Capriccio_1280x680_1516 © beyond/André Sanchez

Konversationsstück für Musik in einem Aufzug (1942)
Musik von Richard Strauss
Libretto von Stefan Zweig, Joseph Gregor, Clemens Krauss, Richard Strauss, Hans Swarowsky
In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln

Neuproduktion des Theater an der Wien

Premiere: Montag, 18. April 2016, 19:00 Uhr

Inhalt

Was ist für eine gute Oper grundlegend wichtiger, der Text oder die Musik, welches Element hat welchem zu Diensten zu sein? Stefan Zweig machte Richard Strauss auf das Thema aufmerksam und schrieb ein Szenario zu diesem alten Streitfall der Musikgeschichte, schied aber bald aus dem Projekt aus: als Jude wurde ihm die Arbeit durch die auch in Österreich aktiven Nationalsozialisten zunehmend verwehrt, er emigrierte im Februar 1934 nach England. Zweig war allerdings nicht ersetzbar: An dem Libretto werkten dann mühsam Joseph Gregor, Clemens Krauss, Hans Swarowsky und Strauss selbst bis Anfang 1941, die Uraufführung fand am 28. Oktober 1942 in München statt. Entsprechend dem Thema gehen Text und Musik in Capriccio eine gegenseitig befruchtende Allianz ein: Den Zitaten in Bezug auf die Musikgeschichte im Text entspricht die Verarbeitung verschiedenster Formen aus der Operngeschichte in der Musik. Strauss selbst verstand Capriccio weniger als ein „Stück fürs Publikum“, sondern vielmehr als „geistreiche dramatische Paraphrase“, als einen „Leckerbissen für kulturelle Feinschmecker“. Der heiter-melancholische Rückblick über 300 Jahre Operngeschichte ist Strauss‘ letzte Oper und auch von ihm selbst als künstlerisches Testament gedacht.

Paris um 1775. Gräfin Madeleine hat zwei Verehrer: den Dichter Olivier und den Komponisten Flamand. Beide wetteifern um die Gunst der schönen Frau, und diese Konkurrenz verbindet sich mit der Streitfrage, ob die Worte oder die Musik bei einer Komposition wichtiger sind. In die Diskussion mengt sich noch der anwesende Theaterdirektor La Roche ein, denn die Gräfin hat Geburtstag, und es gibt eine private Aufführung zu ihren Ehren. Der Bruder der Gräfin kümmert sich indessen ums Sprechtheater in Gestalt der reizenden Schauspielerin Clairon. Es wird sehr viel Konversation und Kunst im Verlauf des Festtages betrieben, und Flamand und Olivier sollen aus all dem eine neue Oper machen. Die beiden Männer interessiert aber mehr, wen Madeleine als Liebhaber erwählt. An nächsten Tag soll sich die Gräfin zwischen ihnen entscheiden, ihr scheint dieser Schwebezustand jedoch sehr gut zu gefallen. Weder das Problem, ob Worte oder Musik bei einer Vertonung wichtiger sind, noch das Problem, wer nun Liebhaber der Gräfin werden soll, wird gelöst. Zumindest zu einer guten Oper braucht es beides: einen guten Librettisten und einen guten Komponisten.

Besetzung

Musikalische Leitung

Bertrand de Billy

Biografie
Inszenierung

Tatjana Gürbaca

Biografie
Bühne

Henrik Ahr

Biografie
Kostüme

Barbara Drosihn

Biografie
Licht

Stefan Bolliger

Biografie
Dramaturgie

Bettina Auer

Biografie
Die Gräfin

Maria Bengtsson

Biografie
Der Graf, ihr Bruder

Andrè Schuen

Biografie
Flamand, ein Musiker

Daniel Behle

Biografie
Olivier, ein Dichter

Daniel Schmutzhard

Biografie
La Roche, Theaterdirektor

Lars Woldt

Biografie
Die Schauspielerin Clairon

Tanja Ariane Baumgartner

Biografie
Monsieur Taupe

Erik Årman

Biografie
Eine italienische Sängerin

Elena Galitskaya

Biografie
Ein italienischer Sänger

Jörg Schneider

Biografie
Der Haushofmeister

Christoph Seidl

Biografie
Diener

Sebastian Acosta

Biografie
Diener

Thomas David Birch

Biografie
Diener

Stefan Dolinar

Biografie
Diener

Richard Helm

Biografie
Diener

Florian Köfler

Biografie
Diener

Marcell Attila Krokovay

Biografie
Diener

Max von Lütgendorff

Biografie
Diener

Angelo Pollak

Biografie
Tänzerin

Agnes Guk

Biografie
Orchester

Wiener Symphoniker

Biografie

Fotos Galerie

Capriccio 2015/16

Premiere: 18. April 2016
Inszenierung: Tatjana Gürbaca
Musikalische Leitung: Bertrand de Billy
Neuproduktion des Theater an der Wien
Fotos: © Herwig Prammer