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Saisonprogramm 2014/15

Wo Oper bewegt: Das Saisonprogramm 2009/10

Wo Oper bewegt: Die Saison 2009/10 im Theater an der Wien.

Sujet 09/10, © spot.ag / michael huber . thomas riegler (grafik: thomas riegler)

Sujet 09/10, © spot.ag / michael huber . thomas riegler (grafik: thomas riegler)

Weitere Informationen:

Das neue Saisonprogramm bringt internationale Höhepunkte für Wien und das über das ganze Jahr hindurch, ohne Sommerpause. Mit dreizehn Premieren setzt das Theater an der Wien auch in der kommenden Spielzeit auf höchste künstlerische Qualität.

Auf dem Cover des Saisonprogrammbuchs präsentiert das Opernhaus der Stadt Wien ein signifikantes Symbol – ein pulsierendes Herz, das für Inspiration, Kreativität, Dynamik und Sehnsucht steht. Diese kraftvolle Vielfalt vom Barock bis zur Moderne spiegelt sich auch im neuen Saisonprogramm wieder, das faszinierendes Musiktheater von Claudio Monteverdi, Christoph Willibald Gluck, Johann Sebastian Bach, Joseph Haydn, Gioachino Rossini sowie Carl Maria von Weber, Johann Strauß und Benjamin Britten, Hans Werner Henze sowie eine Uraufführung von Johannes Kalitzke umfasst.

Für die hohe künstlerische Qualität garantieren sowohl die Dirigenten Nikolaus Harnoncourt, René Jacobs, Bertrand de Billy, Donald Runnicles, Thomas Hengelbrock, Marc Albrecht, Harry Bicket, Cornelius Meister und Johannes Kalitzke, als auch die Opernregisseure Christof Loy, Tobias Moretti, Robert Carsen, Stephen Lawless, Philipp Himmelmann, Kasper Bech Holten, Torsten Fischer sowie Stefan Ruzowitzky, der sein Debüt als Opernregisseur gibt. Mit John Neumeier und Anne Teresa De Keersmaeker sind zwei der bedeutendsten Choreographen aus dem Bereich Tanz zu Gast.

Mit dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien und den Wiener Symphonikern sowie dem Arnold SchoenbergChor stehen wieder erstklassige Klangkörper zur Verfügung, die im Rahmen mehrjähriger Verträge mit dem Theater an der Wien zusammenarbeiten. Im Bereich Barockoper werden in der Saison 2009/10 renommierte Originalklang-Orchester wie das Orchestre des Champs-Élysées, der Concentus Musicus Wien und das Balthasar Neumann Ensemble zu hören sein. Für die Uraufführung der Oper Die Besessenen von Johannes Kalitzke konnte das Klangforum Wien gewonnen werden.

Das Credo des Theater an der Wien ist, dem anspruchsvollen Opernpublikum Musiktheater in Top-Qualität zu bieten. Seit seiner Wiedereröffnung als neues Opernhaus der Stadt Wien im Jänner 2006 hat sich das Theater an der Wien als Zentrum für Barockoper und modernes, zeitgemäßes Musiktheater national wie international etabliert. Auch von Seiten des Publikums ist eine breite Akzeptanz zu verzeichnen: die Abonnentenzahlen konnten in der Saison 08/09 verdreifacht werden; die Auslastung der Musiktheaterprojekte liegt durchschnittlich bei 94%.


