La Wally 1280x680 © Herwig Prammer

Dramma lirico in vier Akten (1892), Musik von Alfredo Catalani

Libretto von Luigi Illica nach dem Roman Die Geier-Wally von Wilhelmine von Hillern

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Neuproduktion des Theater an der Wien

Premiere: 12. November 2021                               

Aufführungen: 15. | 17. | 19. | 22. | 25. November 2021, 19.00 Uhr bis 21:45 Uhr (Pause ca. 20:15 Uhr)

Die Klassik-Plattform „myfidelio“ streamt die Aufzeichnung von „La Wally“ am 25.11. ab 20.00 Uhr.


Abgesagte Vorstellungen

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Handlung

Im Bergdorf Hochstoff feiert der reiche Stromminger seinen 70. Geburtstag. In das Fest platzt der Jäger Giuseppe Hagenbach und gibt mit einem soeben erlegten Bären an. Stromminger gerät mit dem selbstbewussten jungen Mann in handgreiflichen Streit. Erst Strommingers Tochter Wally kann die Männer voneinander trennen, was Hagenbach nachhaltig verwirrt, noch nie wurde er von einer Frau körperlich in die Schranken verwiesen. Wally ist stark und mutig ohne jede weibliche Eitelkeit: Als Strommingers einziges Kind wurde sie wie ein Junge erzogen, aber ohne Liebe. Männern ist sie unheimlich, nur Vincenzo Gellner liebt sie. Er weiß, dass Wally heimlich in Hagenbach verliebt ist und verrät es seinem Freund Stromminger. Wütend lässt er seine Tochter wählen, entweder Gellner zu heiraten oder sein Haus zu verlassen. Mit ihrem einzigen Freund, dem jungen Zitherspieler Walter, flieht Wally in die Berge. Einige Zeit später stirbt ihr Vater, sie kehrt zurück und genießt ihre Freiheit als reiche, schöne Frau, lässt aber keinen Verehrer an sich heran. Auf einem Fest  trifft sie Hagenbach wieder. Gellner, immer noch glücklos bei ihr, schürt ihre Eifersucht, als Hagenbach vertraulich mit der Wirtin Afra plaudert. Als Wally Afra daraufhin schikaniert, rächt Hagenbach seine Freundin: Beim traditionellen Kusstanz suggeriert er Wally, dass er sie liebt und raubt ihr einen Kuss. Am Ende des Tanzes lachen alle sie aus, und sie versteht entsetzt, dass sie getäuscht wurde. So gedemütigt verspricht sie Gellner die Ehe, wenn er Hagenbach tötet. Allein zu Hause bereut Wally ihren Mordauftrag, aber Gellner stößt den Rivalen noch in der gleichen Nacht in eine Schlucht. Hagenbach wollte zu Wally und sie um Verzeihung bitten, denn er hatte sich beim Tanz wirklich in sie verliebt. Als Gellner den Mord meldet, ist Wally verzweifelt, aber sie kann Hagenbach bewusstlos aus der Schlucht bergen. Dann übergibt sie all ihren Besitz Afra und geht zur Buße allein in die Berge. Als Hagenbach wieder gesund ist, kommt er zu ihr, um ihr seine Liebe zu gestehen, sogar den Mordanschlag vergibt er ihr. Ein gemeinsames Leben gibt es jedoch nicht für sie: Eine Lawine reißt Hagenbach mit, Wally springt ihm in den Abgrund nach.

Zum Werk

Alfredo Catalani wählte mit Wilhelmine von Hillerns Erfolgsroman Die Geier-Wally (1873) über eine Frau jenseits aller damaligen Geschlechterklischees, deren einziger  Freund ein zahmer Geier ist, einen außergewöhnlichen Stoff: Vom Vater wie ein  Junge erzogen, ist Wally stark und unbeugsam und kann ihrem Vater nicht gehorchen, als er sie an einen Ungeliebten verheiraten will. Wally sucht nicht, wie viele Opernheldinnen vor ihr, die gegen ihren Willen verheiratet werden sollen, innerhalb der Gesellschaft nach einer Lösung, sondern sie flieht in die schroffe Natur des Hochgebirges. Sie kann nur einen Ebenbürtigen lieben, der sich Bär und Vater entgegenstellt. Hagenbach ist ein Gegenentwurf zum alten Stromminger: Zuerst arrogant, zeigt er sich dann als treuer Freund von Afra und als ein Mann, der eine Frau wie Wally lieben kann. Aber ein solches Paar darf es in der Oper um 1892 nicht geben – anders als im Roman. Die Naturgewalt vernichtet ihre Möglichkeit auf Glück, damit der Schlussakkord in wuchtiger Tragik erklingen kann. Oft wird die am 20. Jänner 1892 an der Mailänder Scala uraufgeführte Oper dem Verismo zugeordnet, aber Catalani orientierte sich eher an Wagner, der deutschen Romantik sowie an den Opern seines Zeitgenossen Massenet. Das Orchester ist mit differenzierter Harmonik und farbenreicher Instrumentation sehr aufmerksam behandelt, es gibt Leitmotive, aber kaum feste Nummerngrenzen und Arien, nur Wallys „Ebben, ne andrò lontano“. Die Titelrolle schrieb Catalani für die rumänische Sopranistin Hariclea Darclée, damals bekannt als „Nachtigall der Karpaten“, sie war auch Puccinis erste Tosca. Eine musikalische Evokation der Tiroler Bergwelt strebte Catalani nicht an,  naturalistische Elemente wie der rustikale Walzer in der Kusstanz-Szene erscheinen immer der Situation der Figuren angemessen verarbeitet. Daher schildert die Musik keine Genreszenen, sondern psychische Vorgänge. Nur das Edelweißlied erzeugt anfangs Lokalkolorit. Der Zitherspieler Walter, der das Lied zuerst singt, obwohl Wally  es geschrieben hat, wirkt wie ihr poetisches zweites Ich. Er verkörpert, was sie  verdrängt: Die Sprache der Liebe, Kunst, Fröhlichkeit und Weiblichkeit. Leider ging Wallys ursprünglicher Freund, der Geier, beim Transfer des Romans in ein Opernlibretto zugunsten von Walter verloren.

Besetzung

Musikalische Leitung

Andrés Orozco-Estrada

Biografie
Inszeneirung

Barbora Horáková

Biografie
Ausstattung

Eva-Maria van Acker

Biografie
Licht

Michael Bauer

Biografie
Video

Tabea Rothfuchs

Biografie
Dramaturgie

Bettina Auer

Biografie
Wally

Izabela Matula

Biografie
Giuseppe Hagenbach

Leonardo Capalbo

Biografie
Vincenzo Gellner

Jacques Imbrailo

Biografie
Stromminger

Alastair Miles

Biografie
Afra

Sofia Vinnik

Biografie
Walter

Ilona Revolskaya

Biografie
Il Pedone

Zoltán Nagy

Biografie
Orchester

Wiener Symphoniker

Biografie
Chor

Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner)

Biografie

Galerie Fotos

La Wally

Premiere: 12. November 2021

Inszenierung: Barbora Horáková

Ausstattung: Eva-Maria van Acker

Licht: Michael Bauer

Fotos: (c) Herwig Prammer