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Luci mie traditrici

Handlung

Sonntag, 14. Dezember 2008
19:30 Uhr

  1. 14.12.2008
  2. 19:30

Handlung

Der Renaissance-Komponist Carlo Gesualdo, eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Musikgeschichte, hat immer wieder nachfolgende Generationen inspiriert, so beispielsweise Igor Strawinski in den "Tres sacrae cantiones" sowie in der Madrigal-Bearbeitung Monumentum pro Gesualdo di Venosa ad CD annum. Ebenfalls eine Madrigal-Bearbeitung ist Le voci sottovetro des 1947 in Palermo geborenen Salvatore Sciarrino, dessen Auseinandersetzung mit Gesualdo in einer Burleske in der Tradition des sizilianischen Puppentheaters (Terribile e spaventosa storia del Principe di Venosa e della bella Maria) und in der 1998 uraufgeführten Oper Luci mie traditrici ihren Niederschlag findet.

1590 ermordet Gesualdo aus Eifersucht seine Gemahlin Maria d'Avoalos und deren Geliebten Fabrizio Carafa, und schon 1664 wird das blutige Ereignis in Il tradimento per l'onore von Giacinto Andrea Cicognini anhand einer fiktiven Personenkonstellation neu erzählt. Cicogninis barocke Tragödie nimmt Sciarrino zum Ausgangspunkt seiner Erzählung von der Vergänglichkeit der Liebe: Beschwören der Mann und seine Gemahlin am Morgen noch ihre ewige Liebe, so verfällt sie am Mittag leidenschaftlich einem Gast und gibt sich ihm hin. Der unglücklich in seine Herrin verliebte Diener verrät das intime Stelldichein, doch der Entehrte scheint seiner Gemahlin zu vergeben. Als sie jedoch Nachts den Vorhang zu ihrem Bette öffnet, findet sie dort die Leiche des Geliebten und stirbt durch den Dolch ihres Gemahls. Am Ende der Oper finden sich die beiden in der Intimität der ersten Szene wieder.

Die inneren Vorgänge der Protagonisten faszinieren den Komponisten und den Zuhörer, nicht das operntypische Gemisch aus sex and crime, und so schreibt Sciarrino lakonisch in seine Partitur: Poco succede, quasi niente. (Wenig geschieht, sozusagen nichts.)