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Tobias Moretti & Kammerorchester moderntimes

Handlung

Premiere: Dienstag, 30. Jänner 2007, 19:30 Uhr

  1. 31.01.2007
  2. 19:30

Fünfundzwanzig Musiker und ein Schauspieler führen die Zuschauer auf eine Zeitreise aus Sprache und Musik. Das Leitmotiv ist die kurze Kalendergeschichte Unverhofftes Wiedersehen von Johann Peter Hebel, die das Bergwerksunglück im schwedischen Falun zu einem Symbol für die großen gesellschaftlichen und geistigen Umwälzungen des frühen 19. Jahrhunderts verdichtet. Der harte Rhythmus der jungen industriellen Gesellschaft war schon so schnell geworden, dass der Ton der Literatur ihn nicht mehr ignorieren konnte.

Eine szenische Collage aus Poesie, Prosa, Musik, Geräusch und Licht entfaltet ein Spannungsfeld von der romantischen bis zur zeitgenössischen Literatur, vom musikalischen Sturm und Drang bis ins 20. Jahrhundert. Beschrieben wird eine Auf- und Abwärtsbewegung, die zweierlei versinnbildlicht: Eine sphärische Reise nach Innen – an die Angst-, Gefährdungs- und Sehnsuchtsorte der Seele – und die konkrete Fahrt unter Tage. Hebel, Heine, Rilke und Trakl zwingen der Erfahrung des unaufhaltsam Zerstörenden und Auflösenden Traum- und Sprachbilder ab. Utopien, Hoffnungen und Begeisterungen, die sich an den naturwissenschaftlichen Errungenschaften entzünden, kollidieren mit den gesellschaftlichen Folgen der technischen Entwicklung: Der Enthusiasmus für den Fortschritt verfliegt dann angesichts der frühindustriellen Verelendung.

Auch in der musikalischen Entwicklung ist dieser progressive Pulsschlag immer zu spüren: Joseph Martin Kraus, Joseph Haydn, Paul Wranitzky, Dimitrij Schostakowitsch und Arnold Schönberg setzen inhaltliche wie historische Akzente. Verdeutlicht wird dies sowohl durch den Übergang vom Barockensemble zum zeitgenössischen Orchester, als auch durch den Wechsel von Tonhöhe und Klangfarbe der Musik.