Halka 1280x680 © beyond | Leopold Kogler

Oper in vier Akten (1858)

Musik von Stanislaw Moniuszko

Libretto von Wlodzimierz Wolski

In polnischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Neuproduktion des Theater an der Wien in Koproduktion mit dem Teatr Wielki Warschau

Premiere: Sonntag, 15. Dezember 2019, 19:00 Uhr

Aufführungen: 17. / 19. / 22. / 29. / 31. Dezember 2019, 19:00 Uhr

Handlung

Der Gutsbesitzer Stolnik will seine Tochter Zofia mit dem wohlhabenden Janusz verheiraten, auf dem Gut wird Polterabend mit dem jungen Paar gefeiert. Plötzlich hört man von Ferne den klagenden Gesang einer Frau. Zofia ergreift Mitleid, Janusz geht hinaus, um zu sehen, ob man helfen kann. Vor dem Tor muss er feststellen, was er schon befürchtet hat: Die traurige Sängerin ist Halka, ein Bauernmädchen von seinen Besitzungen, die lange seine Geliebte war und die er nun um der reichen Erbin Zofia willen verlassen hat. Er hat es ihr aber nicht gestanden, sondern ist einfach ohne Erklärung fortgegangen. Halka hat ihn gesucht und glaubt immer noch, Janusz werde sie heiraten, zumal sie ein Kind von ihm erwartet. Um einen Skandal zu vermeiden und sie schnell wieder loszuwerden, belügt er sie erneut, versichert sie seiner Liebe, schickt sie fort und behauptet, er wolle bald folgen. Sie wartet trotzdem weiter versteckt auf ihn und hört nicht auf ihren Freund Jontek, der sie trotz ihrer Bindung an Janusz treu liebt und sie sogar auf ihrerSuche begleitet hat. Hartnäckig  versucht er, Halka die Wahrheit über Janusz’ Betrug zu Bewusstsein zu bringen. Als  sie schließlich begreift, dass eine Hochzeit vorbereitet wird, macht sie sich angstvoll wieder vor dem Tor bemerkbar und stört erneut das Fest. Janusz kommt heraus und trägt Jontek heuchlerisch auf, die aufgeregte Halka zur Beruhigung nach Hause zu bringen. Schließlich kommt die ganze Festgesellschaft und ist empört über die  Unterbrechung. Jontek und Halka werden davongejagt, und endlich begreift Halka, was geschieht. In Janusz’ Heimatdorf wird am nächsten Morgen die Hochzeit  vorbereitet, als Jontek und Halka traurig hineinplatzen und von Janusz’ Herzlosigkeit erzählen. Die Dorfbewohner nehmen Partei für Halka, und der Jubel für das edle Brautpaar fällt bei dessen Ankunft daher auch etwas verhalten aus. Es gelingt Janusz, die mitleidige Zofia von der traurigen, zunehmend verwirrten Halka abzulenken und mit seiner Braut in die Kirche einzuziehen. Jonteks treue, alles akzeptierende Liebe kann Halka nicht retten, während Janusz mit Zofia in der Kirche getraut wird, stürzt sie sich in den Fluss und ertrinkt. 

Zum Werk

Stanisław Moniuszko gelang es, mit Halka 1858 musikalisch einen spezifisch  polnischen Ton zu definieren – Halka gilt auch deshalb bis heute als polnische Nationaloper. Der durchschlagende Erfolg beruhte auf der klugen Einbindung  polnischer Tänze wie der Mazurka, der Polonaise und den Volkstänzen der Goralen, einer ethnischen Minderheit, die in der Hohen Tatra bis heute lebt. Polen war als   eigener Staat seit dem 18. Jahrhundert nicht mehr existent, umso wichtiger war es für die unter russischer, preußischer oder österreichischer Herrschaft lebenden Polen, eine Identität in ihrer Kultur zu finden. Die Oper zeigt das traurige Ende der Liebesgeschichte zwischen dem reichen jungen Gutsherrn Janusz und einer seiner Untergebenen, dem Goralen-Mädchen Halka, und spiegelt so die zu dieser Zeit aktuelle soziale Struktur der Bevölkerung der Gebiete, in der Polen lebten. Dort war der Staat streng hierarchisch organisiert, und es gab in weiten Teilen noch Leibeigenschaft. Immer wieder flammten Aufstände gegen die feudalistische  Gesellschaftsordnung und die Fremdherrschaft auf. In diesem Sinne ist Halka bewusst von Moniuszko und seinem Librettisten Włodzimierz Wolski als hochpolitische Oper entworfen und vom Publikum auch so aufgefasst worden – sie erlangte den Status einer Nationaloper nicht nur aufgrund der Verarbeitung musikalisch traditioneller Motive. Mazurka und Polonaise waren damals auch die Tänze des Adels und wurden somit im Gesamtzusammenhang der Oper eher negativ konnotiert verwendet; die Volksmusik der unteren Stände aus dem bäuerlichen Milieu der Goralen sind positiv dagegen gesetzt. Halkas Weg zur Nationaloper war nicht  problemlos: Moniuszko war ein schlecht bezahlter Kapellmeister in Wilna, als er  zusammen mit Wolski die Oper konzipierte. Zuerst hatte Halka nur zwei Akte, und keiner wollte sie aufgrund ihres damals explosiven Inhalts aufführen. Es kam 1848 in Wilna erst zu einer konzertanten Aufführung, 1854 gelangte sie dort endlich auch  szenisch auf die Bühne und der Erfolg war triumphal. Für die vier Jahre später  erfolgende Aufführung in Warschau erweiterte Moniuszko sein Werk auf vier Akte, und in dieser Form erlangten Halka und ihre Schöpfer ihren verdienten Ruhm.

Besetzung

Musikalische Leitung

Łukasz Borowicz

Biografie
Inszenierung

Mariusz Treliński

Biografie
Bühne

Boris Kudlička

Biografie
Kostüm

Dorota Roqueplo

Biografie
Licht

Marc Heinz

Biografie
Videodesign

Bartek Macias

Biografie
Choreografie

Tomasz Wygoda

Biografie
Jontek

Piotr Beczała

Biografie
Halka, ein Bauernmädchen

Corinne Winters

Biografie
Stolnik

Alexey Tikhomirov

Biografie
Zofia, seine Tochter

Natalia Kawałek

Biografie
Janusz, ihr Verlobter

Tomasz Konieczny

Biografie
Dziemba, Haushofmeister

Lukas Jakobski

Biografie
Orchester

ORF Radio-Symphonieorchester Wien

Biografie
Chor

Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner)

Biografie

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Premiere

Halka

Theater an der Wien,Wien

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