Uraufführung
Eine Produktion mit Jugendlichen für jung & alle
Wenn Menschen ihre Geschichten auf der Bühne mit und durch Musik zusammentragen, dann entsteht Musiktheater. Wenn sich 20 Jugendliche gemeinsam mit einem professionellen Regieteam mit Musiktheater auseinandersetzen, dann wird diese Jahrhunderte alte Kunstform spannend, witzig und hochaktuell auf den Prüfstand gestellt.
Unter dem Motto „Zusammenarbeit auf Augenhöhe“ wurde innerhalb von sechs Monaten die Opernperformance SuperZero, Baby zum Thema „Wert und Wertigkeit“ gemeinsam mit jungen Menschen zwischen 14 und 20 Jahren kreiert. Die Jugendlichen recherchieren, texten, improvisieren mit Wort, Stimme, Musik und Tanz, beschäftigen sich mit Kostüm und Bühnenbild, erfinden und erarbeiten ihre jeweiligen Rollen. Parallel komponiert und probt ein sechsköpfiges Jugendinstrumentalensemble unter der Leitung des musikalischen Allrounders Marc Bruckner. Alle Fäden werde zusammengehalten von der österreichisch-kurdischen Künstlerin Scharmien Zandi, die für ihre innovativen und anspruchsvollen Projekte bekannt ist. Im Sinne von Co-Creation lebt die Performance von der Zusammensetzung der Gruppe und den persönlichen Erfahrungen sowie Ideen zu Klima, Ressourcen und Nachhaltigkeit jeder und jedes Einzelnen.
SuperZero, Baby wirft einen dystopischen Blick in die (nicht allzu ferne?) Zukunft. Was könnte passieren, wenn wir weiterhin so rücksichtslos mit der Natur und unseren Ressourcen umgehen? Die Performance öffnet ein Kaleidoskop von Menschen unterschiedlichsten Schichten und Charaktere, die ihr gemeinsames Leben nun neu ordnen und erfinden müssen. Gemeinsam erfinden sie die Radiosendung „SuperZero, Baby“ als demokratischen Weg, Informationen zu vermitteln. Der Fund eines noch lebendigen Baums kommt schließlich einer Sensation gleich und wird zum Symbol für einen zaghaften Neubeginn. Wenn da nur der Neid nicht wäre …
Nachgespräch im Anschluss an die Vorstellungen
![]() | Empfohlen für alle ab 12 Jahren Preis für Jugendliche bis 20 Jahre: € 10,- |
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Trailer
Seit Beginn der Spielzeit verwandelt sich ein kleiner Proberaum in der Nähe des Wiener Westbahnhofs Woche für Woche in ein Kreativzentrum. Im Oktober folgten zahlreiche Jugendliche aus Wien und Umgebung unserem Casting-Aufruf. 13 von ihnen wurden ausgewählt, als Performer*innen dabei zu sein, sechs sind als Musiker*innen mit von der Partie. Eine bunte Gruppe: die Bandbreite der Teilnehmer*innen reicht vom absoluten Opernneuling bis hin zum Opernfan. Jede*r Performer*in soll die Chance haben, eigenen Input in die Performance hineinzugeben. Denn so eindeutig wie bei einer klassischen Opernproduktion sind die Rollen und Aufgaben bei SuperZero, Baby nicht festgelegt.
Zu Beginn der Probenarbeit gab es nur eine Grundidee. Kreative Prozesse der Stückentwicklung werden in einem „Safe Space“ erfahrbar gemacht, in welchem sich jede*r fallen lassen und bestmöglich mitgestalten kann. Handlung, Rollen, Art der Darstellung, Text und Musik entwickelten sich erst im Laufe der Monate. Diese Performance ist als Co-Creation des Teams angelegt, bei dem der künstlerische Weg ebenso wichtig ist wie das Ziel: vier Vorstellungen in der Kammeroper Wien.
Worum geht es? Ausgangspunkt waren der Titel des Abends sowie ein grober Abriss des Inhalts: SuperZero, Baby kreist um „Wert und Wertigkeit“, um den Umgang mit unserem Planeten, um Müll, Verschwendung und das Dumpstern. „Wir beschäftigen uns mit Klimaressourcen und Nachhaltigkeit“, erklärt die künstlerische Leiterin des Projekts Scharmien Zandi. „Es soll darum gehen, was die Jugendlichen dazu zu sagen haben. Natürlich gab es schon frühere Generationen, bei denen Klimaschutz ein Thema war, aber sicherlich noch nie so laut wie heute. Und das hat die jetzige Jugend geschafft.“SuperZero, Baby verleiht diesem Anliegen eine künstlerische Stimme, aber mit viel Humor und ohne die Moralkeule über dem Publikum zu schwingen.
Einmal im Monat gibt es ein Probenwochenende – bei dem Training in Schauspiel, Tanz und Gesang auf dem Programm standen – und zweimal im Monat einen sogenannten Jour fixe, an dem sich die jungen Menschen mit der Stückentwicklung beschäftigt haben. Da wurde diskutiert, improvisiert und getextet: Was verstehen wir unter Nachhaltigkeit und Klima? Wie können wir unser Verständnis zum Thema künstlerisch, gesanglich und musikalisch ausdrücken? Welche Rollen soll es geben? Welche Themen sind außerdem noch interessant? Denn es sind ja nicht nur diese komplexen gesellschaftlichen Herausforderungen, die unseren Alltag prägen!
Parallel zu den Performer*innen probt ein sechsköpfiges Instrumentalensemble, bunt zusammengewürfelt aus Schüler*innen des Musikgymnasium Wien, unter der Leitung des musikalischen Allrounders Marc Bruckner. Er und das kleine Orchester stehen im engen Austausch mit Scharmien Zandi. Wie der Text, so wurde auch die Musik im Laufe der letzten Monate durch gemeinsames Improvisieren entwickelt. „Alles wird selbst komponiert, allerdings nicht notiert – schließlich ist es eine Performance!“, lacht und erklärt Scharmien Zandi.


















