Marianne Beate Kielland © Lena Lahti

Inhalt

Antonio Vivaldi schrieb über 50 Opern, aber nur vier Oratorien, von denen wiederum nur eines erhalten ist: Juditha triumphans devicta Holofernis barbarie – Die über die Barbarei des Holofernes triumphierende Judith. Dieses Stück über eine starke Frau wurde als offizieller Auftrag anlässlich des venezianischen Siegs über die Türken bei der Belagerung von Korfu an Vivaldi gegeben. Die Uraufführung fand in Vivaldis Wirkungsstätte, dem Ospedale della Pietà statt, einem Waisenhaus für Mädchen, die Vivaldi in Musik unterrichtete und deren Ruf als exzeptionelle Musikerinnen in ganz Europa verbreitet war. So wurden damals auch alle Rollen von Frauen gesungen. Die Geschichte ist als Allegorie auf das siegreiche Venedig zu lesen: Als die israelische Stadt Bethulien vom assyrischen General Holofernes belagert wird und die Not immer größer wird, begibt sich die junge jüdische Witwe Judith zu Holofernes. Ihre Schönheit weckt sein Begehren, sie stellt ihm eine Liebesnacht in Aussicht, macht ihn aber beim Abendessen betrunken. Als er einschläft, schlägt sie ihm mit seinem eigenen Schwert den Kopf ab und bringt diesen als Siegestrophäe in ihre Stadt – Bethulien ist befreit.