Letzte Premiere in der Kammeroper
Mit dem Doppelabend Lady Magnesia und Zweimal Alexander feierte die Kammeroper gestern ihre vorerst letzte Premiere. Es war ein Abend, der das Publikum mit Witz, Tempo und musikalischer Raffinesse in seinen Bann zog. Zwei Einakter, zwei Komponisten, zwei Blicke auf das ewige Thema der Eifersucht und ein Musiktheaterabend, der sich lustvoll jeder Schublade entzieht.
Mieczysław Weinbergs Lady Magnesia aus dem Jahr 1975, nach George Bernard Shaws bitterböser Farce, entfaltet eine rabenschwarze Komödie über Mordpläne, Manipulation und die Kunst, ein Gespräch zur Waffe zu machen. Bohuslav Martinůs Zweimal Alexander von 1937 treibt das Spiel der Verwechslungen auf die Spitze. Ein Ehemann testet die Treue seiner Frau und löst damit erst recht ihre Fantasie aus.
Irene Delgado-Jiménez leitete das Wiener KammerOrchester und formte gemeinsam mit der Regisseurin Anna Bernreitner einen Abend, der die feinen Brüche, jazzigen Intermezzi und die überbordende Fantasie beider Komponisten lustvoll auskostete. Bühne und Kostüm von Manfred Rainer und Hannah Öllinger, die Choreografie von Steffi Wieser und das Lichtdesign von Franz Tscheck schufen einen Raum, in dem Absurdität und Eleganz einander die Hand reichen.
Das Publikum feierte alle Mitwirkenden mit langen Ovationen: Josefine Göhmann als Lady Magnesia und Armande, Peter Kirk als Sir George und Oskar, Jacob Phillips als Alexandre und Adolphus Bastable, Timothy Edlin als Das Porträt und Wilma Kvamme als Phyllis und Philomène. Dazu die Tänzer*innen Johann Ebert, Tíria Krisztina Palkovics und Antoinette Pylarinu.







