Die Leiden des jungen Faust © Herwig Prammer

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Zum Thema FAUST gibt es bereits unzählige Auseinandersetzungen und Bearbeitungen und doch bleibt das Thema immer aktuell, gerade für junge Suchende auf dem Weg ins Erwachsenenleben. Erik H. Erikson, ein Vordenker der Sozialpsychologie und berühmter Psychoanalytiker, definierte in den 1960er Jahren die Idee des jungen, „aufkommenden“ Erwachsenen: des emerging adult. Erikson beschreibt ihn als leidend unter dem Kampf zwischen Isolation und Intimität – ein Archetypus, der in der Jugend beginnt und sich auch weit in die nächsten Lebensjahrzehnte ziehen kann. Jugend macht Oper setzt sich in dieser Saison mit dem weit gefassten Faust-Thema und innerhalb der Gruppe der Mitwirkenden mit dem Konflikt zwischen Isolation und Intimität auseinander. Ob der Schwerpunkt der Jugendoper schlussendlich auf der selbstreflexiven Identitätssuche liegt oder sich um den Konflikt Intellektualität-Spiritualität, um die Verführungskraft des Bösen, Margarethes Liebesgeschichte oder den Verfall der Moral als Folge des Zulassens des Bösen dreht, hängt von den Mitwirkenden ab, die im Herbst 2016 die Grundlage für die Jugendoper entwerfen. In intensiver Zusammenarbeit mit den Jugendlichen wird im Laufe eines halben Jahres eine musiktheatralische Geschichte kreiert. Musikalisch orientiert sich die Jugendoper an den verschiedenen Vertonungen des Faust-Stoffes, unter anderem von Louis Spohr, Hector Berlioz, Robert Schumann, Charles Gounod und Alfred Schnittke.