Im Überblick: Das Saisonprogramm 2009/10


MUSIKTHEATER

Benjamin Britten: DEATH IN VENICE
Premiere: 17. September 2009
, Koproduktion mit der Staatsoper Hamburg

Eröffnet wird die Opernsaison 2009/10 mit der zweiaktigen Oper Death in Venice von Benjamin Britten, die 1973, drei Jahre vor Brittens Tod, im Rahmen des Aldeburgh-Festival in Snape uraufgeführt worden ist. Als Vorlage für die 17 durchkomponierten Szenen adaptierte Brittens Librettistin Myfanwy Piper Thomas Manns bedeutende Novelle Tod in Venedig.
Unter der musikalischen Leitung von Donald Runnicles spielt das ORF Radio-Symphonieorchester Wien. Die Inszenierung stammt von Ramin Gray, der in Wien zuletzt mit seinen Regiearbeiten zu Simon Stephens Motortown (Festwochen 2005) und Am Strand der weiten Welt (Volkstheater 2007) präsent war. Als Schriftsteller Gustav von Aschenbach ist der Tenor Kurt Streit zu hören. In den vielen weiteren Rollen ist Russell Braun als The Traveller, Christophe Dumaux als The Voice of Apollo, Erik Årman als Hotel porter sowie Klemens Sander als English Clerk zu sehen. Es singt und spielt das Vokalensemble Nova.


Gioachino Rossini: TANCREDI
Premiere: 15. Oktober 2009
, Neuproduktion

Tancredi ist Rossini pur, ein wahres Feuerwerk an virtuosen und lyrisch beseelten Arien. Schon bald nach der Uraufführung im Februar 1813 im Teatro La Fenice in Venedig begann Tancredis Siegeszug über die europäischen Opernbühnen. Auch in Wien grassierte das ansteckende Rossinifieber; bereits 1817 wurde Tancredi erstmals im Theater an der Wien gespielt.

Regisseur Stephen Lawless und Dirigent René Jacobs setzen mit dieser Neuproduktion ihre Zusammenarbeit am Theater an der Wien fort. Zuletzt bescherte die Inszenierung und musikalische Interpretation von Chr. W. Glucks Orfeo ed Euridice dem Theater an der Wien einen großen Erfolg. Im sizilianischen Kriegs- und Liebesdrama Tancredi sind u. a. Colin Lee als Argirio, Vivica Genaux als Tancredi, Aleksandra Kurzak als Amenaide und Konstantin Wolff als Orbazzano zu hören. Neben dem Orchestre des Champs-Élysées ist der Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner) zu hören.


Hans Werner Henze: DER PRINZ VON HOMBURG
Premiere: 12. November 2009
, Neuproduktion

Das Libretto für die dreiaktige Oper verfasste Ingeborg Bachmann nach dem gleich-namigen Schauspiel von Heinrich von Kleist. Stehen bei Kleist noch die Schlacht, der Gehorsam und die Strafe im Mittelpunkt, so rückt Henze in seiner Oper den Traum, die Liebe, den Garten und den spielerischen Menschen ins Zentrum des Geschehens. Er schuf ein bewegendes Musikdrama um Liebe, Freiheit und Verantwortung, das 1960 in Hamburg uraufgeführt wurde.
Christof Loy, einer der renommiertesten deutschen Opernregisseure und bereits zum vierten Mal mit einer Regiearbeit am Theater an der Wien vertreten, zeichnet für die Inszenierung dieser Neuproduktion verantwortlich. Unter der musikalischen Leitung von Marc Albrecht spielen die Wiener Symphoniker. Als Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg ist der Tenor John Uhlenhopp, als seine Kurfürstin Helene Schneidermann, als Prinzessin Natalie Marlis Petersen und als Prinz Friedrich Artur von Homburg ist Christian Gerhaher zu hören.


Joseph Haydn: IL MONDO DELLA LUNA
Premiere: 5. Dezember 2009
, Neuproduktion

Il mondo della luna ist heute wohl Haydns bekannteste Oper. In seiner klingenden Beschreibung der Mondlandschaft gibt es statt Steinen und Staub duftende Blumen und grüne Wälder, statt Stille zwitschernde Vögel und lyrisch brillante Arien. Anlass der Uraufführung war die Hochzeit von Graf Nikolaus, einem Sohn des Fürsten, mit Maria Anna Gräfin Weißenwolf am 3. August 1777 auf Schloss Esterháza. Die Handlung ist die einer typischen Opera buffa dieser Zeit und stammt aus der Feder des italienischen Komödiendichters Carlo Goldoni.
Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Nikolaus Harnoncourt, der im Dezember 2009 seinen 80. Geburtstag feiert. Die Welt auf dem Monde wird von Tobias Moretti inszeniert, der erstmals eine Opernregie für das Theater an der Wien übernimmt.
Es spielt der Concentus Musicus Wien. Zu hören sind u. a. als Buonafede Dietrich Henschel, als Ecclitico Bernard Richter und als Ernesto Vivica Genaux.


