Die Zauberinsel © Sonderprojekt 2018/19

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Henry Purcell war nicht der erste, der Shakespeares Sturm (The Tempest) in Musik setzte, das Stück provozierte seine Vertonung geradezu: „Sei nicht in Angst! Die Insel ist voll Lärm, voll Tön’ und süßer Lieder, die ergötzen und niemand Schaden tun.“ So schildert Caliban den angeschwemmten Schiffbrüchigen in Schlegels Übersetzung die Zauberinsel in Shakespeares Stück. Verständlich, dass Shakespeares letztes Drama von all seinen Theaterstücken seither am häufigsten vertont wurde und zahlreiche Komponisten zu Schauspiel-Musiken oder sinfonischen Dichtungen angeregt hat. Insbesondere in den letzten Jahrzehnten sind auffallend viele neue Opern entstanden, die sich auf Shakespeares Vermächtnis berufen und damit dessen Aktualität unter Beweis stellen.

Die ersten Vertonungen entstanden aber bereits in den 1670er Jahren, als Thomas Shadwell basierend auf John Drydens und William Davenants Bearbeitung Shakespeares The Tempest unter dem Titel The Tempest or The Enchanted Island zu einem überaus erfolgreichen, spektakulären Stück umarbeitete und damit den Geschmack der Restorationszeit traf. Diese Mischung aus Schauspiel und Tanz, unterbrochen von Chören, Arien, Ensembles und instrumentalen Zwischenspielen, angereichert mit spektakulären Ausstattungen und Verwandlungen, hat sich im 17. Jahrhundert speziell in Großbritannien etabliert. Die Musik zu diesen Bühnenspielen stammte meist von verschiedenen Komponisten, im Falle von The Enchanted Island waren es u.a. John Locke, Pelham Humfrey.

In unserer neu erarbeiteten Fassung von Jean Renshaw, bei der natürlich auch die komödiantischen Szenen nicht zu kurz kommen werden, erwartet Sie auch ein abwechslungsreiches Nebeneinander von Arien, Ensembles, Tanz und Instrumentalstücken – im besten Sinne eine Semi-opera, mit Highlights aus dem Gesamtwerk von Henry Purcell.