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Jugendprojekt: Messiah

Handlung & Informationen

Premiere
Mittwoch, 23. April 2014
18:00 Uhr

Freitag, 25. April 2014
11:00 Uhr

Datum auswählen:

Mo Di Mi Do Fr Sa So
April 2014
23 25

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ENTSTEHUNG

Das diesjährige Jugendprojekt zu MESSIAH im Theater an der Wien startete im Herbst 2013. Anfang November fand das Informationstreffen statt, kurz darauf begannen bereits die ersten szenischen Wochenenden. Das Orchester – ein Barockensemble aus Profis und Jugendlichen, die ihr Instrument bereits gut beherrschen – zog im März 2014 mit Workshops und Proben nach. Für die Jugendlichen auf der Bühne gab es kein Casting, Voraussetzung für die Teilnahme waren Begeisterung und Leidenschaft für Musik und Theater.

Zu Allererst wurde den Jugendlichen das Oratorium von Georg Friedrich Händel ausführlich vorgestellt. Ein kurzes Vorsingen für die Mitwirkenden auf der Bühne diente dazu, die verschiedenen Stimmen kennen zu lernen. Bald begannen auch schon die Stimmbildungs-Einzelstunden sowie die wöchentlichen Chorproben. Einige Stücke waren schon zu Beginn für die Jugendlichen ausgewählt worden (For Unto Us A Child Is Born, Lift Up Your Heads, Halleluja).

Der Schwerpunkt der szenischen Workshops, die an 10 Wochenenden von November 2013 bis April 2014 stattfinden, lag zu Anfang auf Improvisation und freier Entwicklung. Begriffe aus dem Oratorium sowie verwandte Themen wurden ausgewählt und die TeilnehmerInnen konnten in kleinen Gruppen eigenen Szenen dazu entwickeln: Warten auf den Messias, über Leben und Tod, persönliche Erlebnisse, Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, Ausgrenzung, Schuld, Vorfreude und Reinigung. Es entstanden verschiedene Improvisationen, die vom Leading-Team gesammelt wurden und auf Basis derer eine Art Raster für ein eigenes Stück auf der Grundlage von Händels Oratorium entstand; darüber wurden ein dramaturgischer Bogen gespannt und weitere Musikstücke eingefügt.

Dass die „Geschichte“ eher abstrakt bleiben würde, war schon von Beginn an klar. MESSIAH sollte auch in der Jugendproduktion zum Denken und Nachdenken über sich selbst und den Sinn des Lebens anregen, so wie in Händels Oratorium. Die Jugendlichen wollten in ihrem Musiktheater nicht in religiöse Welten tauchen, sondern nahe am Leben bleiben und brachten viele Erfahrungen und Erlebnisse aus ihrem eigenen Leben mit ein.

Im Februar 2014 war die Struktur in groben Zügen festgelegt und seitdem wurde an Details gebastelt: Texte entstanden und wurden verfeinert, musikalische Übergänge überlegt, kleine solistische Aufgaben verteilt, Rollen detaillierter weiterentwickelt, Choreografien einstudiert und vieles mehr.

Parallel dazu begannen die MusikerInnen im März mit ihren Proben. Da alle Jugendlichen auf Originalinstrumenten (vergleiche „Historische Aufführungspraxis“) spielen sollten, wurden im Vorfeld der Orchesterproben Workshops zur Spielweise derer angeboten. In Kleingruppen setzten sich die jungen InstrumentalistInnen, die ihre Instrumente schon gut beherrschten, mit der Spielweise und den Instrumenten des Barock auseinander. Der grundsätzliche Unterschied zwischen den Streichinstrumenten besteht in der Bespannung der Saiten (Darmsaiten anstatt Metall oder Kunststoff) und in Bogenhaltung und -form.

Die gemeinsamen Proben auf der Bühne und im Orchestergraben im Theater an der Wien sind ab Mitte April angesetzt: Von da an wird es nochmal richtig spannend – die große Bühne, die Verstärkung über Mikroports, das Zusammenspiel Bühne-Orchester und die akustischen Gegebenheiten auf der Bühne sind eine große Herausforderung für die Jugendlichen.

