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DIE RING-TRILOGIE

Musik und Text von Richard Wagner (1848-74)

In einer Fassung von Tatjana Gürbaca, Bettina Auer und Constantin Trinks

In deutscher Sprache mit deutschen Übertitlen

Neuproduktion des Theater an der Wien

Premiere: Sonntag, 3. Dezember 2017, 18:30 Uhr

Aufführungen: 10. / 19. / 31. Dezember 2017, 18:30 Uhr

                                                                                               Hagen

                                                                                               Siegfried

Die Ring-Trilogie

Sein Opus magnum, die Ring-Tetralogie, hat Richard Wagner ganze 26 Jahre seines Lebens beschäftigt, gemartert und enthusiasmiert: Vom ersten Entwurf eines  Siegfried-Dramas mit dem Titel Siegfrieds Tod im Revolutionsjahr 1848 bis zur Vollendung der Götterdämmerung-Partitur 1874 verging – wenn auch mit beträchtlichen Unterbrechungen – ein Vierteljahrhundert. Wagner hat seine Nibelungen-Erzählung also kurioserweise vom Ende her begonnen, dem dann immer mehr notwendige Vorgeschichte bis hin zum Rheingold zugewachsten ist. Kein Wunder, dass bei dieser langwierigen, mäandernden Entstehung Sprünge, Brüche und Lücken im komplexen Handlungsgewebe auftauchen, die viel Raum für Interpretation lassen. Der Ring ist Weltendrama, Menschheitsgeschichte und Kapitalismuskritik; er erzählt von Machthunger und Machtmissbrauch, von Geldgier, Zerstörungslust und vom ewigen Kreislauf der Gewalt sowie nicht zuletzt von einer Familientragödie, welche die Geschichte dreier Generationen umspannt.
 
Die Ring-Trilogie, die eigens für das Theater an der Wien entwickelt wurde, geht der Frage nach, wie Handeln und Schuld der Groß-vätergeneration, sprich Wotan und Alberich, das Leben der folgenden Generationen – auf politischer wie privater Ebene – bestimmt; wie die Jüngeren den Folgen dieser Taten nicht entkommen, auch wenn sie sich verzweifelt dagegen stemmen und aufbegehren; wie sie sich umso mehr verstricken, je mehr sie kämpfen. Deshalb wagt diese Ring-Version etwas völlig Neues: Um die Geschichte des Rings aus der Perspektive der Jüngeren zu erzählen, so dass Hagen, Siegfried und Brünnhilde ins Zentrum rücken, wurden einige Szenen gestrichen und andere Teile des Rings neu zusammengesetzt. Jeder Abend beginnt – wie ursprünglich bei Wagner selbst – mit der finalen Katastrophe, dem Mord an Siegfried, um anschließend in die Erinnerungen der verschiedenen Figuren einzutauchen.

Inhalt

Brünnhilde schaut zu, wie Siegfried – der Mann, den sie liebt – von Hagen ermordet wird. Sie erinnert sich an die letzte Auseinandersetzung mit ihrem Vater Wotan, die ihr Leben so grundlegend verändert hat. Die wilde Walküre und ausgesprochene Lieblingstochter ihres Vaters hatte sich seinem Befehl widersetzt und das Liebespaar Siegmund und Sieglinde im Kampf gegen Hunding retten wollen. Weil Wotan ihr diesen emanzipatorischen Ungehorsam nicht verzeihen konnte, wollte er Brünnhilde grausam bestrafen. Sie sollte, von allen isoliert, in Schlaf versetzt werden – jedem Manne, der sie fände, wehrlos ausgeliefert. Erst als Wotan erfuhr, dass Sieglinde mit dem nächsten Helden Siegfried schwanger wäre, wandelte er die Strafe: Die schlafende Brünnhilde sollte von einem Feuerkreis geschützt sein, den nur ein „furchtlos freiester Held“ durchschreiten könnte. Dies konnte nur Siegfried sein.
 
Brünnhilde fühlt sich Siegfried in Liebe untrennbar verbunden und so unverwundbar, dass sie ihn „zu neuen Taten“ ziehen lassen kann. Zum Abschied schenkt er ihr den Ring und sie ihm ihr Pferd Grane. Waltraute, eine Walküren-Schwester von Brünnhilde, sucht sie heimlich auf, um ihr vom desaströsen Zustand Wotans und der Welt zu berichten. Brünnhilde soll den Rheintöchtern den Ring zurückgeben, doch diese weigert sich,  für Wotans alte Fehler einzustehen. Sie besteht auf ihrem Liebespfand. Ein Fremder taucht auf, überwältigt sie und entreißt ihr den Ring. Es ist Siegfried, der durch den Tarnhelm Gunthers Gestalt angenommen hat. Er will Brünnhilde als Braut für seinen Blutsbruder Gunther holen. Als die neuen Paare Siegfried-Gutrune und Gunther-Brünnhilde später zur Doppelhochzeit schreiten, wird der grausame Betrug offenbar. Brünnhilde erhebt Anklage, Hagen sät Zwietracht. Nachdem er Siegfried ermordet hat, bricht alles zusammen. Brünnhilde packt die alte Welt auf den Scheiterhaufen, die Götter haben ausgedient. Ist nun etwas Neues möglich?
 
Der letzte Abend der Trilogie, in dem alte Strukturen und Machtverhältnisse überwunden werden, erzählt aus weiblicher Perspektive, eine Szene aus der Walküre mit großen Teilen der Götterdämmerung verknüpfend.

Besetzung

Musikalische Leitung

Constantin Trinks

Biografie
Inszenierung

Tatjana Gürbaca

Biografie
Bühne

Henrik Ahr

Biografie
Kostüme

Barbara Drosihn

Biografie
Licht

Stefan Bolliger

Biografie
Dramaturgie

Bettina Auer

Biografie
Brünnhilde

Ingela Brimberg

Biografie
Wotan

Aris Argiris

Biografie
Siegfried

Daniel Brenna

Biografie
Waltraute / Floßhilde

Ann-Beth Solvang

Biografie
Hagen

Samuel Youn

Biografie
Gunther

Kristján Jóhannesson

Biografie
Gutrune

Liene Kinca

Biografie
Woglinde

Mirella Hagen

Biografie
Wellgunde

Raehann Bryce-Davis

Biografie
Orchester

ORF Radio-Symphonieorchester Wien

Biografie
Chor

Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner)

Biografie

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