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Christian Jost Komponist

Christian Jost © Joe Qiao

Der Komponist und Dirigent Christian Jost hat in den letzten 20 Jahren die zeitgenössische Musik entscheidend mitgeprägt. Seine bisher 9 abendfüllenden Opern und eine Vielzahl großer Symphonischer Werke wurden von so bedeutenden Opernhäusern und Orchestern, wie der Oper Zürich, den Berliner Philharmonikern, dem Grafenegg Festival, der Flämischen Oper Antwerpen/Gent, dem Konzerthaus Berlin, der Komischen Oper Berlin, dem Grand Theatre de Geneva, dem Taiwan Philharmonic und dem Shanghai Chinese Orchestra zur Uraufführung gebracht und zählen heute zum Repertoire europäischer Bühnen und internationaler Orchester.

Immer auf der Suche nach modernen und spannenden Erzählebenen hat er für das Musiktheater neue innovative Werke entwickelt, die er in einer Zeit und Raum auflösenden, magischen Dramaturgie gestaltet. Drei Beispiele hierfür seien die Opern Rumor, die Jost mit dem mexikanischen Drehbuchautor und Regisseur Guillermo Arriaga („Babel, 21 Gramm, Amores Perros “) entwickelt hat; Hamlet, als eine gänzlich neue Gestaltung des Shakespeare’schen Stoffes, indem Jost zum ersten Mal in der Operngeschichte, Hamlet von einer Frau singen lässt und Rote Laterne, als Adaption des gleichnamigen Filmklassikers des chinesischen Kultregisseurs Zhang Yimou, die Jost in einer ebenso Zeit und Raum auflösenden Dramaturgie gestaltete wie zuvor in seinem Hamlet. Für den Rundfunkchor Berlin hat er das völlig neue Genre der Choroper entwickelt, welches den Chor zum Hauptprotagonisten und Träger der Handlung macht. Die zwei hierfür entstanden Werke Angst, basierend auf dem realen Erlebnis zweier Bergsteiger in den Anden, wird zu einer polyphonen Reise in das Innere der Angst. Das zweite Werk Lover ist eine groß angelegte Zen-buddhistische Meditation aus Gesang, Percussions und Martial Arts, im interkulturellen Dialog. Mit der 2017 neukomponierten Dichterliebe basierend auf Robert Schumanns gleichnamigen Liederzyklus überführt Jost das Original in unsere Zeit und setzt es an die Schnittstelle einer konzertanten und inszenierten Aufführungsform. Das etwa einstündige Werk für Kammerensemble und Singstimme wurde für die Deutsche Grammophon unter der Leitung des Komponisten eingespielt.


Auch im Symphonischen Bereich spürt Jost der „Conditio Humana“ nach. Exemplarisch hierfür stehen die 2003 komponierte Cocoons Symphony als klangliche Odyssey in das eigene Ich, die Berlinsymphonie von 2015 als pulsierende Vereinsamung in einer urbanen Klanglandschaft und die Shanghai-Odyssey, komponiert für großes Orchester aus traditionellen chinesischen Instrumenten, als eine abendfüllende Verschmelzung von Ost und West, sowie die Requiem-Trilogie bestehend aus den Solokonzerten, Diesirae für Posaune und Orchester,Pieta in memoriam Chet Baker für Trompete und Orchester und Lux Aeterna Saxophon und Orchester. Seine Werke erscheinen exklusiv bei Schott. Als Dirigent leitete Christian Jost u.a. die Philharmoniker von Hamburg, Bremen und Essen, die Opernorchester der Komischen Oper Berlin und der Oper Graz, das Nederlands Philharmonic Orkest, das Taiwan Philharmonic, das Deutsche Kammerorchester, den Rundfunkchor Berlin und das Shanghai Chinese Orchestra welches er 2018 mit seiner ShanghaiOdyssey in das NCPA nach Beijing, das Grand Theatre in Shanghai und die Grand Opera in Guangzhou führte. Seit der Spielzeit 2015/16 ist Christian Jost als kuratierender Moderator verantwortlich für die Konzertreihe „2xhören “ im Konzerthaus Berlin.