King of the birds - Queen of the blood 13

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King of the birds - Queen of the blood

Programm

Premiere
Montag, 20. Juli 2009
21:00Uhr | Semperdepot

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Juli 2009
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27

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Maxwell Davies
Eight songs for a mad king

Salvatore Sciarrino
Infinito nero




Über die Produktion

King of the Birds – Queen of the Blood lautet der Titel der Sommerproduktion im Semper-Depot. Sie verknüpft zwei expressive zeitgenössische Monodramen zu einem Abend im Zeichen des visionären Erlebens: Eight Songs for a Mad King von Peter Maxwell Davies und Infinito nero von Salvatore Sciarrino.

Herzschlag. Atem. Stille. Dann eine weibliche Stimme, die hastig Sätze hervorstößt. Es sind die Visionen der Maria Maddalena de’ Pazzi, der bis heute eine Kirche in Florenz geweiht ist. Die adelige Nonne, die 1669 heilig gesprochen wurde, war nach langem Schweigen in einen Redefluss ausgebrochen, in dem sie Furcht erregende Einsichten über Gott und den Teufel verkündete. Der sizilianische Komponist Salvatore Sciarrino, Jahrgang 1947, hat sich von den überlieferten Texten zu einem Monodram für Frauenstimme und Ensemble mit dem Titel Infinito nero – estasi in un atto (1997/98) inspirieren lassen.

Inhaltlich ganz ähnlich gelagert, wenn auch in den musikalischen Ausdrucksmitteln und in der Klangwirkung völlig verschieden, ist das Monodram für Männerstimme und Ensemble, das der britische Komponist Peter Maxwell Davies, Jahrgang 1934, rund um den „verrückten“ König George III. komponierte, der seine Vögel das Singen lehren will; Eight Songs for a Mad King entstand 1969 und zählt mittlerweile zu den Klassikern des zeitgenössischen Musiktheaters. Die beiden Einakter werden nun von Regisseur Philipp Harnoncourt und dem Kabinetttheater gemeinsam mit dem Österreichischen Ensemble für Neue Musik (oenm) unter Johannes Kalitzke zu einem Abend im Semper-Depot verknüpft, der unsere rationale Gegenwart mit den
Unfassbarkeiten visionären Erlebens konfrontieren soll.

„Es geht in beiden Stücken um extrem interessante Außenseiter“, sagt Philipp Harnoncourt. „Sie repräsentieren ein ungewöhnliches Spektrum menschlicher Befindlichkeiten und sind mit Sicherheit keine Alltagsfiguren. Es handelt sich um Botschaften von Menschen, die anders ‚ticken‘ als wir, und ich bin vollkommen davon überzeugt, dass es sich lohnt, diesen ‚fernen‘ Menschen, den Verrückten und den Heiligen, die es überall und immer gibt, zuzuhören und damit auch aus unserer eigenen kleinlichen Nabelschau herauszutreten.“

Der im Kabinetttheater übliche skurrile Witz sollte zumindest beim Stück von Peter Maxwell Davies seine Wirkung entfalten. „Das wird die drastischere Arbeit sein“, erläutert Philipp Harnoncourt. „Der König ist eine pralle, extravertierte Figur, er ist zugleich historisch und dennoch märchenhaft, die Geschichte ist bewegt und hat auch reichlich englischen Humor.“ Sciarrinos Einakter mit seiner überaus fein gesponnenen, von extremen Pianissimi durchsetzten musikalischen Faktur verlangt hingegen auch szenisch eine besonders feine Klinge. „Wir haben ein Vorspiel erfunden, in dem die Geschichte mit Hilfe eines Spielers und seiner Puppe vorbereitet wird“, verrät Harnoncourt; „die Aktion selbst wird dann ganz minimalistisch, mit Objekten und Licht gestaltet.“