John Neumeier/Johann Sebastian Bach: WEIHNACHTSORATORIUM
Hamburg Ballett
Premiere (Wiederaufnahme): 18. Dezember 2009


John Neumeier hat nicht nur mit seiner Ästhetik Ballettgeschichte geschrieben, sondern auch mit seinen außergewöhnlichen choreografischen und philosophischen Inter-pretationen großer sakraler Werke. Die Uraufführung von Neumeiers Weihnachts-oratorium im Dezember 2007 am Theater an der Wien wurde sowohl vom Publikum als auch von den Medien begeistert aufgenommen.
Unter der musikalischen Leitung von Erwin Ortner spielt das Wiener Kammerorchester. Neben dem Arnold Schoenberg Chor sind als SolistInnen Christoph Prégardien, Sunhae Im, Marie-Claude Chappuis und Hanno Müller-Brachmann zu hören.


Claudio Monteverdi: L’INCORONAZIONE DI POPPEA
Premiere: 21. Jänner 2010
, Koproduktion mit dem Glyndebourne Festival

Der Notentext von Monteverdis letzter Oper L’incoronazione di Poppea galt lange Zeit als verschollen und wurde erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Venedig wieder entdeckt.
Die zweiaktige Oper gehört zu den ersten, die nicht für einen Fürstenhof gefertigt wurde, sondern für ein öffentliches Haus, dem Teatro Santi Giovanni e Paolo in Venedig, wo Monteverdis Spätwerk 1642 uraufgeführt wurde. In diesem Werk stehen Machtgelüste und Ohnmachtsgefühle auf engstem Raum nebeneinander. Claudio Monteverdi, einer der Erfinder der Kunstform Oper, hat diese menschlichen Affekte, Leidenschaften und Emotionen mit Tiefgang in Musik gesetzt.

Regisseur Robert Carsen präsentiert mit der Krönung der Poppea seine dritte Regiearbeit am Theater an der Wien. An seiner Seite: der Dirigent und Spezialist für historische Aufführungspraxis Thomas Hengelbrock, der sein Balthasar Neumann Ensemble dirigieren wird. Unter seiner musikalischen Leitung singen u. a. Lawrence Zazzo (Ottone), Juanita Lascarro (Poppea), Jacek Laszczkowski (Nerone), Anna Bonitatibus (Ottavia), Ingela Bohlin (Drusilla), David Pittsinger (Seneca) und Marcel Beekman (Arnalta).


Johannes Kalitzke: DIE BESESSENEN
Auftragswerk & Neuproduktion des Theater an der Wien
Premiere: 19. Februar 2010, Uraufführung


Beginnend mit der Saison 09/10 widmet sich das Theater an der Wien verstärkt dem Schwerpunkt Musiktheater des 21. Jahrhunderts und präsentiert in den kommenden Jahren eine Uraufführung pro Spielzeit. Das erste Auftragswerk wurde an den Komponisten und Dirigenten Johannes Kalitzke vergeben, welcher im Mozartjahr 2006 für die musikalische Leitung der Uraufführung der Oper I Hate Mozart verantwortlich zeichnete. Als idealer Klangkörper für die Musik von Kalitzke fungiert das Klangforum Wien. Die Inszenierung liegt in den Händen von Kasper Bech Holten, der zuletzt Mozarts Le nozze di Figaro (2007) mit viel Witz und Esprit auf die Bühne des Theater an der Wien gebracht hat. Solisten wie Noa Frenkel, Jochen Kowalski, Leigh Melrose, Hendrikje von Kerckhove, Manfred Hemm und Benjamin Hulett sind in den tragenden Partien zu hören.

