Program 2014|15

Wo eine neue Spielzeit beginnt, hat zuvor eine andere geendet, wo ein Künstlerensemble begrüßt wird, ist zuvor ein anderes verabschiedet worden. Çig˘dem Soyarslan, Gaia Petrone, Rupert Enticknap, Andrew Owens, Ben Connor und Igor Bakan haben dem Jungen Ensemble des Theater an der Wien (JET) in den vergangenen zwei Jahren Gesichter, Stimmen und konkrete Künstlerpersönlichkeiten geliehen und sind nun in die weite Opernwelt verabschiedet worden. Es waren arbeitsreiche Jahre mit sieben Opernproduktionen in der Kammeroper, mit Konzerten, Meisterkursen, Gastspielen in Amsterdam und Russland… Es waren Jahre persönlichen Wachstums, großer Emotionen und Herausforderungen. Versüßt wird dieser Abschied durch die Gewissheit, dass alle unserer bisherigen JETs ihren Weg als Künstler gehen und wir sie künftig auch in Wien wiedererleben werden.

Zweifellos wird die einmalige Musiklandschaft Wiens auch die jungen Künstler unseres neuen JET bezaubern und zu Höchstleistungen motivieren. Gan-ya Ben-gur Akselrod aus Israel kennen Sie bereits aus der vergangenen Spielzeit, auch die polnische Mezzosopranistin Natalia Kawałek-Plewniak war im Vorjahr schon zu Gast. Auf ihre neuen Aufgaben freuen wir uns ebenso wie auf die Neuzugänge dieses Jahres: die litauische Sopranistin Viktorija Bakan, den weißrussischen Tenor Vladimir Dmitruk, den Bariton Tobias Greenhalgh aus den USA und den österreichischen Bass Christoph Seidl.

Der Spielplan für diese dritte Spielzeit des Theater an der Wien in der Kammeroper umfasst neben den bewährten Portraitkonzerten – die heuer auch bequem als Zyklus erhältlich sind – gleich 6 Opern an 5 Abenden. Die russischste aller Opern, Tschaikowskis auf Puschkins gleichnamigem Versepos basierender Eugen Onegin, wird in einer musikalisch wie szenisch bewegenden Kammerfassung gezeigt. Spannend wie ein Hitchcock-Krimi wird im Dezember Händels Rinaldo. Für Lera Auerbachs The Blind (österreichische Erstaufführung) konnten wir erstmals den hochgeschätzten Arnold Schoenberg Chor auch für die Kammeroper gewinnen. Eine echte Rarität werden wir zu Ostern mit der Gassmann-Goldoni-Buffooper Gli uccellatori (Die Vogelfänger) ausgraben. Zum Abschluss dieser Spielzeit wird es gleich im Doppelpack französisch: herzerfrischend komisch mit Ravels L’heure espagnole und liebenswert-verrückt mit Poulencs Les mamelles de Tirésias.

Wir freuen uns auf die Herausforderungen einer vielseitigen Spielzeit mit interessanten neuen Künstlern und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen in der Kammeroper.

Sebastian F. Schwarz
Künstlerischer Leiter und Geschäftsführer Kammeroper