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Punch and Judy

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Mai 2014     
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Eine Produktion der NEUEN OPER WIEN

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Copyright: Armin Bardel

Mr. Punch (vom italienischen Pulcinella) und seine Frau Judy sind zwei in England sehr populäre Puppenfiguren, vergleichbar mit unserem Kasperltheater. Typischerweise werden von einem Handpuppenspieler mehrere kurze Sequenzen gezeigt, meist Auseinandersetzungen etwas derber und naiver Natur. Nicht selten kommt dabei Gewalt ins Spiel. Und so sorgte auch die Uraufführung von Birtwistles Oper Punch and Judy im Jahr 1968 für einige Kontroversen ob all der darin vorkommenden Gewalt.

Und noch heute kann dieses Stück polarisieren. Schon nach wenigen Minuten ermordet Mr. Punch brutal sein eigenes Kind und Judy sowie im weiteren Verlauf der Oper nahezu alle Personen, auf die er trifft. Lediglich die von ihm angebetete Pretty Polly lässt er gewähren. Bis ihn schließlich schreckliche Albträume überkommen und die Musik beginnt, ihren Charakter zu ändern...
Bezugnehmend auf Strawinskis Petruschka meinte Paul Griffiths, dass Birtwistle mit Mr. Punch einen vollkommen entgegengesetzten Charakter erschaffen hat. Während Petruschka eine Puppe ist, die sich immer mehr wie ein Mensch verhält, ist Mr. Punch ein Mensch, der mit seiner Umwelt wie mit einem Puppentheater, sorglos, brutal und ohne Gewissen, umgeht.

Harrison Birtwistle und sein Librettist Stephen Pruslin haben eine stilisierte Tragödie voller grotesker Momente geschaffen, in der die Musik das infernale Wesen genauso darzustellen vermag wie Liebe. Dabei eröffnet
sich uns eine vollkommen entrückte Welt, voller Jahrmarktsillusionen und verrückter Verrenkungen.