INHALT DER JUGEND-PRODUKTION "MESSIAH"

TEIL 1: ANKUNFT – STAGNATION

Eine Gruppe von Menschen kommt in einem Haus/Hotel an, in einer Art Zwischenwelt. Ihr Leben steht still, sie wissen nicht mehr weiter und kommen weder vor noch zurück. Manche liegen im Koma, sind gerade gestorben oder befinden sich an einem Schneidepunkt ihres Lebens. Die Uhr tickt, die Zeit steht still (Nr. 1). Jede/r trägt einen Koffer mit persönlichen Sachen, Geschichten und Erinnerungen mit sich herum. Eine Rezeptionistin, die schon sehr lange in diesem Haus wohnt, verteilt Schlüssel und die Menschen ziehen sich anschließend in verschiedene Zimmer zurück (Nr. 2).

MUSIKSTÜCKE 1. TEIL:

Nr. 1: DIE UHR
Rhythmische Komposition plus Gesangssoli auf Basis von
For Behold, Darkness Shall Cover The Earth und The People That Walked In Darkness
Nr. 2: But Who May Abide
Arie, vier Soli


TEIL 2: REINIGUNG – VERÄNDERUNG

Ein Teddy bleibt einsam auf der Bühne zurück, bis nach und nach alle wieder aus ihren Zimmern kommen und sich begegnen (Nr. 3): Die Gruppe nimmt den Teddy immer deutlicher wahr und nimmt ihn in ihre Mitte. Der Teddy wird als „Franziskas Teddy“ vorgestellt, eine Art therapeutische Figur, dem sich Kinder und Jugendliche gerne anvertrauen – „die der Kindheit nachempfundene Unschuld“. Ihm erzählen die Menschen im Haus persönliche Geschichten aus ihrem Leben, sie sprechen über Verlust, Tod, Ewigkeit, Religion und Schuld. Ein Junge reinigt den Boden und spricht damit im übertragenen Sinne die psychische Reinigung an, die Veränderung im Leben, die langsam beginnt. Ein Mädchen krabbelt über den Boden und kann sich (noch) nicht von ihren mathematischen Formeln lösen, jemand hält sich für den Messias, zwei Mädchen besingen ihre Füße (Nr. 5) und ein anderes erzählt aus ihrem glücklichen Leben. Zunehmend entsteht Tumult und immer mehr Stimmen überlagern sich, ein Mädchen versucht schließlich, die „Nationen“ zu ordnen (Nr. 6). Die Stimmen mehren sich, alle wollen sich ausdrücken und von sich erzählen – bis alles explodiert und alle ermüdet zusammenbrechen. Langsam und kontrolliert richten sich nach und nach alle wieder auf und verstehen sich und die Welt Schritt für Schritt ein Stückchen besser (Nr. 7). Langsam ziehen sich die Menschen wieder in ihre Privatheit zurück (Nr. 8) –die Veränderung nimmt ihren Lauf.

MUSIKSTÜCKE 2. TEIL:

Nr. 3: Then Shall The Eyes Of The Blind
Rezitativ Solo
Nr. 4: For Unto Us A Child Is Born
Chor
Nr. 5: How Beautiful are the Feet
Arie, zwei Soli
Nr. 6: Why Do The Nations
Arie, ein Solo
Nr. 7: Surely, He Hath Borne Our Griefs
Chor
Nr. 8: And With His Strips
Chor, Quartett


TEIL 3: ERWACHEN – BEWEGUNG

Der Aufbau eines neuen Lebens beginnt (Nr. 9) – durch Reflexion, gegenseitigen Austausch und Nachdenken über sich selbst entsteht ein neues Bewusstsein. Die Koffer werden geholt und die Menschen wollen sich wieder auf ihren Weg machen. Plötzlich entsteht noch einmal eine Unsicherheit – schaffe ich das wirklich? Habe ich mich verändert? Die Koffer werden ausgetauscht und wieder von sich geworfen – brauche ich meinen Ballast noch (Nr. 10)? Ein kurzer Rückschritt in die Stagnation (Nr. 11) erinnert an alte Zeiten... aber diese sind vorbei (Nr. 12). Offenheit und Akzeptanz werden zum Schlüssel. Jede/r findet zu sich und akzeptiert sich und sein Leben – Bewegung kommt in die Gruppe, Zufriedenheit und Freude entsteht – ein Neubeginn. HALLELUJA.

Nr. 9: Lift Up Your Heads
Chor
Nr. 10: Since by Man Came Death
Chor
Nr. 11: Flashback: DIE UHR
Rhythmische Komposition
Nr. 12: He Shall Feed His Flock
Arie, drei Soli
Nr. 13: Behold I Tell You A Mystery
Rezitativ, ein Solo
Nr. 14: Hallelujah
Chor