Laurence Equilbey © Agnès Mellon

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Haydn wurde während seines zweiten Aufenthaltes in London ein englischsprachiges Libretto angetragen: Die Erschaffung der Welt nach der Bibel – nicht mehr, aber auch nicht weniger beinhaltet Die Schöpfung in Kürze. Der pensionierte Diplomat und Musikliebhaber Gottfried van Swieten, einer der wichtigsten Bezugspersonen Haydns in Wien, erledigte die Übersetzung. Knappe zwei Jahre – von Herbst 1796 bis Frühjahr 1798 – arbeitete der routinierte Komponist, Meister der Symphonie und des Streichquartetts, an dem Oratorium. Die Uraufführung im Schwarzenbergschen Palais rief einen derartigen Andrang hervor, dass Gendarmen den Weg für die geladenen Gäste sichern mussten. Und auch die Presse war beeindruckt von diesem großen Werk: „Die Musik hat eine Kraft der Darstellung, welche alle Vorstellung übertrifft; man wird hingerissen, sieht der Elemente Sturm, sieht es Licht werden, die gefallenen Geister tief in den Abgrund sinken, zittert beim Rollen des Donners, stimmt mit in den Feyergesang der himmlischen Bewohner.“ (Teutscher Merker, 1798.)