. Die Opéra fantastique kam bei der Premiere stark gekürzt zur Aufführung, Teile der Handschrift galten als verschollen und das Werk wurde fortan in verschiedenen Fassungen gespielt. Die von Offenbach geplante Konzeption kann heute wieder nachvollzogen werden, und das Theater an der Wien präsentiert erstmals in Wien Les contes d’Hoffmann in der rekonstruierten Urfassung.

Nach seiner überzeugenden Darbietung als Eisenstein in Die Fledermaus singt Kurt Streit in den ebenso skurrilen wie teils beängstigenden Erzählungen nach E.T.A. Hoffmann die Titelrolle des deutschen Dichters. In den drei ebenso leidenschaftlichen wie unglücklichen Liebesabenteuern trifft Hoffmann auf Mari Eriksmoen als Olympia, Juanita Lascarro als Antonia und Angel Blue als Giulietta. Aris Argiris übernimmt die Rolle des Widersachers Lindorf, der das Glück Hoffmanns unter wechselnden Identitäten hintertreibt. Riccardo Frizza leitet die Wiener Symphoniker, es singt der Arnold Schoenberg Chor. Für Der Exorzist war William Friedkin für einen Oscar nominiert, für French Connection – Brennpunkt Brooklyn hat er die begehrte Statue erhalten. Seit mehreren Jahren widmet sich der US-amerikanische Regie-Perfektionist auch der Oper und präsentiert erstmals in Wien eine Inszenierung.
Diese Neuproduktion gelangt im Rahmen des „Operimsommer’12“ von 4. bis 10. Juli ein zweites Mal zur Aufführung. In der Sommeraufführung verkörpert Marlis Petersen als Olympia/Stella/Antonia/Giulietta die vier Frauenrollen.


Ambroise Thomas: HAMLET
Premiere: 23. April 2012, Neuproduktion des Theater an der Wien


In Shakespeares Tragödie von Hamlet gehört die Handlung und damit ein Großteil des Textes ganz der Titelfigur. Das Pariser Publikum des 19. Jahrhunderts aber war von der fragilen Figur der Ophelia verzaubert und die Librettisten Michel Carré und Jules Barbier rückten die Rolle der Ophélie ins Zentrum ihrer Oper. Ambroise Thomas` Oper in fünf Akten erzählt die Geschichte einer liebenden, verratenen und sich in den Wahnsinn flüchtenden Frau gleichwertig neben Hamlets Zwiespalt zwischen der Liebe und den Pflichten eines Thronfolgers.

In der Schwedin Christine Nilsson sah der Komponist die Idealbesetzung für die Ophélie, für sie fügte er eigens eine schwedische Ballade in die Handlung ein. Im Theater an der Wien übernimmt Christine Schäfer die romantische Rolle der emotionalen Ophelia. Stéphane Degout rächt als Hamlet ihren Tod und den Tod seines Vaters. Phillip Ens singt Hamlets Onkel Claudius. Zwei herausragende französische Künstler ihrer Generation leiten die Neuproduktion und stellen ihre Arbeit erstmals im Theater an der Wien vor. Unter der musikalischen Leitung von Marc Minkowski musizieren die Wiener Symphoniker und singt der Arnold Schoenberg Chor, die Inszenierung liegt in den Händen von Olivier Py.


Gioachino Rossini: LA DONNA DEL LAGO
Premiere: 10. August 2012, Koproduktion mit dem Grand Théâtre de Genève


Die junge Elena wird gleich von drei Männern umworben. Ihr Vater, Anführer des schottischen Aufstandes, will, dass sie seinen Waffengefährten Rodrigo heiratet. Elena selbst liebt aber Malcolm, einen Höfling, der sich den Aufständischen angeschlossen hat. König James, der unter dem Namen Uberto auf der Jagd durch die Highlands streift, trifft ebenfalls auf die geheimnisvolle Schöne und verliebt sich in sie. Die heroischen Dichtungen von Walter Scott regten die musikalische Phantasie der Komponisten des 19. Jahrhunderts häufig an. Als erster vertonte Rossini Scotts The Lady of the Lake und gab der romantischen italienischen Oper mit diesem Werk entscheidende Impulse.

Musikalisch wird die Produktion vom jungen britischen Dirigenten Leo Hussain und dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien sowie dem Arnold Schoenberg Chor gestaltet. Die szenische Umsetzung stammt von Christof Loy, der zuletzt die viel gelobte, atmosphärisch verdichtete Inszenierung von Henzes Der Prinz von Homburg realisierte. Als Elena ist Malena Ernman zu hören. Luciano Botelho als Giacomo, Gregory Kunde als Rodrigo und Varduhi Abrahamyan als Malcom buhlen um die Gunst der Frau vom See. Maurizio Muraro übernimmt die Rolle ihres Vaters, des aufständischen Highlanders Douglas d`Angus.