Probenstart von Medea in der Kammeroper
Unter der Regie von Corinna von Rad und der musikalischen Leitung von Benjamin Bayl entsteht ein Musiktheaterabend, der den bekannten Mythos aus heutiger Perspektive betrachtet. Grundlage dafür sind Texte unter anderem von Euripides und Franz Grillparzer sowie Musik von Georg Friedrich Händel, Marc-Antoine Charpentier und weiteren barocken Komponisten.
Medea zählt zu den am stärksten verurteilten Frauenfiguren der Antike, doch ihre Geschichte ist weit komplexer als das Bild der Kindsmörderin. Sie erzählt von Liebe, Verrat, Heimatverlust und davon, wie sehr die Sichtweise der Erzählerinnen und Erzähler die Wahrnehmung einer Figur prägt. Während barocke Opern Medea häufig als Furie darstellten, setzte Grillparzer im 19. Jahrhundert erstmals einen differenzierteren Akzent. Seit dem 20. Jahrhundert wird zunehmend hinterfragt, warum ihre Geschichte so lange ausschließlich aus männlicher Perspektive überliefert wurde.
Die Produktion untersucht, wie eine Medea-Erzählung im Jahr 2026 aussehen kann und verbindet historische Bearbeitungen mit aktuellen Fragestellungen. Besonders freut es uns, dass diese Produktion wieder in Kooperation mit der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (Felix Pacher, Rolle: Kreon) im Rahmen des CAMPUS-Programms entsteht.
Premiere von "Medea" ist am 17. März 2026, weitere Informationen zur Produktion sind hier zu finden.