Die Grundlage für das Libretto des deutschen Schriftstellers Christoph Klimke war der Fortsetzungsroman Die Besessenen des polnischen Autors Witold Gombrowicz, den dieser im Jahre 1939 für die polnischen Zeitungen Morgen-Express und Roter Kurier verfasst hatte. Jahrzehntelang galt der Roman wegen des Krieges als verschollen, bevor er 1967 wiederentdeckt und in viele Sprachen übersetzt wurde. Christoph Klimke hat für seine Libretto-Dramatisierung Gombrowicz’ „Schauerroman“-Vorlage verdichtet und sich auf einzelne Handlungsstränge konzentriert.


Christoph Willibald Gluck: IPHIGÉNIE EN TAURIDE
Premiere: 14. März 2010
, Neuproduktion

Nach der gelungenen Interpretation von Orfeo ed Euridice im Oktober 2008 präsentiert das Theater an der Wien ein weiteres Werk von Christoph Willibald Gluck, der zu den bedeutendsten Opernkomponisten des 18. Jahrhunderts zählt. 1779 erlebte Gluck in Paris mit der Uraufführung der Iphigénie en Tauride den größten Erfolg seines Lebens. In diesem Werk gelang es dem ambitionierten Komponisten, seine Reformgedanken bis zur letzten Konsequenz umzusetzen und dem musikalischen Theater wieder mehr Wahrhaftigkeit zu schenken. Sein Blick auf den antiken Mythos ist ein Plädoyer für die Werte der Humanität; zugleich stieß Gluck mit Iphigénie en Tauride das Tor zum modernen Musikdrama auf.

Unter der musikalischen Leitung von Harry Bicket spielen die Wiener Symphoniker.
Inszeniert wird die tragische Oper vom deutschen Regisseur Torsten Fischer, der mit seiner letzten Regiearbeit des Operndramas Médée (2007) seinen treffenden Instinkt für die Interpretation von griechischen Tragödienstoffen unter Beweis stellen konnte.
Als Iphigénie ist Véronique Gens, Andrew Schroeder als Thoas, Stéphane Degout als Oreste sowie Rainer Trost als Pylade zu hören. Es singt der Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner).


Anne Teresa De Keersmaeker & Jérôme Bel: 3ADIEUX
Musik von Gustav Mahler
Premiere: 28. März 2010


Die Ausnahmechoreographin Anne Teresa De Keersmaeker ist seit 2006 regelmäßig mit außergewöhnlichen Tanzprojekten am Theater an der Wien vertreten, zuletzt mit ihrem Steve Reich-Evening. Mit 3Adieux präsentiert De Keersmaeker gemeinsam mit Jérôme Bel ein neu konzipiertes Ballett, das erstmals am 16. Februar 2010 am Théâtre Royal de la Monnaie Bruxelles gezeigt wird.

3Adieux ist eine Begegnung zweier eigenwilliger Ausnahmekünstler: der mathematischen und gleichzeitig expressiven Choreografin Anne Teresa De Keersmaeker und des französischen Choreografen Jérôme Bel, Schöpfer von umstrittenen Performances wie The Show Must Go On. Ausgangspunkt für 3Adieux ist der Schlussteil von Gustav Mahlers Lied von der Erde, der Abschied, in einer dreifachen Wiederholung. 3Adieux ist ein Werk über Stille, über Verschwiegenheit und über Verwunderung, die in die szenische Realität eines Körpers übersetzt werden.
Es spielt das Ictus Ensemble, Gesangssolistin ist Sara Fulgoni.


