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Ariadne auf Naxos

Handlung / Videos / Fotos

Premiere
Samstag, 9. Oktober 2010
19:30 bis ca. 21:45 Uhr
(keine Pause)

Datum auswählen:

Mo Di Mi Do Fr Sa So
Oktober 2010
09
11 14 17
20 22

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Handlung

Als musikalische Ergänzung zu Molières Komödie Bürger als Edelmann war Ariadne auf Naxos geplant. Strauss fing nur langsam Feuer, Hofmannsthal musste ihm eindringlich den inneren Gedanken des Werkes schildern, um ihn zu inspirieren: „Verwandlung ist Leben des Lebens, ist das eigentliche Mysterium der schöpfenden Natur; Beharren ist Erstarren und Tod. Wer leben will, der muss über sich selber hinwegkommen, muss sich verwandeln: er muss vergessen. Und dennoch ist ans Beharren, ans Nichtvergessen, an die Treue alle menschliche Würde geknüpft.“ Beide feilten lange an dem Werk, es wuchs zu einer eigenständigen Oper, die schließlich den Molièreschen Text nicht mehr benötigte.

Der reichste Mann von Wien gibt ein Fest. Eine ernste Oper, „Ariadne auf Naxos“, ist eigens von einem jungen Komponisten geschrieben worden, berühmte Sänger sind engagiert, für die leichtere Unterhaltung soll Zerbinetta mit ihrer Commedia dell’arte-Truppe sorgen, ein Feuerwerk ist bestellt. Das Festmahl dauert länger als geplant, die Zeit wird knapp, das Feuerwerk lässt sich nicht verschieben. So befiehlt der Gastgeber, dass die Oper und die Commedia-Darbietung gleichzeitig stattfinden sollen. Komponist und Sänger sind in ihrer Ehre gekränkt, mit dem Komödianten-Pack auf einer Bühne erscheinen zu müssen, aber was hilft’s? Wer zahlt, befiehlt! So wirbelt Zerbinetta mit ihren Gefährten über Ariadnes wüste Insel, als Heilmittel gegen den Kummer der Prinzessin über Theseus’ Untreue empfiehlt sie ihre eigene unbekümmerte Polygamie. Ariadnes Kummer wird wirklich von einer neuen Liebe in Glück gewendet, nicht der ersehnte Tod holt sie, sondern der junge Gott Bacchus nimmt sie auf sein Schiff.

Die Zwangsfusion von Komödie und Tragödie ergibt durch die Spannung zwischen Leichtlebigkeit und Gefühlspathos ein lebensweises Stück über Liebe und Treue, Ideal und Realität. Das Libretto bietet mit den Querelen der Künstler im Vorspiel und dem Spiel im Spiel eine sich selbstreflektierende Kulturgeschichte der Oper, für die Strauss adäquate Musik lieferte: Er orientierte sich an den Formen des 18. Jahrhunderts, schuf daraus aber einen ganz eigenen Stil, der die barocken Klangvorstellungen reflektiert und darin auch musikalisch Hofmannsthals Thema wiedergibt: Das Bestehende verwandeln, um weiter Leben zu schaffen.