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Die Besessenen

Handlung / Video / Fotos

Premiere
Freitag, 19. Februar 2010
GEÄNDERTE BEGINNZEIT:
20:00 bis ca. 21:20 Uhr

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Mo Di Mi Do Fr Sa So
Februar 2010
19 21
23 25

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Wüste Gestalten, lodernde Leidenschaft, Geldgier, ein unheilstiftendes Handtuch und schließlich ein Mord: Mit diesen Ingredienzien reicherte der polnische Autor Witold Gombrowicz seinen im Jahre 1939 für die polnischen Zeitungen Morgen-Express und Roter Kurier verfassten Fortsetzungsroman Die Besessenen an. Jahrzehnte lang galt der Roman wegen des Krieges als verschollen, bevor er 1967 wiederentdeckt und in viele Sprachen übersetzt wurde. Nun hat der deutsche Schriftsteller Christoph Klimke für seine Libretto-Dramatisierung Gombrowicz’ Vorlage verdichtet und sich auf einzelne Handlungsstränge konzentriert.

Die egozentrische, junge und schöne Maja ist mit Cholawicki verlobt, dem vermeintlichen Erben eines alten, heruntergekommenen, aber an Kunstschätzen reichen Schlosses. Er soll mit seinem Erbe auch sie wohlhabend machen und gleichzeitig ihre Mutter vor dem Bankrott retten. Die materiellen Pläne werden jedoch von Leszczuk durchkreuzt, einem jungen (Tennis)-Spieler, in den sich Maja verliebt. Beide sind skrupellose Egoisten, mitschuldig
an der Selbstzerstörung der Gesellschaft, die von morbidem Verfall gezeichnet ist. Der Einzige, der sich wirklich für die Zukunft und die Bewahrung der Kultur des Landes einsetzt, ist der Kunsthistoriker Skolinski, der die Sammlung im Schloss begutachtet. Nicht nur von Besitz, sondern auch von seinem verschollenen Sohn besessen, ist hingegen der alte Fürst und Schlossherr. Die Besessenen enden schließlich in Zerstörung – am Schluss bleibt nur Desillusionierung.


Die Musik der Besessenen orientiert sich am Verhältnis der unterschiedlichen Zeiten, die durch die Personen des Stückes repräsentiert werden, in denen sie leben und denen sie sich zugehörig fühlen, und an dem Bild dieses seltsamen Spukgebildes, des Handtuchs, das die Menschen dieser Geschichte in Verwirrung stürzt. Elemente alter Musik und kommerzieller Medien verbinden sich mit der eigenen Klangsprache des Komponisten Johannes Kalitzke zu einem Gewebe struktureller Beziehungen, welches sich im Laufe des Stückes wie die Falten eines Tuchs, eines Fächers, der sich langsam schließt und eine bildlose Achse hinterlässt, formal zu einer Mitte verdichtet, die alles in sich aufsaugt.