Carl Maria von Weber: DER FREISCHÜTZ
Premiere: 19. April 2010
, Neuproduktion

„Der Freischütz hat ins Schwarze getroffen“, schrieb Carl Maria von Weber 1821 unter dem Eindruck der glanzvollen Berliner Uraufführung an seinen Textdichter Johann Friedrich Kind. Webers Oper entwickelte sich bald zum Serienerfolg und wurde in der Musikkritik schon zu seinen Lebzeiten als die erste deutsche Nationaloper bezeichnet.
Unmittelbar nach den napoleonischen Kriegen entstanden, setzt diese romantische Oper um Versagensangst, brüchige Konventionen und Waldspuk bildmächtig eine Fantasiewelt frei, deren Aufgebot an gespenstischen Erscheinungen schlicht beeindruckend ist.

Für die Inszenierung konnte der österreichische Regisseur und Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky gewonnen werden, der mit dieser Produktion sein Debut als Opernregisseur am Theater an der Wien gibt. Die musikalische Leitung hat Bertrand de Billy inne, der mit seinen letzten beiden Interpretationen von Poulencs Dialogues des Carmélites und Debussys Pelléas et Mélisande „an der Wien“ Furore machte.
Die aufstrebende Sopranistin Elza Van den Heever singt die Agathe, das Ännchen wird von Mojca Erdmann gegeben, Falk Struckmann gibt den tragischen Schurken Kaspar, Simon O’Neill den jungen Mann Max, Martin Snell ist als Kuno sowie Henk Neven als Ottokar zu hören. Als Samiel ist der Schauspieler Karl Markovics zu erleben.


Nadja Michael: ORLANDO MISTERIOSO
Eine inszenierte Liedreise mit Musik von Richard Wagner, Robert Schumann, Hugo Wolf, Gustav Mahler und Richard Strauss
Premiere: 23. Juni 2010

Der Ein-Frau-Abend verbindet die Dramatik der großen Oper und Intimität des Kammerspiels: Vehikel der inszenierten Liedreise der Sopranistin Nadja Michael ist die Figur des Orlando, der geboren in elisabethanischer Zeit, einmal als Mann oder einmal als Frau, über mehrere Jahrhunderte lebt.
Die Sängerin und Ausnahmekünstlerin begibt sich gemeinsam mit dem Publikum auf eine emotional-musikalisch-visuelle Reise, die wie jene von Orlando durch verschiedene Epochen führt. Eine Reise, die zunächst mit dem staatstragenden Pomp einer Maria Stuart beginnt und sich mehr und mehr durch die verschiedenen Gestalten und Geschlechtlichkeiten hindurch nach innen wendet.


Johann Strauss: DIE FLEDERMAUS
Premiere: 15. Juli 2010, Neuproduktion


Anlässlich der triumphalen Fledermaus-Uraufführung am Ostersonntag, den 5. April 1874 im Theater an der Wien, schrieb die Morgenpost: „Das klingt ans Ohr und rieselt durch das Blut hinab bis in die Beine, und der faulste Mensch im Zuschauerraum fängt unwillkürlich zu nicken an mit dem Kopfe und wiegt den Leib und strampelt mit den Füßen. Man kann jetzt in einer Loge des Theaters an der Wien die schönsten Seekrankheiten kriegen, so wogt es im Parterre unter den bezaubernden Tönen, die Johann Strauß mit seinem Stabe aus dem Orchester wirbelt“

Unter der musikalischen Leitung seines designierten Chefdirigenten Cornelius Meister musiziert das ORF Radio-Symphonieorchester Wien. Der deutsche Opernregisseur Philipp Himmelmann zeichnet für die Inszenierung dieser Neuproduktion am Uraufführungsort verantwortlich.
Kurt Streit gibt den Gabriel von Eisenstein, als seine Frau Rosalinde ist Nicola Beller Carbone zu hören, Juanita Lascarro singt die Adele und Florian Boesch gibt in Personalunion Dr. Falke und Frosch. In den weiteren Rollen sind Jacek Laszczkowski als Prinz Orlofsky, Rainer Trost als Alfred, Markus Butter als Frank und Erik Årman als Dr. Blind zu sehen.


