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Pygmalion & Anacréon

Inhalt

Sonntag, 19. Dezember 2010
19:30 Uhr

  1. 19.12.2010
  2. 19:30

Anacréon

Der Dichter Anakreon besingt in seinem Werk die lustvollen Seiten des Lebens: Wein, Liebe und Freundschaft. Er belässt es nicht bei grauer Theorie, er lebt vor, was er in seinen Gedichten empfiehlt: Mit seinem Gefolge und seiner Geliebten Lykoris feiert er ausgelassen die Götter Bacchus und Amor mit Gesang und Tanz. In das fröhliche Fest platzt die strenge Priesterin des Bacchus mit ihren Getreuen. Sie verdammt eine Vermischung der Kulte von Bacchus und Amor und versucht daher, dem Treiben Anakreons Einhalt zu gebieten. Sie erhält Hilfe von Agathokles und seinen Freunden. Anakreons muntere Gesellschaft wird rüde vertrieben. Der Dichter versteht diesen Zwist nicht, sind doch die Gaben Amors und Bacchus’ für ihn untrennbar miteinander verbunden: „Bacchus, mit welcher Gewalt willst du die Liebe aus meinem Herzen vertreiben? Wenn in mir die Begierde noch stärker brennt, so durch die Wirkung deiner Macht.“ Erschöpft durch diese existentielle Glaubenskrise schläft Anakreon ein in seinem Versteck, in das er sich vor der wütenden Bacchus-Priesterin geflüchtet hat.
Er wird von einem Gewitter geweckt. In dem Tosen hört er ein Kind weinen, findet es und holt es zu sich. Es handelt sich um Amor, der seinen treuen Diener wieder auf den rechten Weg zurückbringen will, von dem ihn die Bacchuspriesterin abgebracht hat. Anstatt zu schlafen, soll Anakreon seine Lykoris suchen, die sich grämt, weil er nicht bei ihr ist. Anakreon zweifelt an ihrer Liebe, da er schon alt, sie aber noch jung ist – vielleicht sollte er sich wirklich auf die Freuden des Bacchus beschränken. Amor kann ihn beruhigen: „Ich weiß, dass Lykrois nicht den Herbst des Geliebten, der sie verlassen, für den Frühling des Adonis hergegeben hätte.“ Beglückt fällt Anakreon Amor zu Füßen. Der Gott führt die Liebenden wieder zusammen. Amor gelingt es auch, die Priesterin des Bacchus davon zu überzeugen, dass beide Götter positiv zusammenwirken und daher auch zusammen verehrt werden dürfen. Am Ende preisen alle Bacchus und Amor, es wird geliebt, getrunken und getanzt.


Pygmalion

Der Bildhauer Pygmalion beklagt sich bei der Göttin der Liebe über sein Schicksal: Er hat nach seiner Phantasie eine Statue einer schönen Frau geschaffen und ist nun unsterblich in sie verliebt. Céphise, die schon lange um Pygmalion wirbt, erkennt in der Statue ihre Rivalin. Pygmalion gibt zu, für sein eigenes Werk entbrannt zu sein, und deutet diese unerfüllbare Liebe als Strafe dafür, dass er Céphises Zuneigung abgewiesen hat. Enttäuscht und verständnislos wendet sich Céphise endgültig von Pygmalion ab.
Allein mit seiner Statue ruft Pygmalion in verzweifelter Entzückung Venus an, sie möge ihn von seiner Leidenschaft befreien. Venus aber wirkt ein Wunder: Die Statue wird lebendig. Als der Blick der zum Leben Erwachten das erste Mal auf Pygmalion fällt, ist sie sogleich in ihn verliebt: „Ich sehe ihn und empfinde die süßeste Wonne.“
Den beiden Liebenden erscheint die Göttin der Liebe. Sie erklärt, dass sie Pygmalions Kunstwerk, aus Liebe geschaffen, gerührt belohnen wollte. Ihre Grazien lehren die Statue, angemessen mit ihrem anmutigen Körper umzugehen: Sie erteilen ihr Tanzunterricht. Das Volk kommt herbei und erfährt von dem Wunder, Pygmalion feiert die Göttin der Liebe.