Stiffelio feiert Premiere
Im MusikTheater an der Wien feierte am 13. Mai Giuseppe Verdis selten gespielte Oper Stiffelio Premiere. Das Werk, das 1850 aufgrund seines Themas für Diskussionen sorgte, zeigt auch heute noch seine Relevanz. Im Mittelpunkt steht der Prediger Stiffelio, der nach seiner Rückkehr erfährt, dass seine Frau Lina ihn betrogen hat. Die Oper zeigt keinen klassischen Eifersuchtsplot, sondern die innere Auseinandersetzung eines Mannes, der zwischen persönlicher Verletzung, religiöser Verantwortung und dem Anspruch an moralische Integrität gefangen ist.
Regisseur Vasily Barkhatov konzentriert sich auf die psychologische Klarheit der Figuren. Gemeinsam mit Bühnenbildner Christian Schmidt, Kostümbildnerin Stefanie Seitz, Lichtdesigner Alexander Sivaev und Videokünstler Andreas Deinert entsteht eine dichte, atmosphärische Umgebung, in der Nähe und gesellschaftlicher Druck eng miteinander verwoben sind.
Jérémie Rhorer dirigierte das ORF Radio Symphonieorchester Wien, der Arnold Schoenberg Chor sang unter der Leitung von Erwin Ortner.
Die Besetzung mit Luciano Ganci, Joyce El Khoury, Franco Vassallo, Štěpánka Pučálková, Alessio Cacciamani, Luigi Morassi und James Kryshak formte ein geschlossenes Ensemble, das die emotionalen und moralischen Konflikte des Stücks eindringlich vermittelte. Das Publikum dankte allen Mitwirkenden am Schluss mit anhaltendem Applaus.


