Idomeneo, rè di Creta

Premiere: Mittwoch, 17. Jänner 2007

Dramma per musica in drei Akten, KV 366 (1781)

Musik von Wolfgang Amadeus Mozart
Libretto von Gianbattista Varesco
nach Antoine Danchet
in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Neuproduktion der Wiener Staatsoper 2006
Koproduktion mit dem Theater an der Wien

 

Fünf Jahre hatte Mozart auf einen Opernauftrag warten müssen, bis er 1780 die Gelegenheit erhielt, für den Münchner Karneval eine Oper zu schreiben. Das Libretto verfasste der Salzburger Hofkaplan Gianbattista Varesco, der bestrebt war, den unlösbar scheinenden Konflikt des Titelhelden, der sein eigenes Kind opfern soll, im christlichen Sinne zu lösen. Mozarts Komposition ist geradezu kühn zu nennen. So schreibt er für Idomeneo das erste große Solistenensemble in der Geschichte der opera seria, und manche Szenen weisen kompositorisch bereits auf das Zeitalter der Romantik voraus.

Synopsis

Idomeneo, König von Kreta, kehrt als Sieger aus dem Trojanischen Krieg zurück. Auf hoher See wird er von Neptuns Zorn mit einem Sturm verfolgt. Angesichts der heimatlichen Küste gelobt Idomeneo, den ersten ihm begegnenden Menschen dem Meeresgott zu opfern. Es ist sein eigener Sohn Idamante. Idomeneo wagt nicht, ihm das furchtbare Geheimnis zu offenbaren und schickt ihn außer Landes. Doch im Augenblick der Abreise erregt Neptun neue Unwetter und lässt ein Seeungeheuer die Insel verwüsten. Idamante erlegt das Untier, aber Idomeneo, vom Volk gedrängt, muss sein Gelübde erfüllen. Erst als die trojanische Prinzessin Ilia sich selbst anstelle ihres Geliebten Idamante zum Opfer anbietet, ist die Gottheit versöhnt.


Obwohl Idomeneo bei der Uraufführung äußerst erfolgreich war, gab es zu Mozarts Lebzeiten nur noch eine konzertante Aufführung 1786 in Wien, für die der Komponist die Kastratenpartie des Idamante für Tenor umschrieb. Nach einer Phase verschiedener Bearbeitungen, u. a. von Richard Strauss (Wien 1931) und Ermanno Wolf-Ferrari (München 1931), hat Idomeneo in der Originalfassung heute wieder einen festen Platz im Repertoire erobert.

 

Besetzung

Musikalische Leitung: Bertrand de Billy
Inszenierung: Willy Decker
Szenische Mitarbeit: Karin Voykowitsch
Ausstattung: John Macfarlane
Licht: Andreas Grüter
 
Idomeneo: Michael Schade
Idamante: Angelika Kirchschlager & Michaela Selinger
Ilia: Genia Kühmeier & Alexandra Reinprecht
Elettra: Iano Tamar & Ingrid Kaiserfeld
Arbace: Peter Jelosits
Oberpriester: Marian Talaba
Stimme des Orakels: Walter Fink & Sorin Coliban
Orchester: Orchester der Wiener Staatsoper
Chor: Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner)