Der brennende Diwan © Herwig Prammer

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Im Herbst 1906 eröffnete im Souterrain des Theaters an der Wien das Theater und Kabarett „Hölle“ mit dem Walzer Mephistos Höllenrufe von Johann Strauss. Seit 2010 begeistern dort erneut unzählige historische Kabarettprogramme und ein Tanzintermezzo Publikum und Presse. Georg Wacks entwirft nach einer Prophezeiung von Leonardo da Vinci mit beharrlicher Unterstützung seines außergewöhnlichen Ensembles und kräftiger Zuhilfenahme der Besetzungscouch das feurigste Jubiläumsprogramm des historischen Kabaretts: Der brennende Diwan. Das elfte Programm, das sich auf die alte assyrische Inschrift „Du aber, Fremdling, iss, trinke, liebe; was sonst der Mensch hat, ist der Rede nicht wert“ beruft, wagt sich weit ins heute nahezu vergessene Morgenland von gestern. Zwischen Euphrat und Tigris, Bagdad und Isfahan, Weihrauch und Myrrhe, Ali Baba und Frank Sinatra bewegt sich das immer abenteuerlichere Ensemble und führt das geliebte Publikum in eine blühende, duftende Welt des historischen Kabaretts.  Unbeschreibliche Darbietungen, berührende Seemannslieder, alt-orientalische  Gesänge, internationale Damen-Metamorphosen, scharfe Eunuchentänze sowie literarische Juwelen lassen bei strömendem Champagner und klarem Sternenhimmel die Atmosphäre der „Hölle“ wieder auferstehen und garantieren einen  außergewöhnlich kabarettistischen Abend. Die aufsehenerregend kunstvolle Ausstattung von Stefan Fleischhacker und Elena Schreiber steht ganz im Zeichen  von „100 Jahre Bauhaus“. Lustige Texte von Gotthold Ephraim Lessing, Fritz Grünbaum, Joachim Ringelnatz und Peter Altenberg garantieren literarisch- humoristisches Niveau. Lieder von Victor Hollaender, Jacques Offenbach, Frank Wedekind und Henry Purcell runden das Programm ab. Das feinfühlige Ensemble  „Albero Verde“ besorgt in gewohnt vollkommenem Spiel die Musik. Marie-Theres Arnbom präsentiert in der begleitenden Jubiläumsausstellung Zwischen Halbmond und Sichel Erhellendes und neu verschollene Artefakte aus den Kabaretts. Im  Mittelpunkt der Ausstellung steht der kabarettistische Austausch zwischen den drei Monokulturen, die Europa seit Jahrhunderten prägen.