Der feurige Engel 2020/21 1280x680 © Hermine Karigl-Wagenhofer

Handlung

Ruprecht ist gerade – wir schreiben das Jahr 1534 – von einer Amerikareise nach Europa zurückgekommen und nächtigt in einer verlotterten Herberge. Plötzlich hört er angstvolle Rufe einer anscheinend bedrohten Frau aus dem Nebenzimmer. Er bricht die Verbindungstür auf, um ihr zu helfen, und findet eine überwältigend schöne Frau – allerdings allein. Sie fleht ihn um Schutz an und verblüfft ihn mit ihrer Geschichte: Ihr Name ist Renata, und sie war seit ihrer Kindheit mit einem feurigen Engel namens Madiel innig verbunden, die Beziehung veränderte sich jedoch, als sie erwachsener wurde. Der Engel bestand auf einer reinen, geistigen Hingabe, sie sehnte sich nach körperlicher Vereinigung. Auf ihr inständiges Beten hin nahm er die Gestalt eines Grafen Heinrich an, mit dem sie dann in sexueller Gemeinschaft eine Weile zusammenlebte. Dann entfloh Heinrich. Seither sucht Renata nach Heinrich-Madiel, immer gejagt von Dämonen. Zunächst will Ruprecht Renatas Zustand ausnutzen, dann berührt ihn etwas an der sonderbarenFrau, und er wird ihr Begleiter und Beschützer. Immer mehr verliebt ersich in sie, aber sie benutzt ihn und verweigert ihm ihre Liebe und ihren Körper, trotzdem bleibt er. In Köln treffen sie wirklich auf den Grafen Heinrich, Renata bringt Ruprecht dazu, ihn zum Duell zu fordern, dabei wird Ruprecht von Heinrich lebensgefährlich verletzt. Zwar pflegt Renata ihn nun liebevoll, aber als er gesund ist, begibt sie sich in ein Kloster. Ruprecht schließt sich entmutigt zwei Reisenden an, die versprechen, ihn aufzumuntern. Sie heißen Faust und Mephistopheles. In dem Kloster, in dem Renata als Novizin lebt, gehen seit ihrer Ankunft sonderbare Dinge vor sich. Die Äbtissin ruft deshalb einen Inquisitor, dessen Exorzismus jedoch völlig außer Kontrolle gerät. Ungerührt von allen Teufelsbannungen beobachten Faust und Mephistopheles amüsiert das Geschehen, dabei halten sie den verzweifelten Ruprecht gut fest, damit er nicht eingreifen und den Spaß verderben kann. Als schließlich die Nonnen im Inquisitor selbst den Teufel zu erkennen glauben und über ihn herfallen, lässt er Renata, die er für den Quell des Übels hält, festnehmen und überantwortet sie dem Scheiterhaufen.