KONZERTE & OPER KONZERTANT

Die Konzertsaison 2009/10 startet mit dem Eröffnungskonzert am 10. September 2009. Auf dem Programm steht das dramatische Oratorium Susanna von Georg Friedrich Händel, das die Geschichte der Susanna im Bade aus dem Buch Daniel thematisiert. Unter der musikalischen Leitung von William Christie spielt sein Ensemble Les Arts Florissants Chœur et Orchestre. Die Susanna wird von Kate Royal gegeben, die in England als der „neue Sopran-Star“ gefeiert wird.


6x Oper konzertant
von Antonio Vivaldi, Georg Friedrich Händel und Joseph Haydn


Das vielfältige Musiktheaterprogramm wird von sechs konzertanten Opernaufführungen begleitet, die sich der Pflege und Aufführung von Raritäten der Opernliteratur widmen.

Anlässlich des Haydnjahres und zu Beginn der Saison 2009/10 steht am 25. September die konzertante Aufführung der Oper L’anima del filosofo von Joseph Haydn auf dem Programm. Unter der musikalischen Leitung von Paul Goodwin spielt das kammerorchesterbasel, es singt der Wiener Kammerchor. SolistInnen sind Simone Kermes, Paul Agnew und Jonathan Lemalu.

Das von Alan Curtis 1992 in Italien gegründete Ensemble Il Complesso Barocco ist international bekannt für seine Interpretation italienischer Barockopern sowie Oratorien und hat eine tragende Rolle in der Wiederbelebung dieser Epoche eingenommen. In der Spielzeit 09/10 interpretiert Alan Curtis mit seinem Ensemble gleich zwei Opern von Georg Friedrich Händel: Agrippina am 26. September 2009 und Giove in Argo am 22. April 2010 mit jeweils hochkarätigen Besetzungen: Ann Hallenberg als Iside, Karina Gauvin als Calisto, Topi Lehtipuu als Arete und Vito Priante als Erasto.

Die dritte Händel-Oper im Programm ist Ezio, die am 15. November 2009 konzertant zur Aufführung gebracht wird. Unter der musikalischen Leitung von Attilo Cremonesi spielt das kammerorchesterbasel; es singen Veronica Cangemi (Fulvia), Lawrence Zazzo (Ezio), Sonia Prina (Valentiniano) und Kristina Hammarström (Onoria).

Der letzte Schwerpunkt im Konzertbereich „Oper konzertant“ gilt dem Komponisten Antonio Vivaldi, der selbst in einem Brief behauptete, 94 Opern geschrieben zu haben. 49 konnten bisher als seine Werke identifiziert werden. Am Theater an der Wien kommen zwei seiner barocken Nummernopern zur Aufführung: Armida al campo d’Egitto am 22. Oktober 2009 unter der musikalischen Leitung von Rinaldo Alessandrini mit dem Ensemble Concerto Italiano sowie Vivaldis dreiaktige Oper Farnace am 24. Februar 2010 unter der Leitung von Stefano Molardi mit Sonia Prina in der Titelpartie.


KONZERTE 2009/10

Das Konzertprogramm der Spielzeit 09/10 rundet das reichhaltige Musiktheater-programm mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Georg Friedrich Händel, Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Jacques Offenbach sowie mit außergewöhnlichen Projekten von Goran Bregović und Uri Caine ab.

Der österreichische Pianist Stefan Vladar gestaltet ab November 2009 gemeinsam mit dem Wiener Kammerorchester einen dreiteiligen Mozart-Zyklus: Zur Aufführung gelangen Klavierkonzerte und Ouvertüren des „Spiritus Rector“ des Theater an der Wien.

Edita Gruberova, eine der führenden Koloratursopranistinnen ihrer Zeit, ist am 12. Dezember 2009 am Theater an der Wien zu Gast. Begleitet vom Wiener Kammerorchester, unter der Leitung von Adriy Yurkevych, wird sie Arien von Wolfgang Amadeus Mozart, Gaetano Donizetti und Vincenzo Bellini zum Besten geben.

