Projects Season 09|10

© Yann Bagot

© Yann Bagot

Benjamin Britten: DEATH IN VENICE

Projektzeitraum: September ’09
Anmeldeschluss: 2. 9. 09
Premiere: Donnerstag, 17. 9. 09

Aus Mann mach Visconti, aus Visconti Britten und von Britten komm bitte wieder zurück zu Mann. Mythologie, Décadence, Apollon, Dionysos und Aschenbach lass auch nicht außer Acht. Dann alles gut durchschütteln und fertig ist das Schulprojekt ‐ so einfach ist das Ganze natürlich nicht, aber die Fantasie der SchülerInnen kennt hoffentlich keine Grenzen.

Gleich ob Schriftsteller oder Komponist ‐ Gustav von Aschenbachs Grundgeschichte bleibt immer dieselbe: Ein alternder Künstler wird von seinen eigenen, ihm bisher unbekannten Gefühlen überrascht. Der typisch Mann’sche Gegensatz von Sinnlichkeit und Strenge wird auch in der Oper weitergetragen und äußert sich in Brittens Musik. Gibt es ein Leben im Gleichgewicht von Ordnung und Vernunft gegenüber Rausch und Chaos? Ein Thema, das gerade in der Adoleszenz immer wieder zu denken gibt.

Geeignet für Musik-, Deutsch-, Englisch- und Geschichtsunterricht sowie Kunsterziehung.

© Emmanuel Polanco (Colagène)

© Emmanuel Polanco (Colagène)

Hans Werner Henze: DER PRINZ VON HOMBURG

Projektzeitraum: Oktober/November ’09
Anmeldeschluss: 15. 10. 09
Premiere: Donnerstag, 12. 11. 09

„Glauben Sie mir: Kleist ist unkomponierbar“, meinte einst Richard Strauss. „Glauben Sie mir: Henze ist SchülerInnen nicht zumutbar“, meinten kritische Stimmen. Beides ist nicht wahr. Ingeborg Bachmann schrieb ein Opernlibretto, das den preußischen Militarismus spielerisch in Frage stellt, und Hans Werner Henzes stilistische Vielfalt verblüfft und überrascht jedes Mal aufs Neue. Widerstreit von Vernunft und Gefühl, von Verstand und Herz, der Wunsch nach Gesetz und Ordnung, die Gewalt der Herrschenden und die Frage nach Widersetzung, Auflehnung, Mut und Freiheit lassen unzählige Diskussionen zu.

Komponist Thomas Heinisch wird Henzes Musik gemeinsam mit den SchülerInnen erarbeiten und Prof. Udo Jesionek die Fragen nach Recht und Gesetz diskutieren. Eine explosive Mischung für mutige Schulklassen!

Geeignet für Musik-, Deutsch-, Geschichts-, Ethikunterricht, Kunsterziehung, Sozialkunde, Psychologie- und Philosophieunterricht.

© Emanuel Polanco (Colagène)

© Emanuel Polanco (Colagène)

Joseph Haydn: IL MONDO DELLA LUNA

Projektzeitraum: November/Dezember ’09
Anmeldeschluss: 9. 11. 09
Premiere: Samstag, 5. 12. 09

Eine komische Oper in drei Akten ‐ doch was ist das Komische an einer Oper? Zunächst wäre hier der Text von Carlo Goldoni zu nennen, des berühmten italienischen Komödiendichters und Librettisten; außerdem die Musik von Joseph Haydn, die sowohl die Leute zu unterhalten versteht als auch zum Lachen bringt. Doch jedes komische Werk hat auch seine ernsten Seiten, in Il mondo della luna geht es hintergründig um die Gefühle und die Seele der beteiligten Menschen. Ist es legitim, jemanden in einen anderen Zustand zu versetzen, um die eigenen Ziele zu verfolgen? Oder ist der entrückte Zustand sogar angenehmer als die Nüchternheit? Wohin würden wir heutzutage fliehen, da der Mond schon entzaubert ist? Welche Grenzen kennt die Fantasie?

Was die Inszenierung von Tobias Moretti bringt, davon lassen wir uns überraschen, für musikalische Top-Qualität sprechen Nikolaus Harnoncourt und sein Concentus Musicus.

Geeignet für Musik-, Deutsch-, Italienischunterricht und Kunsterziehung, ev. auch Naturwissenschaften.

