An die Freude | Hamburg Ballett

Zum Werk

Ludwig van Beethoven ist einer der großen Instrumentalkomponisten, dem sich John Neumeier in seiner bisherigen Laufbahn noch nicht widmete. Außergewöhnlich, bedenkt man, dass er bereits viele choreografische Arbeiten zu Musik, die zunächst nicht als Ballettmusik, auch nicht als Musik für die Bühne komponiert wurde, erarbeitete, so zum Beispiel zu verschiedenen Oratorien von Johann Sebastian Bach, zu mehreren Symphonien von Gustav Mahler und zu dessen Das Lied von der Erde. Für Neumeier gab das Jahr von Beethovens 250. Geburtstag nun Anlass, sich mit Beethovens Musik, ihrer Vielschichtigkeit und überwältigenden Direktheit, der man sich körperlich kaum entziehen kann, auseinanderzusetzen. Die Idee im Kopf des Choreografen war: „Persönliche Gedanken und große Jubiläen kommen manchmal zusammen. Über viele Jahre habe ich mir überlegt, ein größeres Projekt mit Ludwig van Beethovens Musik zu realisieren. Überblickt man die Ballettmusiken großer Komponisten des 19. Jahrhunderts, ist es bemerkenswert, dass neben Tschaikowskis epochemachenden Werken Beethovens Geschöpfe des Prometheus zu den bedeutendsten Partituren gehört. Beethovens großartige Musik hat mich immer wieder tief berührt, ohne dass daraus bisher ein abendfüllendes Werk entstanden  wäre. Mit Blick auf die anstehende Saison hatte ich das Gefühl, dass die Zeit dafür nun reif ist. Das große Beethoven-Jubiläum, das im Jahr 2020 ansteht, ist dafür ein zusätzlicher Ansporn.“ John Neumeier hat sich schon vor zwei Jahren mit der Musik Ludwig van Beethovens in einem von ihm geschaffenen Beethoven-Projekt  auseinandergesetzt. Er führt diese kreative Arbeit nun mit der 9. Symphonie fort, für  die er eine abendfüllende Choreografie schaffen wird. An der Staatsoper Hamburg kommt dieses Ballett kurz vor dem vermuteten Datum von Beethovens Geburt, dem  16. Dezember, auf die Bühne und wird dann im Theater an der Wien als Abschluss  der Spielzeit 2020/21 zu sehen sein. Es erweitert die langjährige Zusammenarbeit mit John Neumeier und dem Hamburg Ballett, indem auch unser 2019/20 begonnenes Beethoven-Fest mit einem zentralen Werk unseres einstigen Hauskomponisten abschließt.