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Der Kaiser von Atlantis oder Die Todverweigerung

Inhalt

Donnerstag, 17. Oktober 2013
19:30 bis 21:30 Uhr
(Pause ca. 20:05 Uhr)

  1. 17.10.2013
  2. 19:30

Inhalt

Mahler-Lieder
Rheinlegendchen
Wo die schönen Trompeten blasen
Das irdische Leben
aus Gustav Mahler: Des Knaben Wunderhorn (1892-98)

Gustav Mahler: Der fahrende Geselle (1884)
in der Bearbeitung von Arnold Schönberg (1919)

Der Kaiser von Atlantis oder die Todverweigerung
Spiel in einem Akt (1946)

Im November 1941 wandelten die Nationalsozialisten die Garnisonsstadt und -festung Theresienstadt in ein Konzentrationslager um, das sie euphemistisch als „Ghetto“ bezeichneten. Theresienstadt sollte einerseits als Zwischenlager für die jüdische Bevölkerung des „Protektorats Böhmen und Mähren“ vor dem Abtransport in die Vernichtungslager dienen, gleichzeitig aber auch als „Vorzeigelager“ die Skepsis ausländischer Beobachter beschwichtigen. Kulturelle Aktivitäten der Häftlinge wurden daher ermutigt. Der Komponist Viktor Ullmann wurde 1942 nach Theresienstadt deportiert und fungierte dann als „Direktor für musikalische Freizeitgestaltung“. Der renommierte Schönberg-Schüler schuf 1943 gemeinsam mit dem Dichter und Maler Peter Kien die Kammeroper für
sieben Sänger und dreizehn Instrumentalisten Der Kaiser von Atlantis, die ursprünglich den Untertitel Der Tod dankt ab trug.
Der Kaiser von Atlantis herrscht als Tyrann. Selbst dem Tod gibt er Befehle, bis dieser die Arbeit verweigert und niemand mehr stirbt. Ohne den Tod fällt Atlantis ins Chaos. Schließlich willigt der Tod ein, seine Funktion wieder zu erfüllen, wenn der Kaiser sein erstes Opfer wird. Trotz bereits begonnener Proben kam es nicht mehr zu einer Aufführung der offensichtlich auf Hitler und den Wahn der Nationalsozialisten Bezug nehmenden Oper. Viktor Ullmann wurde am 16. Oktober 1944 nach Auschwitz deportiert, wo er in der Gaskammer ermordet wurde.