Zum Abschluss des Haydn-Jahres 2009 erwartet das Theater an der Wien-Publikum ein außergewöhnliches Silvesterkonzert (31.12.): Mit dem Oratorium Die Schöpfung soll das Jahr 2009 feierlich ausklingen. Unter der musikalischen Leitung von Adam Fischer spielt das Freiburger Barockorchester. Die hochkarätigen Solisten sind Genia Kühmeier, Michael Schade und Hanno Müller-Brachmann. Es singt der Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner).

Das neue Jahr 2010 wird mit spritzigem Charme am 8. Jänner 2010 mit der konzertanten Aufführung der Opéra-bouffe La Grande-Duchesse de Gerolstein von Jacques Offenbach begrüßt. Unter der musikalischen Leitung von Hervé Niquet spielt das kammerorchesterbasel. Solisten sind u. a. Anne Sofie von Otter, Agatha Wilewska und Rolf Romei.

Die in Australien geborene amerikanische Sopranistin Danielle de Niese, die im September 2008 als Ginevra in Händels Ariodante am Theater an der Wien debütierte, gestaltet am 24. Jänner 2010 gemeinsam mit dem italienischen Barockensemble Il Giardino Armonico einen Abend mit Arien und Concerti von Georg Friedrich Händel.

Die Konzertserie „Beethoven am Uraufführungsort“ wird auch in dieser Spielzeit fortgeführt: Die Wiener Philharmoniker spielen unter der Leitung von Christian Thielemann Beethovens Schicksals-Symphonie sowie die Sinfonia pastorale.

Der Ausnahme-Violinist Julian Rachlin ist ein hoch geschätzter Gast am Theater an der Wien, hat er doch am 8. Jänner 2006 an der Inauguration des neuen Opernhauses mitgewirkt. Am 30. April und 2. Mai 2010 interpretiert Rachlin das Gesamtwerk Franz Schuberts für Violine, Viola und Klavier. Begleitet wird er von Itamar Golan.

Mitten in Manhattan, umrahmt von den 15–geschossigen Wohnhausburgen der vorletzten Jahrhundertwende, steht ein Denkmal von Giuseppe Verdi. Genau dieses Denkmal hat den Pianisten und Keyboarder Uri Caine, tief verwurzelt in der New Yorker Jazzszene, zu dem Projekt The Othello Syndrome inspiriert, das am 20. Oktober 2009 auf die Bühne des Theater an der Wien gebracht wird. Die musikalischen Grundideen Verdis werden von Caine in eine andere Musiksprache übersetzt. Der Ort des Geschehens verwandelt sich dabei in den musikalischen Schmelztiegel einer modernen Großstadt-Metropole mit Jazz und Pop-Elementen, Rhythm & Blues, Be Bop und elektronischen Sounds.
Bereits zum dritten Mal ist das Multitalent Goran Bregović mit seiner fulminanten Wedding and Funeral Band zu Gast. Anlässlich seines 60. Geburtstages präsentiert Bregović am 22. März 2010 ein neues Projekt: Orfeo.


KABINETTTHEATER & DIE NEUE „HÖLLE“

Auch das Souterrain des Theater an der Wien, seit 1906 „Hölle“ genannt, wird in der neuen Saison weiterhin bespielt. Das Kabinetttheater präsentiert ab 3. November 2009 ein Figurentheater zur Oper Philemon und Baucis von Joseph Haydn.

Ab 6. März 2010, zum 104jährigen Jubiläum der „Hölle“, der die seinerzeitigen Größen der Wiener Kabarettszene wie Heinrich Eisenbach, Hans Moser, Karl Farkas und Egon Friedell zu ihrem Erfolg verhalfen, präsentiert das Theater an der Wien einen historischen Ausflug in die alte „neue“ Hölle. Gezeigt werden Höhepunkte aus 20 Jahren Kabarett in authentischen Kostümen und prachtvoller Ausstattung. Das Projekt wird von Georg Wacks konzipiert und umgesetzt.