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VSPRS

Handlung

Beginn: Dienstag, 5. Juni 2007, 20:00 Uhr

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Juni 2007
05 06 08

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In seiner neuen Kreation "VSPRS" wendet sich Alain Platel, einer der renommiertesten zeitgenössischen Choreografen, der Marienvesper zu, die Claudio Monteverdi 1610 komponierte. Platel hatte das Stück zum ersten Mal im Alter von sechzehn Jahren in einer Kirche in Ghent gehört, "mit authentischen Barockinstrumenten, die nach jedem Satz leicht verstimmt waren." So scheint auch die Wahrnehmung seiner Protagonisten verzerrt und gestört: Platels Les Ballets C. de la B. widmen sich der Welt der Autisten, der Tourette-Patienten und Hysterie- Kranken. Angeregt durch die Arbeiten des Neurologen Oliver Sacks und durch die Filme, die der belgische Neurologe Arthur van Gehuchten im Jahre 1905 an der Universität von Loewen mit Patienten drehte, erforschen Les Ballets C. de la B. die Verhaltens- und Bewegungsmuster von Menschen, die auf Grund pathologischer Defekte in einer isolierten Welt leben.

Dennoch ist "VSPRS" keine medizinische Fallstudie. Vielmehr überführen Alain Platel und seine Tänzer die Ausnahmezustände dieser Menschen - Lust, Wut, Zärtlichkeit und Hingabe in die Ausschließlichkeit der Ekstase. Dabei durchdringen sie die Stadien des Ausgeliefertseins, deren körperliche und verbale Umsetzungen schon deshalb seltsam berühren, weil sie die Unschuld von Kindern beschwören.

Für den spirituellen Grundton von "VSPRS" beauftragte Alain Platel den belgischen Saxofonisten und Komponisten Fabrizio Cassol, der gemeinsam mit seinem Jazztrio Aka Moon, sowie Barock- und Zigeunermusikern seine Bearbeitung der religiösen Komposition spielt.