Laurence Equilbey © Agnès Mellon

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Was ist zu tun, wenn ein Schauspiel mit Musik auf die Bühne gebracht werden soll, das Stück aber – in diesem Fall Johann Wolfgang von Goethes Egmont – keine Schauspielmusik mitliefert? Entweder bedient sich in diesem Fall der Theater - intendant einer bestehenden Musik oder er vergibt einen Kompositionsauftrag. Für letzteres entscheid sich 1809 der Theatermacher Joseph Hartl von Luchsenstein und beauftragte Beethoven mit der Komposition einer Schauspielmusik für eine Neuinszenierung von Egmont am Burgtheater. Als großer Verehrer Goethes und begeistert von dem Topos der Befreiung aus religiöser und politischer Unterdrückung soll Gerüchten zufolge Beethoven sogar auf ein Entgelt verzichtet haben. Die dramaturgische Konzeption Goethes fordert neben den zwei Klärchen-Liedern auch drei instrumentale Musiken: zu Klärchens Tod, während Egmonts Traumvision und eine Musik, die während des Schlussvorhangs erklingt und mit einer Siegessymphonie endet. Diese zentralen, die Handlung mittragenden Stücke ergänzte Beethoven durch vier Zwischenaktmusiken und stellte der gesamten Schauspielmusik noch eine Ouvertüre voran. Diese ist heute als Repertoire in nahezu allen Konzertsälen zu Hause.