La traviata 018 © Herwig Prammer

Inhalt

Die junge Regisseurin Lotte de Beer zeigt mit ihrem Team die „vom Weg abgekommene“ Violetta als eine Person, die sich selbst ihre Wirklichkeit konstruiert, jegliche körperlichen Probleme ignoriert und die den perfekten Schein zumindest zeitweise aufrecht erhalten zu vermag. Es ist jedoch nicht ihre Zugehörigkeit zur Demimonde, sondern ihre Sucht nach Party, Disco und Spaß sowie der Zwang zur Selbstdarstellung auf Instagram & Co., die ihre Liebe mit dem bürgerlichen Alfredo unmöglich macht. Die Frage in La traviata bleibt die gleiche: Wie viel Toleranz verträgt unsere scheinbar vorurteilsfreie, aufgeklärte und freiheitsliebende Gesellschaft?

Verdis berühmte Musik ist einem zeitgenössischen Update unterzogen worden, ohne jedoch auf die bekannten Melodien zu verzichten: Moritz Eggert und Jacopo Salvatori haben den Remix kreiert, der unter der Leitung des jungen Finnen Kalle Kuusava mit dem Wiener KammerOrchester erklingen wird.

Violetta weiß, dass sie bald sterben wird. Ihre Vergangenheit als Prostituierte verlangt ihren Tribut. Gegen ihre Krankheit kämpft sie mit Hedonismus: Sie trinkt und tanzt gegen den Tod an und hat sich geschworen, niemanden mehr zu lieben. Aber dann tritt Alfredo in ihr Leben und überzeugt sie, dass seine Liebe ehrlich ist. Sie verlassen die Stadt und beginnen zusammen ein glückliches, einfaches Leben.

Alles ist gut, bis eines Tages Giorgio Germont, Alfredos Bruder, zu Violetta kommt. Er überzeugt sie davon, dass ihre Verbindung mit Alfredo den Ruf seiner Familie beschädigt und zwingt sie, sich von Alfredo zu trennen. Sie gehorcht und trennt sich von Alfredo.

Um Violetta wiederzugewinnen, folgt der verzweifelte Alfredo ihr auf eine Party. Sie weigert sich jedoch, zu ihm zurück zu kommen und behauptet, einen anderen zu lieben. Gekränkt demütigt er sie, indem er sie öffentlich wie eine Hure behandelt. Als er schließlich die Wahrheit herausfindet, ist es zu spät: Er kommt zu Violetta und kann sie nur noch sterben sehen.