Rusalka © beyond | Leopold Kogler

Lyrisches Märchen in drei Akten (1901)

Musik von Antonín Dvořák

Libretto von Jaroslav Kvapil

In tschechischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Neuproduktion des Theater an der Wien

Premiere: Donnerstag, 19. September 2019, 19:00 bis ca. 22:00 Uhr (Pause ca. 20:40 Uhr)

Aufführungen: 21. / 23. / 26. / 28. / 30. September 2019, 19:00 Uhr

Handlung

In einem Waldsee wohnt die Wasserfrau Rusalka mit ihren Schwestern und ihrem Vater, dem Wassermann. Nachts badet zuweilen ein schöner Prinz in dem See, Rusalka hat sich in ihn verliebt und sehnt sich nun danach, den Jüngling nicht nur in Gestalt einer Wasserwelle umfangen zu können. Sie möchte eine menschliche Frau und von dem Prinzen geliebt werden. Der Wassermann warnt sie vor diesem Wunsch, aber sie geht zur Hexe Ježibaba, die sie in eine Art Menschenfrau  verwandelt, nur muss sie dafür ihre Stimme hergeben. So wird sie sterblich, und sollte ihr Geliebter ihr die Treue brechen, wird sie verdammt, und er muss sterben. Als der Prinz wieder zum See kommt, erblickt er die überirdisch schöne Rusalka, und  Sehnsucht ergreift auch ihn. Er nimmt sie mit auf sein Schloss und will sie heiraten. Aber schon nach einer Woche ist er ängstlich und enttäuscht: Rusalka geht nicht auf sein leidenschaftliches körperliches Drängen ein. Er versteht das nicht und da sie stumm ist, kann sie sich auch nicht erklären. Allen anderen aufdem Schloss ist die stumme Frau von Anfang an unheimlich. Zu den geplanten  Hochzeitsfeierlichkeiten kommt auch eine fremde Fürstin, die von jeher den Prinzen heiraten sollte und nun tief gekränkt ist, dass sie leer ausgeht. Als sie aber erkennt, dass Rusalka das menschliche Begehren nicht kennt und die Wünsche des Prinzen nicht stillt, sieht sie ihre Chance und bietet sich offensiv dem Prinzen an, der sofort darauf eingeht. Rusalka muss mit ansehen, wie der Geliebte ihr schon vor der Trauung entgleitet. Der Wassermann, zur Hochzeit gekommen, nimmt die entsetzte Rusalka wieder mit zum See. Dort erklärt die Hexe Ježibaba der traurigen Rusalka, dass sie nur dann wieder zur echten Wasserfrau werden und im See mit den anderen leben kann, wenn sie den Prinzen um seines Verrats willen tötet. Rusalka lehnt das ab. Der Prinz hat inzwischen die Fürstin wieder verlassen, er ist  offenkundigwahnsinnig geworden und will Rusalka zurückholen. Am Seeufer ruft er nach ihr und verlangt, dass sie ihn endlich umarmt und küsst. Traurig verwehrt sie es ihm, denn es würde seinen Tod bedeuten. Als der Prinz darauf besteht, küsst sie ihn – er stirbt, Rusalka versinkt im See. 

Zum Werk

Antonín Dvořáks Oper über das Schicksal der in einen Menschen verliebten Wasserfrau ist ein Märchenklassiker, aber alles andere als ein Kinderstück: Es geht um erwachende Sexualität und um Missverständnisse zwischen den Geschlechtern, die verheerende Folgen haben. Das 1901 uraufgeführte Werk ist eine von  zahlreichen künstlerischen Auseinandersetzungen mit dem Wasserfrauensujet, das in der Romantik seine typische Ausprägung erhielt und um 1900 psychologische  Vertiefung erfuhr. Der Librettist und Regisseur Jaroslav Kvapil wollte eine dezidiert tschechische Variante der Geschichte schaffen. Er kombinierte Elemente von Friedrich de la Motte Fouqués Undine (1811), Hans Christian Andersens Die kleine Meerjungfrau (1837) sowie von Gerhart Hauptmanns Märchendrama Die versunkene Glocke (1896) und fand dann in Dvořák den kongenialen künstlerischen Partner. Die Uraufführung im Prager Nationaltheater am 31. März 1901 brachte sogleich einen großen Erfolg. Dvořák, der auch ein umfangreiches sinfonisches Werk geschaffen hat, präsentiert sich hier in seiner vorletzten Oper einmal mehr als Meister subtiler  Instrumentationskunst, die magische Stimmungen nuancenreich hervorzuzaubern vermag. Zudem musste er das Kunststück schaffen, eine Hauptfigur, die über weite Teile der Oper stumm ist, trotzdem musikalisch präsent zu halten – dies gelingt ihm mittels einer differenzierten Leitmotivik – Rusalka hat als einzige Figurein eigenes Motiv, auch wenn sie nicht singt,  ist ihre musikalische Signatur in das Geschehen eingewoben. Ihr ist zudem als Instrument die Harfe zugeordnet, zauberhaft und körperlos ist sie Substitut für ihre Stimme. Alle anderen Motive sind nur mit Situationen verbunden, Dvořáks verwebt sie filigran ineinander und erreicht so eine berauschende Einheit trotz des auch in der Musik gewahrten Gegensatzes zwischen Natur- und Menschenwelt. Letztere behandelt er eher traditionell und volkstümlich, die Wasserwelt Rusalkas hingegen gestaltet er in Harmonik und Melodik sehr ausgefallen. Bezwingend schön wirkt bis heute die Melodie, die er für die verliebte Rusalka fand – ihr Lied an den Mond ist in Musik geronnene Sehnsucht nach Unerreichbarem.

Besetzung

Musikalische Leitung

David Afkham

Biografie
Inszenierung

Amélie Niermeyer

Biografie
Bühne

Christian Schmidt

Biografie
Kostüm

Kirsten Dephoff

Biografie
Choreografie

Thomas Wilhelm

Biografie
Licht

Reinhard Traub

Biografie
Video

Jan Speckenbach

Biografie
Dramaturgie

Rainer Karlitschek

Biografie
Rusalka

Maria Bengtsson

Biografie
Wassermann

Günther Groissböck

Biografie
Prinz

Ladislav Elgr

Biografie
Fremde Fürstin

Kate Aldrich

Biografie
Jezibaba

Natascha Petrinsky

Biografie
Heger

Markus Butter

Biografie
Küchenjunge

Juliette Mars

Biografie
Jäger

Johannes Bamberger

Biografie
Erste Waldnymphe

Ilona Revolskaya

Biografie
Zweite Waldnymphe

Mirella Hagen

Biografie
Dritte Waldnymphe

Tatiana Kuryatnikova

Biografie
Orchester

ORF Radio-Symphonieorchester Wien

Biografie
Chor

Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner)

Biografie

Fotos Galerie

Rusalka

Premiere: 19. September 2019
Inszenierung: Amélie Niermeyer
Bühne: Christian Schmidt
Kostüm: Kirsten Dephoff
Licht: Reinhard Traub
Video: Jan Speckenbach

Fotos: © Herwig Prammer