Peter_Grimes_1280x680_1516 © beyond/André Sanchez

Inhalt

Als Benjamin Britten sich während des Zweiten Weltkrieges in den USA aufhielt, sehnte er sich nach England zurück und fand in George Crabbes Versroman The Borough einen Stoff, der ihn in diesem Moment besonders berührte. Crabbe erzählt darin von einem kleinen, fiktiven Fischerdorf in Suffolk, der Gegend, in der Britten zu Hause war. Zurück in England komponierte Britten Peter Grimes 1944/45 auf ein Libretto von Montagu Slater nach Motiven aus Crabbes Buch. Nach der Uraufführung der Oper im Sadler’s Wells Theatre in London wurde Britten enthusiastisch als der „neue Purcell“ gefeiert. Britten hatte sein erklärtes Ziel, „Glanz, Freiheit und Lebendigkeit der englischen Musik zu erneuern, die seit Purcells Tod verloren waren“, erreicht. Meisterhaft gelang Britten die Darstellung der Dorfleute, der Stimmung des Kollektivs sowie der einzelnen Figuren. Die ambivalente Gestalt des innerlich zerrissenen Peter Grimes war die erste von vielen Partien, die er für seinen Lebens - partner, den Tenor Peter Pears, schrieb. Die Handlung und die psychischen Vor - gänge werden vertieft von mehreren sinfonischen Zwischenspielen, die musikalisch überwältigend Morgendämmerung, Sturm, Sonntagmorgenatmosphäre und eine Mondnacht über dem Meer evozieren. Peter Grimes ist inzwischen mit seinem prägnanten musikalischen Ausdruck und den fesselnden Klangfarben zu einem zentralen Repertoirestück geworden.

Der Fischer Peter Grimes ist in seinem Dorf ein Außenseiter. Er wird verdächtigt, seine Lehrbuben zu quälen. Da einer unter ungeklärten Umständen zu Tode gekommen ist, gibt es eine Untersuchung, aber man kann Grimes nichts beweisen. Nur die Lehrerin Ellen Orford hält zu dem sonderbaren Fischer. Obwohl man ihm davon abgeraten hat, nimmt Grimes wieder einen Jungen bei sich auf. Die Dorf - gemeinschaft beobachtet ihn und den Jungen misstrauisch, wieder entsteht Ver - dacht. Ellen will helfen, aber Grimes verbittet sich ihre Einmischung. Die Über - wachung durch das Dorf quält den Fischer, er träumt von Frieden. Als er befürchten muss, dass die Dorfbewohner ihn lynchen, kommt es erneut zu einem tödlichen Unfall, der Junge stürzt die Klippen herunter. Nun wird Grimes erst recht gejagt. Der ehemalige Kapitän Balstrode empfiehlt Grimes, aufs Meer hinauszufahren und sich mit seinem eigenen Schiff zu versenken.