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Semele

Handlung & Informationen

Premiere
Mittwoch, 15. September 2010
19:00 bis ca. 22:15 Uhr
(Pause ca. 20:30 Uhr)

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Mo Di Mi Do Fr Sa So
September 2010
15 17 19
21

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Handlung

1743 wählte Georg Friedrich Händel mit Semele einen Text, dessen Erfolg er 30 Jahre zuvor selbst verhinderte: William Congreve hatte 1707 den Stoff aus Ovids Metamorphosen zu einem englischen Libretto verarbeitet, das die Tradition Henry Purcells fortsetzen sollte. Aber 1711 etablierte Händel erfolgreich die italienische Oper in London, und erst nach 1725 verlangte das Publikum wieder nach englischen Opern. Händel stieß nun auf der Suche nach neuen Formen und Texten auf Congreves Semele. Als barocke Allegorie stellt das Stück eine moralische Warnung dar – „Ihr Menschen, strebt nicht nach mehr als euch zusteht!“ – aber Congreves Witz macht dazu aus dem moralisierenden Sinnbild ein amüsantes Sittengemälde des Rokoko.

Eine königliche Hochzeit steht bevor: Prinzessin Semele von Theben soll Prinz Athamas heiraten. Nur ist Semele bereits die heimliche Geliebte Jupiters und hat kein Interesse an dieser Ehe. Auf ihren Hilferuf hin entführt Jupiter sie vom Altar weg in einen himmlischen Palast. Allerdings fühlt sich Semele als Sterbliche unter den Göttern unzufrieden. Jupiters Gemahlin Juno will die Rivalin beseitigen. Da der Göttervater die Eifersucht seiner Frau kennt, lässt er den Liebespalast von Drachen bewachen. Juno ist Jupiter aber in Einfallsreichtum und Verwandlungsfähigkeit ebenbürtig: Mit dem Zauberstab des Somnus schläfert sie die Drachen ein und in Gestalt von Semeles Schwester Ino reizt sie deren Ehrgeiz: Sie könne die ersehnte Unsterblichkeit erlangen, wenn Jupiter sich ihr in seiner wahren Gestalt zeige. Semele fällt darauf herein. Sie verweigert sich, bis Jupiter schwört, ihr jeden Wunsch zu erfüllen – doch ihr Wunsch tötet sie: Semele verglüht angesichts der göttlichen Gestalt Jupiters. In ihrer Asche findet Jupiter das nicht geborene gemeinsame Kind, und die Welt erhält einen neuen Gott: Bacchus.

Semele sollte ursprünglich als Oratorium nur konzertant dargeboten werden. Händel legte daher in die Musik, was sonst in der Oper die Szene optisch zu leisten hatte. Es entstand eine seiner dichtesten Partituren: Inspiriert von Congreves geistvoller Sprache fand Händel in der Verschmelzung der Formen des Oratoriums mit denen der italienischen Oper zu neuer Freiheit und Intensität in der Schilderung der Geschehnisse und der Charakterzeichnung.