El_Juez_1280x680_1516 © beyond/André Sanchez

Oper in vier Akten (2014)

Musik von Christian Kolonovits
Libretto von Angelika Messner

In spanischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Aufführungen: 2. & 5. Juli 2016, 19:00 bis ca. 21:50 Uhr (Pause ca. 20:05 Uhr)

Eine Produktion des Theater an der Wien in Kooperation mit dem Teatro Arriaga Bilbao und Kupfer Kultur & Media

Inhalt

Christian Kolonovits behandelt in seiner Oper ein dunkles Kapitel der spanischen Geschichte: Zur Zeit der Franco Diktatur wurden nicht regimetreuen Eltern ihre Kinder weggenommen, um sie in Klöstern und anderen Einrichtungen umzuerziehen. Identitäten und Namen wurden verändert, Menschen gingen für ihre Familien für immer verloren. Die Kirche, die federführend an der Entführung der Kinder beteiligt war, weigert sich bis heute, Aufzeichnungen und Informationen über die wahre Identität der „verlorenen Kinder“ preiszugeben – ein Konflikt, der die spanische Gesellschaft immer noch spaltet. Zwei Jahre lang war Kolonovits mit der Komposition seiner Oper beschäftigt, in der er – gemeinsam mit der Librettistin Angelika Messner – der Frage nach Recht und Unrecht und nach persönlicher Entscheidungsfreiheit nachgeht. Die Uraufführung von El Juez fand im April 2014 in Bilbao statt, weitere Aufführungen bei den Tiroler Festspielen Erl und im Mariinski-Theater St. Petersburg folgten. Die Rolle des Richters („el juez“) wurde José Carreras auf den Leib geschrieben.

Der Liedermacher Alberto García erfährt am Totenbett seiner Mutter von der Existenz eines verlorenen Bruders und macht sich auf die Suche nach ihm. Er erzählt in seinem neuesten Lied „Der Seidenschal“ wie das Kind seiner Mutter von einer Nonne entrissen wurde und in einem Kloster verschwand. Damit erregt García – unterstützt von der Fernsehjournalistin Paula – mediales Aufsehen und setzt in der Bevölkerung, die ähnliche Schicksale unzählig teilt, eine Bewegung gegen das Schweigen von Politik und Kirche in Gang. Die Menschen versammeln sich zu Protesten und fordern die Öffnung der kirchlichen Archive. Um das zu verhindern, wird der Richter Federico Ribas von Morales, dem Vizepräsidenten des Geheimdienstes, gedrängt, ein Dekret zu unterzeichnen, das diese Einsichtnahme untersagt. Ribas, selbst in einem Kloster aufgewachsen, weil – wie man ihm sagte – seine Eltern von „Aufständischen“ ermordet worden waren, ist hin und hergerissen. Er empfindet eine ihm unerklärliche Anziehung und Sympathie für die Anliegen der Menschen. Dennoch unterschreibt er das Dekret. Während Ribas auf Paulas Vermittlung hin García in dessen verlassenem Elternhaus trifft und im Kloster auf die Suche nach der eigenen Identität geht, überschlagen sich die Ereignisse. Morales intrigiert und spielt alle gegeneinander aus. García, selbst nun der Kindesentführung beschuldigt, wird angeschossen und erfährt – tödlich verwundet – was für Ribas bereits zur Gewissheit wurde: Dass der Richter selbst der gesuchte Bruder Garcías ist.

Besetzung

Musikalische Leitung

David Giménez

Biografie
Inszenierung

Emilio Sagi

Biografie
Bühne

Daniel Bianco

Biografie
Kostüme

Pepa Ojanguren

Biografie
Licht

Eduardo Bravo

Biografie
Federico Ribas, Richter

José Carreras

Biografie
Alberto García, Liedermacher

José Luis Sola

Biografie
Paula, Journalistin

Sabina Puértolas

Biografie
Morales, Vizepräsident der Sauberen Hände

Carlo Colombara

Biografie
Äbtissin

Ana Ibarra

Biografie
Maria | Zweite Nonne

Maria José Suarez

Biografie
Erste Nonne

Itziar de Unda

Biografie
Paco, Kameramann

Manel Esteve

Biografie
Alte Frau

Milagros Martin

Biografie
Vier Männer der "Sauberen Hände"

Thomas David Birch

Biografie
Vier Männer der "Sauberen Hände"

Julian Henao Gonzalez

Biografie
Vier Männer der "Sauberen Hände"

Ben Connor

Biografie
Vier Männer der "Sauberen Hände"

Stefan Cerny

Biografie
Orchester

ORF Radio-Symphonieorchester Wien

Biografie
Chor

Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner)

Biografie

Fotos Galerie

El Juez

Premiere: 2. Juli 2016
Inszenierung: Emilio Sagi
Musikalische Leitung: David Gimenéz
Neuproduktion des Theater an der Wien
Fotos: © Herwig Prammer