JugendFreischütz

WAS TRAF ER DENN?

© Laurent Ziegler

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Keine Schlucht zu tief, kein Wald zu dunkel, kein Probeschuss zu schwierig: 33 Jugendliche setzten sich zwei Monate lang mit sieben Freikugeln auseinander. Der Startschuss fiel am 20. Februar 2010, die Aufführung fand am 28. April 2010 statt, in der Zwischenzeit beschäftigten sich die Schüler/innen, Zivildiener und Lehrlinge zwischen 14 und 19 Jahren ausführlich mit Carl Maria von Webers Freischütz.

Durchaus aktuell fanden sie Max’ Schicksal und brachten sukzessive ihre Themen mit ein. An drei Wochenenden entwickelte die Schauspielgruppe eine eigene Geschichte, angelehnt an die Oper. Durch Improvisationen fanden die jungen Schützen in ihre Rollen, was zu überraschenden Ergebnissen führte. Parallel dazu überlegte sich die Musikgruppe, welche Musik aus der Oper sie übernehmen und was sie gerne ergänzen möchte. Der 19-jährige Zivildiener Marcelo Peralta arrangierte und komponierte die elektronische Musik selbst. Benjamin Kubaczek, ein ehemaliger Sängerknabe, improvisierte am Klavier und arbeitete gemeinsam mit den jungen Orchestermusikerinnen an der Umsetzung der ausgewählten Instrumentalstellen.

Anschließend mussten Musik und Handlung zusammengeführt werden. Nach der ersten gemeinsamen Probe in der Hölle, dem Pausenraum des Theater an der Wien, folgten fünf Proben auf der Bühne mit Orchester. Neben Spaß und Motivation waren Disziplin und Konzentration gefragt. Ein Highlight war der Besuch der Freischütz-Produktion von Regisseur Stefan Ruzowitzky, bei der Bertrand de Billy das ORF Radio-Symphonieorchester Wien leitet. Von diesem wirkten gegen Ende der Probenzeit auch vier Musiker/innen bei der Jugendproduktion mit und verstärkten die Truppe. Die Nervosität stieg, aus Spiel wurde Ernst und die Jugendlichen fragten sich: „In diesem Bühnenbild sollen wir tatsächlich auch auftreten?“

„Das Wichtigste ist der Glaube an sich selbst”, machte Karl Markovics den Jugendlichen für die Vorstellung Mut. Im Rahmen eines Schüler/innengesprächs hatten sie die Gelegenheit, ihn persönlich zu seinen Erfahrungen als Schauspieler zu befragen. Das hätte jemand Max zurufen sollen, bevor er sich mit Kaspar die Freikugeln holte.