Emma Bell 1280x680 © Paul Foster-Williams

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Nach der ersten, erfolglosen Aufführung des Fidelio 1805 revidierte Beethoven seine Oper. Eine zweite Fassung, nunmehr gekürzt auf zwei Akte, konnte 1806 im Theater an der Wien aufgeführt werden – mit mehr Erfolg, allerdings ohne weitere Nachfrage. Für das Kärntnertortheater überarbeitete er 1814 mit dem erfahrenen Theaterregisseur Georg Friedrich Treitschke seine Oper noch einmal: Die Handlung wurde abermals gestrafft und das Libretto von Treitschke revidiert. Diese Arbeit – fast zehn Jahre nach der Uraufführung – kostete Beethoven allerdings sehr viel Mühe. In einem Brief Anfang März 1814 an Treitschke äußerte er sich: „geschwinder würde ich etwas neues schreiben, als jezt das Neue zum alten […]. Die Partitur von der oper ist so schrecklich geschrieben als ich je eine gesehn habe, ich muß Note für Note  durchsehn, […] kurzum ich versichre sie lieber T., die oper erwirbt mir die Märtirerkrone“. Die Geschichte um die treue Gattin Leonore, die sich unter dem Namen Fidelio bei Kerkermeister Rocco einnistet, um ihren zu Unrecht gefangenen Gatten Florestan zu retten, blieb freilich die gleiche. Die mühsamen Umarbeitungen lohnten sich allerdings, denn die Premiere war äußerst erfolgreich und Fidelio eroberte in dieser Fassung Europas Bühnen.