Rappresentatione di Anim et di Corpo 01 © Werner Kmetitsch© Werner Kmetitsch

Rappresentatione di Anima et di Corpo

Erste Premiere am 19. September 2021 mit der ersten vollständig erhaltenen Oper

Das Theater an der Wien der Vereinigten Bühnen Wien, ein Unternehmen der Wien Holding, startet mit der Spielzeit 2021/22 in seine sechzehnte Saison. Im Zentrum stehen zwölf Premieren im Theater an der Wien und in der Kammeroper – von der Geburtsstunde der Oper bis in die Gegenwart: Der Opernreigen wird am Sonntag, 19. September 2021, eröffnet. Giovanni Antonini, der Originalklang- Maestrissimo musiziert mit seinem Barockensemble Il Giardino Armonico im Theater an der Wien die erste Oper überhaupt: „Rappresentatione di anima, et di corpo“ von Emilio de’ Cavalieri aus dem Jahre 1600. Sängerin Anett Fritsch verkörpert die Rolle von „Anima, die Seele“ und Daniel Schmutzhard steht als „Corpo, der Körper“ auf der Bühne.

„Das Theater an der Wien spielt seit 2006 in der Top-Liga der Stagione-Opernhäuser weltweit. Auch in der sechzehnten Spielsaison werden zahlreiche hochkarätig besetzte Premieren gezeigt, darunter gleich zu Saisonbeginn ein absolutes Highlight: Das erste vollständig erhaltene und gedruckte Musiktheaterstück, unter der Leitung von Star-Dirigent Giovanni Antonini“, so Wien Holding-Geschäftsführer Kurt Gollowitzer.

„Nach dem fulminanten Saisonstart Ende August mit dem Hamburg Ballett freuen wir uns auf diese erste Opernpremiere im Theater an der Wien. Der international gefeierte Opern-regisseur Robert Carsen kehrt mit dieser Neuproduktion an das Haus zurück. Soeben erschien seine letzte erfolgreiche Regiearbeit für das Theater an der Wien auf DVD und Blu-ray: Der Barockopern-Hit ‚Platée‘, aufzeichnet während des letzten Lockdowns im Dezember 2020“, so Franz Patay, Geschäftsführer der Vereinigten Bühnen Wien.

„Zu Beginn dieser Spielzeit gehen wir ganz an den Anfang der Operngeschichte und laden unser Publikum ein in das geistlich-allegorische Musiktheater ‚Rappresentatione di anima et di corpo‘ des Römers Emilio de‘ Cavalieri von 1600 einzutauchen. Robert Carsen, der das Theater an der Wien die letzten fünfzehn Jahre mit seinen Erfolgsinszenierungen entscheidend geprägt hat, inszeniert mit dieser Kostbarkeit die zehnte Neuproduktion für unser Haus. Das
Originalklangensemble Il Giardino Armonico und dessen Gründer und Dirigent Giovanni Antonini machen dieses Frühwerk zu einem besonderen Klangerlebnis“, so Roland Geyer, Intendant des Theater an der Wien.

Die Geburt der Oper

Emilio de’ Cavalieri pendelte sein Leben lang wie die allegorischen Figuren seines Stückes zwischen weltlichem Glanz und frommer Einkehr. Als er 1600 für die Feierlichkeiten zum Heiligen Jahr in Rom die „Rappresentatione di Anima et di Corpo“ schrieb, hatte er die vielfältige Tätigkeit als Intendant der Feste am Hof von Ferdinando de’ Medici in Florenz hinter sich, wo in einer Intellektuellenrunde, der Florentiner Camerata, Ideen zur Wiederbelebung der griechischen Tragödie ersonnen wurden, die schließlich zur Erfindung der Oper führten.

In Cavalieris Rappresentatione verbinden sich das mittelalterliche Mysterienspiel, das Jesuitendrama der Gegenreformation und jene Überlegungen der Florentiner Camerata. Cavalieri verwendet für sein dialogisches, allegorisches Spiel den dort entwickelten "Stile recitando", ein gesungenes Sprechen. Somit ist die Rappresentatione weder Oper noch Oratorium, aber Keimzelle für beides und auf jeden Fall das erste vollständig überlieferte Stück Musiktheater.

Die Uraufführung fand im Betsaal der Bruderschaft des Heiligen Filippo Neri statt, der – erst 1595 verstorben – eine anschauliche Laienunterweisung mit Musik ergänzend zur lateinischen Predigt kultiviert hatte. Cavalieris kompositorische Stärke liegt in der abwechslungsreichen Gestaltung der Chöre, der Instrumentalstücke, der Ensembles und der Verwendung von Tanzrhythmen. Der Partitur ist ein Vorwort beigegeben, worin Cavalieri sein Ziel, die geistige Erbauung so unterhaltend wie möglich gestalten zu wollen, vertritt: Ein Libretto solle nicht länger als 700 Verse sein, die Sänger*innen sollen wenig verzieren und auf ihre saubere Aussprache achten, denn Musik ohne Textverständlichkeit sei langweilig und die Zuschauer*innen würden abspringen.

Premiere
Sonntag, 19. September 2021, 19.00 Uhr

Termine
Dienstag, 21. September
Donnerstag, 23. September
Samstag, 25. September
Montag, 27. September
Mittwoch, 29. September
jeweils um 19.00 Uhr im Theater an der Wien (Linke Wienzeile 6, 1060 Wien)

Tipp: Einführungsmatinee
Sonntag, 19. September 2021, 11.00 Uhr

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