(c) Helene Rajcak

(c) Helene Rajcak

Johannes Kalitzke: DIE BESESSENEN

Projektzeitraum: Jänner/Februar ’10
Anmeldeschluss: 25. 1. 10
Uraufführung: Freitag, 19. 2. 10

„In dieser Welt voll Unklarheit und Rätsel, Dämmerung und Trübheit, Seltsamkeit und Irrtum gibt es immer eine untrügliche Wahrheit ‐ die Wahrheit des Charakters!“ ‐ so endet Witold Gombrowicz’ intelligenter, psychologisch scharfsinniger sowie ironischer und spannend erzählter Schauerroman. Besessen. Von sich selbst, von anderen Menschen, von der Liebe, der Lust nach Leben, von Besitz, Reichtum und Macht, von bösen Geistern... Wie weit kann ein Mensch sich kontrollieren? Wo beginnt der Wahnsinn? Können fremde Mächte die eigene Persönlichkeit in Besitz nehmen und inwieweit beeinflussen sich Menschen gegenseitig? Gut und Böse, Moral, Schuld, Liebe und Besessenheit ‐ die Themen im Roman sind vielfältig und geben viel Spielraum für Diskussionen, ebenso das Libretto und die Oper selbst.

Wie kommt man dazu, eine Oper zu schreiben? Wie wird aus einem Roman ein Libretto? Bleiben die Charaktere dieselben? Wie lange dauert es, die Musik dazu zu komponieren? Nicht alle Tage können wir diese Fragen noch lebenden Personen stellen ‐ bei dieser Uraufführung bietet sich die Gelegenheit.

Geeignet für Musik-, Deutsch-, Ethikunterricht, Kunsterziehung, Sozialkunde, Psychologie- und Philosophieunterricht.

© Caroline Gamon

© Caroline Gamon

Christoph Willibald Gluck: IPHIGÉNIE EN TAURIDE

Projektzeitraum: Februar/März ’10
Anmeldeschluss: 22. 2. 10
Premiere: Sonntag, 14. 3. 10

Sowohl vor als auch nach Christoph Willibald Gluck (1714-1787) wurde der Iphigenie-Stoff unzählige Male bearbeitet: Von Euripides über Racine, Goethe, Gerhart Hauptmann, Rainer Werner Fassbinder bis hin zu dem griechischen Film „Ifigenia“ von Michael Cacoyannis gibt es viele Anknüpfungspunkte für verschiedene Unterrichtsfächer. Ein Klassiker zur Zeit der Aufklärung: In Iphigénie en Tauride konnte Gluck seine Reformgedanken 1779 voll entfalten und setzte damit einen Meilenstein in der Musikgeschichte ‐ den Streit mit den Piccinisten, den Anhängern der italienischen Oper, entschied er mit strahlendem Erfolg für sich. Von da an galt die Barockoper mit ihrer strengen Form als überholt.

Geeignet für Musik-, Deutsch-, Französisch, Latein-, Geschichts-, Psychologie- und Philosophieunterricht.

© Marc Bellini

© Marc Bellini

Carl Maria von Weber: DER FREISCHÜTZ

Projektzeitraum: März/April ’10
Anmeldeschluss: 22. 3. 10
Premiere: Montag, 19. 4. 10

„Mich umgarnen finstere Mächte...“ Max, ein jugendlicher Träumer und Fantast, muss seine Männlichkeit unter Beweis stellen und geht dafür einen Pakt mit dem Teufel ein. Er will sein unbeschwertes Jagdglück zurück gewinnen. Eine harte Prüfung, die Max auf seinem Weg in die Erwachsenenwelt ablegen muss. Alleine traut er es sich nicht zu, ihm fehlen Selbstvertrauen und Mut. Nun sucht er Hilfe von außen, um seine Versagensangst in den Griff zu bekommen. Die jugendliche Unbeschwertheit und Unschuld gehen verloren unter dem Druck, in der Realität bestehen zu müssen. Angst, Bedrohung und Scheitern sind die großen Themen dieses romantischen Märchens. Das Motiv „Mir ist so bang, o bleibe!“ zieht sich durch die Oper und wird immer wieder aufgegriffen.

Treffsicher, zielgerichtet, vortrefflich ‐ der Freischütz erfüllt alle Ansprüche, die an eine deutsche romantische Oper gestellt wurden. Der Mut zur ersten Operninszenierung von Filmemacher und Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky verheißt Spannung und interessante Ansätze. Wie unterschiedlich sind Film- und Opernregie?

Geeignet für Musik-, Deutsch-, Ethikunterricht, Kunsterziehung, Psychologie- und Philosophieunterricht.