Medea feiert Premiere in der Kammeroper
Am vergangenen Dienstag feierte mit Medea ein ungewöhnliches Musiktheaterprojekt Premiere in der Kammeroper. Regisseurin Corinna von Rad und Dirigent Benjamin Bayl begaben sich auf literarisch-musikalische Spurensuche und öffneten neue Sichten für diese spannende Frau. In Barockopern wurde sie meist als rasende Furie dargestellt, doch um 1820 ergriff Franz Grillparzer in seiner Trilogie Das goldene Vlies Partei für sie, und spätestens seit Mitte des 20. Jahrhunderts wagt die Kulturgeschichte einen anderen Blick auf die bis dahin verschriene Figur: So wurde etwa angeprangert, dass ihre Geschichte stets aus männlicher Sicht erzählt wurde, in der eine die maskuline Welt ins Schwanken bringende Figur naturgemäß nicht ohne Vorurteile dargestellt wurde. Ein Abend, der auch aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen ins Visier nimmt und zum Nachdenken anregt.
Das Publikum bedachte die Produktion mit viel Applaus und akklamierten Schauspielerin Lisa-Katrina Mayer als Medea, an ihrer Seite die Sänger*innen Johannes Bamberger, Johanna Rosa Falkinger, Alois Mühlbacher und Felix Pacher zu erleben. Einhelliger Beifall auch für Regie, Dirigat und das Bach Consort Wien.
