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Weihnachtsoratorium

Handlung

Beginn: Mittwoch, 12. Dezember 2007, 19:00 Uhr

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Dezember 2007
12 13 14
21

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Das Weihnachts-Oratorium gehört zweifellos zu den beliebtesten Werken der Adventszeit. Dies liegt sicher mit daran, dass es Johann Sebastian Bach gelungen ist, die Weihnachtsgeschichte in zugleich kunstvoller wie eingängiger Art und Weise "zu erzählen". Ähnlich wie bei der h-Moll-Messe hat man auch beim Weihnachts-Oratorium darüber gestritten, ob dieses Werk überhaupt als Ganzes oder als eine lose Folge von Einzelteilen anzusehen ist, die erst im Nachhinein zusammengefügt wurden. Trotz der jeweils neu beginnenden Seitenzählung bzw. der Datierung am Ende jedes Teils wiegen die Argumente für eine Einheit doch stärker: So hat Bach selbst von einem Oratorium gesprochen und die einzelnen Abschnitte als Pars, als Teil, und nicht als Kantate bezeichnet.

Auch beim Weihnachts-Oratorium hat Bach auf bereits bestehende Musikstücke zurückgegriffen, neue Texte unterlegt und den musikalischen Erfordernissen der zukünftigen Bestimmung durch Uminstrumentierung und Transposition Rechnung getragen. Mit wenigen Kunstgriffen vermochte der Thomaskantor dabei durch Figuren, Symbole oder Vortragsänderungen den Grundaffekt einer Arie gänzlich zu wandeln, ohne dem Satz Gewalt anzutun. Die Ausgewogenheit und Symmetrie aller Einzelteile zeigt sich beim Weihnachts-Oratorium in einem wohlüberlegten Tonartenplan, vor allem aber in der Disposition von groß angelegten Chören und schlichten Chorälen, von Arien, Duetten, Terzetten wie im Wechsel von Secco-Rezitativen und Accompagnati.

John Neumeier hat nicht nur mit seiner Ästhetik Ballettgeschichte geschrieben, sondern auch mit seinen außergewöhnlichen choreographischen und philosophischen Interpretationen großer sakraler Werke, wie Bachs Matthäus-Passion oder Mozarts Requiem. Auch im Weihnachts-Oratorium geht es Neumeier nicht um eine Bebilderung der biblischen Geschichte, sondern um die intellektuelle Auseinandersetzung mit dem Menschen.