Il complesso barocco - Agrippina

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Agrippina

Programm

Samstag, 26. September 2009
19:00 bis ca. 22:40Uhr

  1. 26.09.2009
  2. 19:00

Programm

Dramma per musica in drei Akten (1709)
Konzertante Aufführung in italienischer Sprache
Musik von Georg Friedrich Händel (1685-1759)
Libretto von Vincenzo Grimani

Vier Jahre verbrachte der junge Händel in Italien, ehe er gegen Ende seiner Reise am 26. Dezember 1709 im Teatro San Giovanni Grisostomo in Venedig Agrippina zur Aufführung brachte. Die Oper erlebte 27, im damaligen Italien äußerst seltene Anschlussaufführungen: ein außerordentlicher Erfolg für den 24-jährigen Komponisten. Händel erlebte in Venedig den Höhepunkt seines Italienaufenthaltes und zeigte sich im Dramma per musica äußerst experimentierfreudig, neben Dacapo-Arien komponierte er liedhafte Teile und kurze Ensembles. Unbekümmert mischte er schon Komponiertes mit kühnen Neuheiten. Das Libretto stammte vom Geistlichen und Diplomaten Kardinal Grimani, der mit genauen Charakterisierungen und der geschickten Verknüpfung der Handlungsstränge eine der dramaturgisch besten Vorlagen für eine Händel-Oper schuf. Zu seinem eigenen Nutzen, denn das Teatro San Giovanni befand sich im Besitz der Familie Grimani.

Kaiserin Agrippina will für ihren Sohn Nerone die Macht im Staat erringen. Er soll sich auf die Herrschaft vorbereiten und das Volk für sich gewinnen. Die Nachricht vom falschen Tod ihres Gatten Claudio löst ein satirisches, erotisches Intrigenspiel um die Vorherrschaft im alten Rom aus, in der Kardinal Grimani das Zeitalter unter Papst Clemens XI. und den Streit um die spanische Erbfolge mit viel Sinn für Pathos und Parodie darstellte. Im Gegensatz zur blutigen Geschichte gewährt Kaiser Claudio am Ende aber allen, was sie ursprünglich begehrt haben: Liebe den einen, Macht den anderen.

Voll des Lobes notierte Händels Biograf, der Theologe John Mainwaring über diese Spätblüte venezianischer Hofkultur: „Die Zuhörer bey der händelschen Vorstellung wurden dermaßen bezaubert, dass ein Fremder aus der Art, mit welcher die Leute gerühret waren, sie alle miteinander für wahnwitzig gehalten haben würde.“ Und enthusiastisch berichtet Mainwaring von der Aufführung: „So oft eine kleine Pause vorfiel, schryen die Zuschauer: Viva il caro Sassone, es lebe der liebe Sachse!“