Carmen Kammeroper 2015/16 004 © Herwig Prammer

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Obwohl formal eine Opéra comique und auch als solche bezeichnet, war Bizets Carmen ein revolutionärer Bruch mit dieser Operngattung. Die realistische Milieuschilderung, Dramatik und schicksalhafte Tragik machten sie zu einem Vorläufer des Verismo. Das Libretto schrieben Henri Meilhac und Ludovic Halévy nach der gleichnamigen Novelle von Prosper Mérimée. Wegen dieser vom Publikum als verstörend empfundenen veristischen Handlungsdarstellung wurde die Uraufführung am 3. März 1875 in der Opéra-Comique auch eher ablehnend aufgenommen. Bald darauf wurde Carmen jedoch zu einem der größten Welterfolge der Operngeschichte, den der Komponist allerdings nicht mehr erlebte.

Seit den 1980er Jahren konnte man einen außergewöhnlichen Boom von Carmen-Variationen registrieren. In denselben Monaten, in denen 983 Peter Brook eine eigenständige theatralische Variante, Die Tragödie der Carmen, vorlegte und Francesco Rosi in der südandalusischen Stadt Ronda einen Carmen-Film drehte, begann Carlos Sauras Opernstreifen Carmen weltweit ein wahres Flamenco-Fieber auszulösen. Auch die Kammeroper steuerte damals im Mai 1988 mit Carmen Negra ihre Rock-Version des Stoffes bei.

Nun hat sich das von ihren Silvesterkonzerten in der Kammeroper bekannte Trio, bestehend aus Tommaso Huber, Sebastian Gürtler und Georg Breinschmid, zur Aufgabe gemacht, eine neue Version dieses Opernhits zu kreieren. Das Arrangement von Tscho Theissing wird einen einzigartigen, vom Jazz inspirierten Blick auf die weltbekannten Melodien und Rhythmen George Bizets werfen.