nach unten scrollen225 JAHRE THEATER AN DER WIEN
Was bleibt, ist das Jetzt.
Am 13. Juni 1801 hob sich um 7 Uhr abends der Vorhang für die Eröffnungsvorstellung des neu erbauten Theaters an der Wien. Damit begann die Geschichte eines Theaters, das zum Schauplatz einiger der wichtigsten Uraufführungen der Musikgeschichte werden sollte und das heute zu den ältesten noch bespielten Häusern der Stadt zählt. Das Theater an der Linken Wienzeile war von Anfang an durch ein vielseitiges Programm geprägt, zu dem Oper, Konzert und Tragödie genauso zählten wie Volksstück, Posse, Zaubermärchen und Spektakel. Später wurde das Haus zum wichtigsten Operettentheater der Stadt, im 20. Jahrhundert dann zum Zentrum großer Musicalproduktionen und ist seit 2006 ein Opernhaus. Heute steht das MusikTheater an der Wien für ein Programm, in dem Musiktheater aus vier Jahrhunderten und in all seinen Ausprägungen lebendig wird.
Der Bau dieses Theaters wäre nicht realisierbar gewesen ohne die 1776 von Joseph II. verlautbarte „Spektakelfreiheit“, die eine bürgerliche Theaterkultur außerhalb der Wiener Stadtmauern aufblühen ließ. Emanuel Schikaneder, Schauspieler, Sänger, Autor und Theaterprinzipal, hatte 1791 im Freihaustheater an der Wieden auf der anderen Seite des Wienflusses gemeinsam mit Wolfgang Amadeus Mozart aus Wiener Volksstück und großer Oper ein Werk geschaffen, dessen Erfolg bis heute anhält: Die Zauberflöte. Die Erlöse aus diesem Erfolgsstück ermöglichten den Bau des neuen Theaters an der Wien, des damals größten und bühnentechnisch am besten ausgestatteten Theaters der Stadt. Das Papageno-Tor an der Léhargasse erinnert noch heute an den Gründungsdirektor Emanuel Schikaneder.

In den folgenden Jahrzehnten ist viel passiert im Theater an der Wien: Ludwig van Beethoven führte hier nicht nur Sinfonien und Orchesterwerke auf, sondern auch die ersten beiden Fassungen seiner einzigen Oper Fidelio. Mit Ferdinand Raimund und später Johann Nestroy treten Mitte des 19. Jahrhunderts die wesentlichen Vertreter des Altwiener Volkstheaters hier auf. Ab den 1860er Jahren eroberte das neue Genre der Operette die Bühne: Ganz wienerische Stücke liefern die Hauskomponisten Franz von Suppè und Carl Millöcker, daneben begeistern die aus Frankreich importierten und von Nestroy übersetzten Operetten von Jacques Offenbach. Ab 1871 sollte Johann Strauß fast alle seine Operetten hier zur Uraufführung bringen. Daraufhin machten Franz Lehár, Emmerich Kálmán, Leo Fall, Ralph Benatzky und Paul Abraham das Theater an der Wien zu einem Mekka der Operette bis zur Schließung des Hauses 1938. Bis dahin wurde auch im Keller des Theaters gespielt: Ab 1906 bestand das Kabarett Die Hölle, in dem Größen wie Fritz Grünbaum, Karl Farkas, Hans Moser und Hugo Wiener auftraten und für das Ralph Benatzky oder Franz Léhar komponierten. 1945 wird das Haus als Ersatzspielstätte der Wiener Staatsoper wieder geöffnet und stellt mit seiner Intimität ideale Bedingungen für das legendäre „Wiener Mozartensemble“ bereit. 1962 wird das Theater an der Wien zum Spielort der Wiener Festwochen – jenseits dieses Festivalbetriebs werden vor allem Broadway-Musicals in deutscher Übersetzung auf die Bühne gebracht. Long-Run-Shows wie Cats (ab 1983), Das Phantom der Oper (ab 1988) oder Elisabeth (ab 1992) folgen. 2006 schließlich wird das Theater an der Wien unter Intendant Roland Geyer zum reinen Opernhaus umgewidmet. 2022 übernimmt Stefan Herheim die Intendanz und benennt das Haus programmatisch um in MusikTheater an der Wien: ein Theater, das sich ganz dem Zusammenspiel von Musik, Drama und Bühnenkunst verschreibt, höchsten künstlerischen Maßstäben verpflichtet ist und immer wieder aufs Neue die Möglichkeiten dieser einzigartigen Kunstform erkundet.
Wagen Sie mit uns gemeinsam den Schritt in die Zukunft dieses traditionsreichen Hauses!
