Tristan-Experiment 2020/21 1280x680 © Hermine Karigl-Wagenhofer

Handlung

Ein Mann, eine Frau, durch eine tiefe Liebe geheimnisvollen Ursprungs miteinander verwoben. In ihrer Existenz empfinden sie nichts als wahr außer dieser Liebe. Aber sie ist nichts Greifbares, nichts was unter den Regeln der Realität eine Befriedigung finden kann, im Gegenteil: Beide Liebende sind an andere gebunden. Ihr Gefühl ist aber so mächtig, dass es eine andere Dimension erzwingt und eine parallele Welt entwickelt, in der sich ihr Schicksal in tragischer Erfüllung ausbreitet. Was ist nun wahres Leben? „Ist unsere materielle Welt nur eine Hülle, eine Täuschung oder gar ein Experiment, das einer matrixartigen Versuchsanordnung folgt?“ fragt sich Regisseur Günther Groissböck bei seinem theatralischen Versuch, die Gefühle der beiden Liebenden füreinander auf die Probe zu stellen. Was ewig bleibt, ist die fantasierte Alternative zum bürgerlichen Dasein, das Liebe verwehrt. Die Liebenden spiegeln sich in einem Paar aus ferner Zeit: Als Tristan die irische Königstochter Isolde für Cornwalls König Marke übers Meer bringt, sind Tristan und Isolde unausgesprochen längst Liebende. Tristan hatteI soldes Verlobten Morold im Kampf getötet. Aber Isolde hatte Morolds Schwert vergiftet, womit er Tristan noch verletzte. Als „Tantris“ begab Tristan sich dann zu Isolde, die den Fremden pflegte. Aber bald erkannte sie ihn als den Mörder ihres Verlobten und wollte ihn töten. Als sie ihm jedoch in die Augen blickte, begann sie ihn zu lieben. Sie zweifelte nicht, dass auch er sie liebte, so war sie, als er für Marke und nicht für sich selbst um sie warb, tief  beleidigt. Daher will sie sich und Tristan töten. Aber ihre Vertraute Brangäne reicht ihr nicht das Gift, sondern einen Liebestrank. Anstatt zu sterben, werden Tristan und  Isolde von der Größe und Wahrheit ihrer Liebe überwältigt. Die Realität ist dennoch stärker: Isolde heiratet Marke, kann aber nicht anders, als ihre Liebe mit Tristan weiterzuleben. Irgendwann überrascht Marke das Paar. Verzweifelt signalisiert Tristan Isolde, er werde sich den Tod geben, wenn sie ihm folgen wolle. Als Isolde dies  bejaht, stürzt er sich in ein Schwert, siecht dahin und stirbt endlich in ihren Armen. Als Marke verzeihen will, ist es zu spät: Isolde stirbt über Tristans Leiche .