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EURO.PER 2008

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Premiere: Dienstag, 10. Juni 2008, 20.00Uhr

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August 2014

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EurOper. Ein Fußballabend in der Hölle

Ich wollte etwas schreiben, das dieser großen heidnischen Messe würdig wäre, die so viele Sprachen zu sprechen vermag und so unterschiedliche Leidenschaften wecken kann. Schreibend wollte ich mit den Händen das tun, was ich mit den Füßen nie zu tun vermochte.


Das sagt Eduardo Galeano, der lateinamerikanische Intellektuelle, Schriftsteller, Soziologe und Theoretiker der Politik der Emanzipation, auf die verblüffte Frage, warum ausgerechnet er ein Buch über den Fußball geschrieben hat. Er ist ein glänzendes Beispiel dafür, dass die Faszination für diesen Sport spielend alle Grenzen überspringt: Nicht nur die geografischen, sondern auch die sozialen. Die Fußballbegeisterung kennt keine Klassenschranken - nicht die des Geldes, ebensowenig wie die der Herkunft, der Bildung, des Intellekts. Sogar eine Oper ist über den Fußball geschrieben worden!



In den Stadien gehts im Juni um den Sieg - nach dem Zweiten, dem Verlierer kräht kein Hahn. Nach dem Spiel entladen sich die aufgestauten, durch Sprechchöre und gesungene Hymnen noch angeheizten Spannungen. Aber was geschieht am Rand, im Abseits? Das Kabinetttheater schaut in der “Hölle” auch dorthin: Auf die Reservebank, in die Umkleidekabinen, in die während dem Spiel geisterhaft leeren Gänge des Stadions, unter den Rasen; auch auf die Chöre der vielen, die im Hintergrund arbeiten, an den Fahnen, den Fußballschuhen, die die Fußbälle nähen und die Trikots bedrucken, die all die Merchandising–Artikel herstellen, mit deren Verkauf Abermillionen verdient werden.



Und die Musik? Die Geräusche des Sports, des Tempos, der Kraft, haben Künstlerinnen und Künstler aller Sparten gerade in der ersten Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts in ganz neuer Form interessiert; Komponisten wie Erik Satie oder die Futuristen Luigi Russolo und Balilla Pratella fragen, warum das, was bisher als reiner Lärm abgetan worden ist, nicht ebenso Material für Musik sein darf? Sie öffnen so einen völlig neuen Klangraum, in dem sich heute ein solcher Abend bewegen kann: Ein ganzes Genre von Musik baut darauf auf, über Antheil, Edgar Varèse, Pierre Schaeffer bis zu Nonos “Fabbrica illuminata”, Ligeti, Steve Reich oder Frank Zappa. Material in Fülle, Ausgangspunkte für die Musik: Eine Art Collage, die der Komponist und Performer Wolfgang Mitterer finden, arrangieren, komponieren, improvisieren und live spielen wird. Mit Mitterer verbinden das Kabinetttheater viele Jahre einer fruchtbaren Zusammenarbeit, miteinander wurden einige größere Produktionen entwickelt, und in vielen gemeinsamen Vorstellungen hat sich ein großes Vertrauen und organisches aufeinander–Hören und miteinander–Spielen herausgebildet, das wechselseitig erlaubt, immer wieder einmal kräftig über die Stränge zu schlagen (“Mitterer hören und sterben” titelte einmal DER STANDARD über den “Klangberserker”).