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Katja Kabanova

Handlung

Premiere: Sonntag, 13. April 2008, 19.30 Uhr

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April 2008
13
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Handlung

Leoš Janácek schrieb Katja Kabanova kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, als er, 66-jährig und verliebt in eine weitaus jüngere Frau, in die produktivste Phase seines Lebens eintrat. Auf der Suche nach einem geeigneten Opernstoff war Janácek auf das Drama Das Gewitter des russischen Autors Alexander Ostrowski gestoßen. Die traumwandlerische Gestalt der Katja, die ihrer Vision von Glück bewusst ihr Leben opfert, beeindruckte den tschechischen Komponisten so sehr, dass er sich entschloss, Ostrowskis Tragödie über Schuld, Selbstanklage und Sühne in Musik zu setzen.


Die junge Katja lebt unter einem Dach mit ihrer despotischen Schwiegermutter Kabanicha. Tichon, Katjas Ehemann, ist zu schwach, um sich gegen die im Hause herrschende Tyrannei zur Wehr zu setzen. In Boris, der unter den Launen seines Onkels Dikoj zu leiden hat, glaubt Katja die große Liebe gefunden zu haben. Sie lässt sich auf eine Affäre mit ihm ein und versucht so der Zwangssituation aus bigotter Religiosität und erstarrter Tradition zu entkommen. Die Naturgewalt eines hereinbrechenden Gewitters entfacht in Katja jedoch heftige Gewissensbisse. Sie gesteht öffentlich den Ehebruch und trifft sich ein letztes Mal mit Boris. Wenig später birgt man ihren leblosen Körper aus der Wolga.

In nur fünfzehn Monaten schuf Janácek aus dem fünfaktigen Schauspiel eine dreiaktige Oper. Das Libretto verfasst der Komponist selbst, wobei er Ostrowskis Drama drastisch kürzte, ohne den realistischen und prägnanten Sprachstil des Dramas zu verlieren. Bei seinen musikalischen Portraits ging Janácek, wie in allen seinen Opern, vom individuellen Tonfall der gesprochenen Sprache aus. Dabei ist die mal kommentierende, mal klagende oder glückerfüllte und sich auflehnende Musik nicht einfach nur Untermalung der Handlung, sondern Ausdruck dessen, was die Personen denken und fühlen. Dies sei "Musik aus der Tiefe des Herzens" sagte der Janácek-Kenner und Übersetzer Max Brod treffend. Mit Katja Kabanova ist Janácek eine moderne sozialpsychologische Ballade gelungen. – Eine Oper über unerfüllte Lebensträume, die die Frage aufwirft, wie weit man sein Leben wirklich selbst gestalten kann.